Fukushima aktuell: AKW-Stilllegung ohne Reaktorneustarts schwierig

Fukushima aktuell: AKW-Stilllegung ohne Reaktorneustarts schwierig

2301
0
TEILEN
Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Möglicherweise stellt der  Ruhezustand der Reaktoren nach den Ereignissen von Fukushima heute ein Hindernis für die künftige Bewältigung der Krise dar. Diese Theorie, sowie weitere Fukushima News finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Juni 2015

Unsere heutigen Themen:

  • Fukushima-Krise erschwert Ausbildung von AKW-Experten
  • Radioaktives Wasserleck an Flüssigabfall-Behälter bestätigt
  • Anstieg von Tritiumwerten in Abwasserleitung
  • Verklappungen verlaufen weiterhin problemlos

Fukushima-Krise erschwert Ausbildung von AKW-Experten: Der Stopp aller japanischen Reaktoren nach der Kraftwerkskatastrophe betrifft auch die Forschungsreaktoren an Universitäten, so dass die Schulung neuer Experten schwierig ist.

Das gab Hiroshi Uetsuka, der neue Präsident der japanischen Atomenergiegesellschaft (AESJ) heute gegenüber Journalisten bekannt.

Den Betreibern der Forschungseinrichtungen sei es, teils aus finanziellen Gründen nicht möglich, die nach der Fukushima-Katastrophe verschärften Sicherheitsstandards einzuhalten.

Gegenwärtig ist keiner der Reaktoren des Landes am Netz, so dass auch keine praktischen Schulungen vor Ort möglich sind.

Sowohl die geplanten Neustarts von Reaktoren, als auch die Stilllegung der Anlage von Fukushima hängen nach Ansicht von Uetsuka aber wesentlich von qualifiziertem Personal ab.

Die AESJ will den Zustand der Fukushima-Reaktoren besser kennenlernen und gemeinsam mit der Atomaufsicht NRA und Kraftwerksbetreibern, die Umsetzung ihrer Erkenntnisse in den Reaktorsicherheitsbestimmungen ausarbeiten. Das berichtet die NHK.

Radioaktives Wasserleck an Flüssigabfall-Behälter bestätigt: Gestern berichteten wir an dieser Stelle über den Leckverdacht an einem Behälter der Abfallentsorgungsanlage in der Nähe von Reaktor 3.

Jetzt wurde bestätigt, dass die radioaktiv belasteten Flüssigabfälle tatsächlich aus dem 100 Tonnen fassenden Behälter aus rostfreiem Stahl gelangten und sich mit kontaminiertem Wasser vermischten.

Die Cäsiumkonzentration belaufe sich auf etwa 50.005 Becquerel pro Liter. Radioaktives Kobalt-60 sei in Höhe von 60.000 Becquerel pro Liter nachgewiesen worden.

Der Behälter, dessen Verformung den Angestellten aufgefallen war, befindet sich im Untergeschoss des Gebäudes, so dass keine Auswirkung auf die Umwelt bestehe.

Anstieg von Tritiumwerten in Abwasserleitung: Nachdem aufgrund eines Schadens zunächst einige Tage keine Entnahme von Wasserproben an Abwasserleitung C möglich war, zeigte die Probe vom 18. einen starken Anstieg der Tritiumkonzentration.

Lag die Konzentration am 10. Juni noch unter dem Nachweiswert, wurden in der Analyse vom 18. Juni insgesamt 2.500 Becquerel pro Liter Tritium nachgewiesen.

Bereits am Folgetag war der Wert wieder auf 4,7 Becquerel pro Liter gesunken. Die Ursache für den temporären Anstieg werde untersucht, teilte der Kraftwerksbetreiber TEPCO mit.

Verklappungen verlaufen weiterhin problemlos: Am heutigen Mittwoch wurde auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi erneut umgeleitetes Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik verklappt.

Die Maßnahme sei ohne Zwischenfälle verlaufen und das zuvor analysierte Wasser wurde in einer Menge von 1.229 Tonnen in das Meer eingeleitet.

TEPCO greift auf die Verklappung zurück, um die Ansammlung von talwärts fließendem Grundwasser auf dem Gelände des AKW Fukushima zu verhindern.

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT