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Fukushima aktuell: Alle ALPS-Filtersysteme nach technischem Problem gestoppt

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Artikelbild - Bedienung des ALPS-Filtersystems am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Filtersysteme schaffen anfallende Abwässer nicht fristgerecht (Symbolfoto: TEPCO)

Nachdem am Montag der erste Arbeitstag des neuen Jahres in Japan begann, werden nun auch am AKW Fukushima wieder wichtige Arbeiten aufgenommen. Allerdings kam es bereits zu einem Zwischenfall, der die Bewältigung der Probleme mit radioaktivem Wasser erschweren könnte. Aktuelle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Januar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO stoppt alle ALPS-Systeme nach technischem Problem
  • Bergung von Brennelementen nach Neujahr fortgesetzt
  • Wiederaufbau von Futaba wieder angelaufen

TEPCO stoppt alle ALPS-Systeme nach technischem Problem: Nach Angaben von Kraftwerksbetreiber TEPCO stoppte das Unternehmen am heutigen Mittwoch alle drei aktiven Einheiten des Multinuklid-Filtersystems ALPS aufgrund technischer Probleme.

Am gestrigen Dienstag habe der Kran, der zum Austausch des Behälters für herausgefiltertes radioaktives Material benötigt wird, ungeplant seinen Dienst eingestellt. Der Austausch des Behälters wird erforderlich, sobald eine entsprechende Menge an Material angefallen ist.

Angaben zur Ursache machte das Unternehmen laut NHK nicht, räumte jedoch ein, es könne viel Zeit bis zu einem Neustart des Systems vergehen. Die Anlage gilt aufgrund ihrer Fähigkeit 62 radioaktive Nuklide mit Ausnahme von Tritium zu filtern, als einer der wichtigen Faktoren zur Bewältigung der verstrahlten Abwässer.

Ob die Pläne, bis 2015 das gesamte Wasser aus den Lagertanks gefiltert zu haben, durch den Zwischenfall beeinträchtigt werden, ist nicht bekannt.

Bergung von Brennelementen nach Neujahr fortgesetzt: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi setzte am Montag die Arbeiten zur Bergung von Brennelementen aus dem beschädigten Reaktorgebäude 4 weiter fort. Die Arbeiten waren am 22. Dezember 2013 aufgrund der Neujahrsphase vorübergehend ausgesetzt worden.

Die Wiederaufnahme der Bergungsarbeiten wurde am gestrigen Dienstag eine Stunde lang von zwei Mitarbeitern der Sicherheitsabteilung der Präfektur Fukushima beaufsichtigt. Dabei wurde erstmals seit Dezember wieder ein Brennelement in einen Transportbehälter transferiert. Die Behörden kündigten an, so bald wie möglich eine weitere Kontrolle durchzuführen.

Insgesamt befinden sich 1.533 Brennelemente im Lagerbecken von Reaktor 4. Einige von ihnen sind ungenutzt, während andere bereits abgebrannt sind und dadurch eine höhere Radioaktivität aufweisen. Erschwert werden die Arbeiten durch Deformierungen und Schäden an den Brennelementen (Spreadnews berichtete zuletzt am 27. Dezember 2013.)

Fukushima-Reaktor 4: Blick ins Lagerbecken am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)
Vor Neujahr: Blick ins Lagerbecken von Reaktor 4 am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)

Mit der jüngsten Bergung steigt die Zahl der bislang geborgenen Brennelemente auf 133 Stück.

Die Bergungsarbeiten waren am 18. November 2013 begonnen worden. Ihnen vorausgegangen waren umfangreiche Maßnahmen, wie etwa  Strukturverstärkungen, die Anbringung eines Schutzmantels am Reaktorgebäude und die Installation eines Krans zum Transfer der Brennelemente.

Die Entfernung aller Brennelemente, die einzeln aus der Halterung gehoben, in einen 22 Einheiten fassenden Behälter transferiert und dieser schließlich auf einem Fahrzeug in das Lagerbecken eines nahe gelegenen Gebäudes geschafft wird, soll bis Ende diesen Jahres abgeschlossen sein. Über die Entwicklungen berichtete die Asahi Shimbun.

Wiederaufbau von Futaba wieder angelaufen: Während die Schüler der Präfektur Fukushima heute mit dem Unterricht begannen, hat die Verwaltung der Ortschaft Futaba mit einer Zeremonie bereits am Montag die Weiterführung des Wiederaufbaus der praktisch verlassenen Stadt beschlossen.

Bürgermeister Shiro Izawa, der im Übergangssitz der Verwaltung in Iwaki vor 70 Angestellten eine Rede hielt, sprach von der schwierigen Entscheidung, ob man dem Antrag der Regierung auf Errichtung eines Zwischenlagers für kontaminierte Abfälle entspreche. Hierzu müsse die Regierung zunächst umfangreiche und korrekte Angaben machen.

Mit der Eröffnung der Schule von Futaba im Übergangsstandort Iwaki, wird etwas Normalität angestrebt und tatsächlich haben auch andere Schulen der Präfektur bereits Schüler aus den Evakuierungsgebieten, wie etwa Namie aufgenommen. Diese Schüler lebten immer noch unter schwierigen Bedingungen und würden aufgrund ihrer psychischen Verfassung besonders durch Lehrer unterstützt.

Über die Ereignisse in Futaba berichtete die NHK.

2 KOMMENTARE

  1. Da haben die Japaner die größte Nuklearkatastrophe aller Zeiten vor der Haustür, aber gehen erstmal gemütlich ne Woche Sylvesterfeiern? KAnn ich kaum glauben.

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