Start Aktuelles Fukushima aktuell: Alle Rinder im Umkreis des AKW getötet

Fukushima aktuell: Alle Rinder im Umkreis des AKW getötet

3839
0
TEILEN
Artikelbild - Fukushima-Sperrzone: Rind auf Straße in Namie (Foto: VOA, S.L. Herman, pd)
Fukushima-Sperrzone: Rind auf Straße in Namie (Foto: V O A, S.L. Herman, pd)

Die von US-Präsident Obama bei seinem Besuch in Japan bekräftigte Aussage, die Senkaku-Inseln würden durch das Sicherheitsabkommen beider Staaten gedeckt, führte in China ebenso zu  Protesten, wie ein Foto des kanadischen Popstars Justin Bieber vor dem umstrittenen Yasukuni-Schrein.

Allerdings meldet die Regierung für die Präfektur Fukushima heute Neuigkeiten, bei denen jeder Protest bereits zwecklos ist. Weitere Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. April 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Alle Rinder in 20-km-Radius um AKW Fukushima getötet
  • Krankenhaus in Sperrgebiet wiedereröffnet
  • Ölspur auf Kraftwerksgelände
  • Gespräche zur Dekontamination von Gewässern
  • Sicherheitsplan für AKW Oi verschärft

Alle Rinder in 20-km-Radius um AKW Fukushima getötet: Wie die Präfekturverwaltung am heutigen Mittwoch mitteilte, wurden im Januar die 1.692 Rinder, die im 20-km-Radius um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gelebt hatten, gekeult.

Vor der Katastrophe wurden dort 3.500 Tiere in der Viehzucht gehalten.

Die Tötung der Tiere erfolgte mit Genehmigung der 315 Viehzüchter der Region, nachdem im Mai 2011 eine entsprechende Anweisung der Regierung in Tokyo erfolgt war. Die Züchter hatten der Maßnahme aufgrund der Schwierigkeit der Fütterung zugestimmt

Krankenhaus in Sperrgebiet wiedereröffnet: Nach der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi, war unter anderem auch der Bezirk Odaka der Stadt Minamisoma zum Sperrgebiet erklärt und eine Evakuierungsaufforderung ausgesprochen worden. Nach den Dekontaminationsmaßnahmen können Einwohner mittlerweile tagsüber dort bleiben.

Heute nahm das Krankenhaus Odaka als erste dauerhafte medizinische Einrichtung in der Sperrzone den Betrieb wieder auf. Allerdings wird dort lediglich ambulant versorgt, ein stationärer Aufenthalt ist nicht möglich.

Dennoch hofft die Stadt, auf diese Weise einstige Einwohner zur Rückkehr bewegen zu können, sobald die Evakuierungsaufforderung gänzlich aufgehoben wird. Dies soll nach dem Willen der Verwaltung im April 2016 geschehen. Über die Wiedereröffnung berichteten jiji und NHK.

Ölspur auf Kraftwerksgelände: Am gestrigen Dienstag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 19:37 Uhr, das auf der Anlage eine Ölspur verlief, die bis zum Zugang des Kraftwerksgeländes reichte.

Nachdem die Feuerwehr Futaba um 19:57 Uhr über den Zwischenfall informiert worden war, ergaben weitere Untersuchungen, das es sich um Motoröl handelt. Das Öl konnte bis zu einer Tankstelle auf dem Gelände, sowie einem Parkplatz im westlichen Bereich der Anlage zurückverfolgt werden.

Auf dem Parkplatz wurde dann eine Lache von 50 x 50 Zentimetern entdeckt. Fahrzeugkontrollen ergaben, dass der Boden eines Fahrzeuges beim Halt an der Tankstelle in Kontakt mit einem Objekt gekommen war, was zur Ölspur geführt hatte.

Nach der Aufnahme des Öles durch Adsorptionsmatten und der Ausbringung eines Neutralisierungsmittels, bestätigte die Feuerwehr Futaba am heutigen Mittwoch um 9:38 Uhr, dass es sich bei dem Ereignis nicht um einen schwerwiegenden Unfall gehandelt habe.

Gespräche zur Dekontamination von Gewässern: Im Rahmen von nichtöffentlichen Gesprächen, berieten 150 Verantwortliche für Dekontamination und Gemeindevertreter über mögliche Maßnahmen zur Dekontamination von Teichen und landwirtschaftlichen Bewässerungssystemen.

Im Februar 2014 war die Nutzung von  radioaktiv kontaminierte Wasserrervoirs zur Bewässerung als ungefährlich eingestuft worden, bevor am 24. März 2014 dann an einigen Reservoirs hohe radioaktive Belastungen nachgewiesen werden konnten.

In den Gesprächen wurden sowohl die staatlichen Richtlinien bewertet, als auch Probleme künftiger Dekontaminationsmaßnahmen diskutiert. Die zusätzliche Arbeitsbelastung und potentielle Gesundheitsgefährdung für die Arbeiter gehörten für die betroffenen Gemeinden zu den problematischen Punkten.

Vertreter des Umweltministeriums, des Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF), sowie des Ministeriums für Wiederaufbau, demonstrierten sowohl für Dekontaminationstechnologien, als auch einen ersten Entwurf zur finanziellen Unterstützung.

Für die Dekontamination von Teichen und ähnlichen Strukturen, gibt es keine staatlichen Vorgaben zu Maximalwerten, oder den Auswirkungen auf eine Wiederaufnahme der Landwirtschaft. berichten Präfekturmedien.

Sicherheitsplan für AKW Oi verschärft: Kanasai Electric, Betreiber des AKW Oi, hat aufgrund einer Forderung der Atomaufsicht NRA ihre bisherigen Schätzungen für die Auswirkungen eines Erdbebens auf die Kraftwerksanlage überarbeitet.

So wurde die Tiefe des möglichen Epizentrums von vier Kilometern Tiefe auf drei Kilometer geändert, so dass es zu heftigeren Erschütterungen durch das Erdbeben kommen würde. Diese Neueinschätzung macht zahlreiche Nachbesserungen an der Anlage erforderlich.

Auch wenn Kunihiko Shimazaki von der Atomaufsicht diese Überarbeitung begrüßt, so stellt sie einen Rückschlag für die Pläne zum schnellen Neustart der Anlage dar, wie es vom Betreiber und der Regierung erhofft wurde.

Damit sieht sich Japan erstmals seit der Fukushima-Katastrophe im März 2011, mit einem Sommer ohne Atomstrom konfrontiert. Dies berichtete die NHK. Ob der hohe Elektrizitätsbedarf für Klimaanlagen und andere Kühleinrichtungen ohne Engpässe und Ausfälle zu bewältigen ist, bleibt abzuwarten.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here