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Fukushima aktuell: Alle abgebrannten Brennelemente aus Reaktor 4 geborgen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4: Blick auf die Arbeiten am 31. Oktober 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick auf die Transferarbeiten am 31. Oktober 2014 (Foto: TEPCO)

Bei der Bergung der abgebrannten Brennelemente blieb der befürchtete Weltuntergang aus, so dass TEPCO vom AKW Fukushima heute einen entscheidenden Erfolg melden kann. Die Einzelheiten der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Oktober 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Abgebrannte Brennelemente vollständig aus Reaktorgebäude 4 geborgen
    • Bewältigte Hindernisse bei den Bergungsarbeiten
    • Ausblick auf Bergungsarbeiten an anderen Fukushima-Reaktoren

Abgebrannte Brennelemente vollständig aus Reaktorgebäude 4 geborgen: Obwohl der Reaktor zum Zeitpunkt der Katastrophe wegen standardmäßiger Wartungsarbeiten heruntergefahren war und sich dort keine Kernschmelze ereignete, ist das Gebäude von Reaktor 4 vielleicht der bekannteste Teil des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Die Ankündigung des Kraftwerksbetreibers TEPCO, man wolle alle 1.533 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 bergen und im Rahmen von Spezialtransporten in ein anderes Gebäude der Anlage transportieren, hatte international für Aufsehen gesorgt.

Der Transfer von Brennelementen ist an sich kein ungewöhnlicher Vorgang, doch der Umstand, dass er auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi erfolgen sollte, von dem Bilder der Zerstörung in alle Welt ausgestrahlt worden waren, liess aufhorchen.

Zu Beginn der Arbeiten im November 2013 sprach man außerhalb Japans davon, dieser Schritt sei „der gefährlichste Moment in der Geschichte der Menschheit“ und beschwor ein Katastrophenszenario – nun scheint dagegen das Schwierigste überstanden zu sein, meldet der Betreiber der Anlage doch am Dienstagabend die erfolgreiche Bergung aller abgebrannten Brennelemente.

Darunter befinden sich somit auch offenbar jene verformten Brennelemente, deren Bergung als schwierig galt und einen Sondertransport erforderlich machten.

Bewältigte Hindernisse bei den Bergungsarbeiten

1.331 abgebrannten Exemplare der gesamten 1.533 Brennelemente galten während der gesamten Arbeiten aufgrund ihrer hohen Radioaktivität als risikoreicher, so dass man ihrer Bergung besondere Priorität einräumte und beschloss, die 202 ungenutzt gebliebenen Brennelemente zu einem späteren Zeitpunkt zu entfernen.

Die Maßnahme schien jedoch gefährdet, als TEPCO im Dezember 2013 Risse an einem Brennelement bekannt gab und im Januar 2014 Aufnahmen veröffentlichte, auf denen Verformungen an einem Brennelement sichtbar waren.

Das Elektrizitätsunternehmen reagierte auf die Entdeckungen und kündigte an, mit der Bergung potentiell beschädigter Brennelemente bis zum Schluss zu warten. Der im Februar gemeldete Gesundheitsgefährdung der Arbeiter in Reaktor 4 durch die hohe Strahlung begegnete TEPCO mit der Verlegung von Bleiplatten zur Abschirmung.

Trotz dieser Hindernisse verkündete TEPCO im August 2014, den Großteil der Arbeiten an Reaktor 4 abgeschlossen zu haben und gab an, die Bergung verformter Brennelemente aus Reaktor 4 zu planen. Doch auch hier schien der Zeitplan gefährdet, als etwa im März und September technische Probleme am Brennelementekran auftraten. Nun jedoch ist zumindest die Bergung aller abgebrannten Brennelemente erfolgreich abgeschlossen.

TEPCO kündigte an, die verbliebenen ungenutzten Brennelemente, die eine geringere radioaktive Belastung für die Beschäftigten darstellen, noch vor Jahresende bergen zu wollen. Das berichtete die NHK.

Ausblick auf Bergungsarbeiten an anderen Fukushima-Reaktoren

Vergleichbare Arbeiten an den beschädigten Gebäuden der Reaktoren 1-3 gestalten sich aufgrund der hohen Radioaktivität aufgrund der Kernschmelze und Wasserstoffexplosionen als schwierig.

Für Reaktor 1 ist der Beginn der Bergung für das Fiskaljahr 2019 angekündigt. Zuvor ist jedoch eine Räumung störender Trümmer erforderlich. Der Beginn der Arbeiten zur Entfernung des Schutzmantels von Reaktor 1 um die Räumarbeiten durchführen zu können, begannen Anfang dieses Monats.

Dort kam es bereits jetzt zu einem Zwischenfall, der zu einem Schaden am Schutzmantel von Reaktor 1 führte. Wie man die zusammengeschmolzene Corium-Masse der Brennelemente aus diesen Reaktoren bergen will und wo sich diese genau befindet, ist völlig unklar.

Japans Regierung und TEPCO setzen bei der Planung einer Lokalisierung von Brennelementen unter anderem auf Studenten.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Spreadnews-Team,

    jetzt muss ich euch wirklich mal ein dickes Lob aussprechen. Ihr seid echt immer total aktuell und behaltet das Thema echt im Auge. Für andere ist Fukushima eh nur noch Quotenbringer je nach Bedarf.

    Danke, dass ihr so am Ball bleibt!

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