Start Aktuelles Fukushima aktuell: Alarm an Castor-Behälter auf der Anlage

Fukushima aktuell: Alarm an Castor-Behälter auf der Anlage

2629
0
TEILEN
Artikelbild - Ein Transportbehälter am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ein Transportbehälter am 4. April 2013 (Symbolfoto: TEPCO)

Der Elektrizitätskonzern TEPCO hat die Hintergründe der jüngsten Probleme am ALPS-Filtersystem offenbar geklärt – schon wird vom AKW Fukushima heute ein neues Problem gemeldet. Dort wurde an einem der dort gelagerten Castor-Behälter ein Alarm ausgelöst. Diese und weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. März 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Alarm an Castor-Behälter
  • Ausfall von ALPS-System gelöst
  • Fund im Abklingbecken am AKW Fukushima Daini
  • Katastrophenopfer unzufrieden und unsicher
  • 70 Prozent der Landwirtschaftsfläche soll nutzbar sein

Alarm an Castor-Behälter: Am heutigen Donnerstag kam es gegen 7:56 Uhr an einem Behälter, der sich in einer temporären Lagereinrichtung für Castor-Behälter befindet, zu einem Alarm. Die Warnung wies auf einen Fehler beim Deckelzwischendruck hin.

Eine der beiden im Behälter angebrachten Druckanzeigen, zeigte Normalwerte an, während die andere unnormale Schwankungen aufwies. Eine Untersuchung vor Ort ergab jedoch keine Veränderung im Aussehen des Behälters. TEPCO erklärte zunächst, man werde prüfen, ob es sich möglicherweise um eine Fehlfunktion handele und umgehend berichten.

Während der Prüfung habe es keine signifikanten Veränderungen in den Daten der Strahlungsmessposten der Kraftwerksanlage gegeben. Später ergänzte TEPCO diese Angaben um Druckangaben im Kilopascal-Bereich. Die angezeigten Druckmesswerte der Castorbehälter lagen zwischen 255 ~ 280 Kilopascal und wiesen damit starke Schwankungen auf.

Um 8:40 Uhr wurde der Deckenkran der temporären Lagereinrichtung gestoppt und die Angaben kehrten mit Werten von  335 bis 333 in den Bereich um den stabilen Status von 330 Kilopascal zurück. Als nächster Schritt ist nun die Prüfung der Behälterdruckmesser vorgesehen.

Ausfall von ALPS-System gelöst: Nachdem das Multinuklid-Filtersystem ALPS in der Vergangenheit mehrfach Probleme machte, war es zuletzt gestern zum ungeplanten Stopp eines Pumpenmotors gekommen (Spreadnews berichtete). Das Signal wies auf eine Überlastung des Motors hin.

AKW Fukushima: Besichtigung der ALPS-Anlage durch US-Energieminister Muniz (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Besichtigung der ALPS-Anlage durch US-Energieminister Muniz im November 2013 (Foto: TEPCO)

Aufgrund des unterschiedlichen Druckanstiegs im Querstromfilter führte Einheit B des ALPS-System, die Filterung zuverlässig, allerdings vergleichsweise langsam durch.

Ein dauerhaft langsamer Filterungsprozess wird vom Sicherheitssystem jedoch als Überlastung der Pumpe beurteilt, was in diesem Fall vermutlich zum Alarm geführt habe.

Nach Darstellung von TEPCO lag somit keine wirkliche Störung vor. Nach Anpassungen bei der Überwachung des Pumpendurchflusses und des Wassertankstands, wurde die Pumpe heute um 4:05 Uhr wieder in Betrieb genommen.

Fund im Abklingbecken am AKW Fukushima Daini: Am AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) wurde am gestrigen Mittwoch bei Inspektionen des Lagergestells für abgebrannte Brennelemente in Reaktor 1 gegen 13:03 Uhr ein Gegenstand entdeckt.

Fukushima Daini: Hakendraht in Abklingbecken von Reaktor 1 am 5. März 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima Daini: Hakendraht in Abklingbecken von Reaktor 1 am 5. März 2014 (Foto: TEPCO)

Es handelt sich bei dem Fundstück um einen etwa 40 Zentimeter langen Draht mit einem Haken am Ende.

