Start Aktuelles Fukushima aktuell: AKW-Schutzunterkünfte häufig ein Sicherheitsrisiko

Fukushima aktuell: AKW-Schutzunterkünfte häufig ein Sicherheitsrisiko

Statt radioaktivem Niederschlag drohen Naturkatastrophen

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Artikelbild: AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Foto: Daisuke Yamagishi, cc-by)
AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: Daisuke Yamagishi, cc-by)

Die Hitze dominiert in Japan aktuell zahlreiche Medienberichte und so macht auch die Präfektur Fukushima heute keine Ausnahme. Allerdings zeigen die jüngsten Fukushima News auch Probleme an anderen AKW des Landes.

Für Schlagzeilen sorgten auch die Strände in der gesamten Region Tohoku, denn dort reicht das Spektrum von aktueller Wiedereröffnung bis hin zu dauerhafter Aufgabe. Die Details gibt es im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Juli 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • 30 Prozent der AKW-Schutzunterkünfte liegen in Gefahrengebieten
  • Schicksal der Strände in der Region Tohoku widersprüchlich
30 Prozent der AKW-Schutzunterkünfte liegen in Gefahrengebieten

Insbesondere die Sicherheit von Senioren und Patienten mit Behinderung, die in unmittelbarer Umgebung eines Kernkraftwerks leben, ist in Japan nicht vollständig gewährleistet. Das gab das Kabinettsbüro am Wochenende bekannt.

Fast 30 Prozent aller 257 Schutzunterkünfte, die sich in 17 Präfekturen finden, liegen zwar innerhalb des Zehn-Kilometer-Radius um die Kernkraftwerke – sind jedoch durch ihren Standort anderen Gefahren, etwa Erdrutschen und Überflutungen ausgesetzt.

Nach Ansicht der Regierung sei es daher erforderlich, über die Möglichkeiten einer Zwei-Stufen-Evakuierung aus diesen Gebieten nachzudenken, da ein kombinierter Krisenfall, etwa eine Kernschmelze in Verbindung mit einer Überflutung, denkbar sei.

Insbesondere Senioren und Patienten mit eingeschränkter Mobilität könnten zwar in die ersten Schutzunterkünfte evakuiert werden, um so etwa radioaktivem Fallout zu entgehen – wären aber dann den dortigen Gefahren zusätzlich ausgesetzt, ohne selbstständig entkommen zu können.

Eine parteiübergreifende Organisation gegen Atomkraft fordert nun die Untersuchung der Schutzräume in Westjapan. Dort haben schwere Unwetter und Erdrutsche bislang 225 Todesopfer gefordert, weitere 13 werden noch vermisst (Stand: 20. Juli 2018).

Über diese aktuellen Zahlen berichteten Präfekturmedien.

Schicksal der Strände in der Region Tohoku widersprüchlich

Die Sicherheit der Strände in der Präfektur Fukushima für die Nutzung durch die allgemeine Öffentlichkeit war in der Vergangenheit immer wieder ein Thema. So berichteten wir im Mai über die Strahlungskontrollen vor der Badesaison.

Im vergangenen Monat wurden dann von den zuständigen Behörden die ersten Ergebnisse der Strandkontrollen in Fukushima bekannt gegeben. Doch die Entwicklung vor Ort geht natürlich weiter.

So wurde am 21. Juli der Haragamaobama-Strand in der Stadt Soma das erste mal seit der Kraftwerkskatastrophen 2011 wieder für den Publikumsverkehr freigegeben – und die Gelegenheit wurde von Kindern und kulinarischen Betrieben gleichermaßen genutzt.

In den vergangenen Jahren waren die notwendigen Reparaturen an den beschädigten Schutzdämmen durchgeführt worden, die durch den Tsunami des Tohoku-Großbebens entstanden waren. Dennoch hat sich die Region noch nicht erholt.

So sind lediglich 24 der insgesamt 70 Strände der Region wieder nutzbar. In der Präfektur Fukushima sind bislang nur 4 der einst 18 Badestrände wieder verfügbar.

Einige Strände werden wohl auch dauerhaft aus dem Freizeitangebot verschwinden. So hatte die Stadtverwaltung von Iwaki bereits im Mai den Katsuo-Strand von der Liste öffentlicher Strände gestrichen.

Durch die Plattentektonik des Erdbebens und die anschließende Küstensicherung durch den Bau von Schutzdämmen, ist von dem einstigen Sandstrand dort nicht mehr viel übrig.

In anderen Präfekturen der Region Tohoku wird die Wiederherstellung von Stränden durch Neuaufschüttungen erwogen. In einigen Fällen fehlen auch noch die ausgewiesenen Rettungswege für Besucher im Fall eines Tsunami.

Über die Entwicklungen der Strände berichteten mehrere Medien, darunter Kyodo, Asahi Shimbun und NHK.