In unmittelbarer Nähe wurde zudem ein etwa 50 Zentimeter langer Gegenstand entdeckt, bei dem es sich um den Entsorgungsbehälter eines Neutronenmessers handelt.

TEPCO veröffentlichte Aufnahmen aus dem Abklingbecken auf denen die Gegenstände zu sehen sind.

Nach Betreiberangaben haben die Objekte und ihre Position im Becken keine Auswirkungen auf das Lagergestell, die Brennelemente, oder das Strahlungsniveau.

Bereits am Montag war am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ein Gegenstand in einem Abklingbecken entdeckt worden (Spreadnews berichtete).

Katastrophenopfer unzufrieden und unsicher: Anlässlich des nahenden dritten Jahrestags der Tohoku-Katastrophen ist das Schicksal der Flüchtlinge medial von verstärktem Interesse. Dies gilt auch für japanische Medien.

Außenansicht von Übergangshäusern (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Außenansicht von Übergangshäusern (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Eine Umfrage der NHK vom Januar 2014, bei der von 2.878 befragten Betroffenen insgesamt 1.201 gültige Antworten eingingen zeigt, dass 80 Prozent der Befragten unzufrieden mit dem Fortschritt des Wiederaufbaus sind.

44 Prozent der Flüchtlinge erklärten, keinen sichtbaren Fortschritt in ihren Heimatgemeinden zu sehen und 36 Prozent erklärten, der Wiederaufbau verlaufe langsamer als erwartet.

Insbesondere bei Projekten zur Unterbringung und Hausbau herrschte Unzufriedenheit.

Doch die Baumaßnahmen sind kein Garant für die Rückkehr der Evakuierten.

Insgesamt 86 Prozent erklärten, eine Entscheidung über ihren künftigen Wohnort getroffen zu haben. Demnach wollen zwar 71 Prozent unmittelbar an ihren einstigen Wohnort oder dessen Nachbarschaft zurückkehren und 15 Prozent entweder innerhalb oder außerhalb ihrer Präfektur umziehen – Zweifel gibt es dennoch.

Denn nur 45 Prozent sind sich absolut sicher – die Mehrheit von 55 Prozent stellt ihre Entscheidung zumindest gelegentlich in Frage. Als Grund für Erwägungen zur Rückkehr wurden neben Häusern und Grundstücken auch der Kontakt zur früheren Nachbarschaft und die Nähe zu den Familiengräbern genannt. Dies geht aus einer Umfrage der NHK in den Katastrophenpräfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi hervor.

70 Prozent der Landwirtschaftsfläche soll nutzbar sein: Wie das Landwirtschaftsministerium gestern mitteilte, sei davon auszugehen, dass etwa 70 Prozent der 21.480 Hektar an landwirtschaftlich genutzter Fläche in Aomori, Chiba, Fukushima, Ibaraki, Iwate und Miyagi , die durch den Tohoku-Tsunami 2011 geschädigt wurden, bis zum Frühling wieder verfügbar sein werden.

Da im Vorjahr diese Zahl bei 63 Prozent lag, fällt der Fortschritt insgesamt doch eher gering aus, was vom Ministerium mit den aufwendigen Entsalzungsmaßnahmen für Felder und den Wiederaufbau von schwer getroffenen Küstenbereichen begründet wird. Dennoch kann die Behörde auch deutlichere Verbesserungen vorweisen.

Die Zahl an vollständig wiederaufgebauten Fischereihäfen sei im Vergleich zum Vorjahr von 115 auf 143 der insgesamt 319 beschädigten Häfen gestiegen. Insgesamt will das Ministerium 86 Prozent der von den Naturkatastrophen betroffenen Fläche wieder landwirtschaftlich nutzbar machen. Ausgenommen hiervon sind 2.120 Hektar in den Sperrgebieten um das AKW Fukushima Daiichi.

Über die Forschritte des Wiederaufbauprogramms berichtete die jiji.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here