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Fukushima aktuell: ALPS-Filtersystem vollständig gestoppt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Kontrolle des ALPS-Filtersystems (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kontrolle des ALPS-Filtersystems (Foto: TEPCO)

Während die Umfrage einer japanischen Tageszeitung bei 59 Prozent der Befragten eine kritische Haltung gegen Neustarts ermittelte, stieß Kraftwerksbetreiber TEPCO am AKW Fukushima heute an einem Filtersystem auf Probleme.

Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. März 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Vollständiger Stopp des ALPS-Filtersystems
  • Mehrheit der Dekontaminationsunternehmen verstoßen gegen Arbeitsrecht
  • Gesetz zur Prüfung von Kraftwerksarbeitern geplant
  • Pflegeheime in Fukushima suchen Arbeitskräfte

Vollständiger Stopp des ALPS-Filtersystems: Am heutigen Dienstag wurde die Einheit B des Multinuklid-Filtersystems ALPS, um 12:04 Uhr, für Arbeiten zur Säurereinigung der Filter angehalten.Wie in diesem Zusammenhang entdeckt wurde, ergaben die Analyseergebnisse am Montag eine unzureichende Filterung.

Die Konzentration der Betastrahler war nur um ein Zehntel verringert worden, während die Normalleistung des Filtersystems eine Reduktion auf ein Millionstel des Ausgangswerts ermöglicht.

Als Reaktion auf die Entdeckung, wurde um 13:38 Uhr, auch die Einheit A und eine Minute später auch Einheit C des ALPS vorsorglich abgestellt, um kein ungefiltertes Wasser freizugeben. Die genauen Hintergründe werden nach Angaben von TEPCO noch ermittelt. Ein Neustart wird erst in einem Monat, Ende April, erwartet.

AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage ALPS (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage ALPS (Foto: TEPCO)

Das Multinuklid-Filtersystem ALPS, wird von TEPCO als eines der wichtigsten Elemente bei der Bewältigung der radioaktiven Abwässern angesehen – hatte in der Vergangenheit jedoch mehrfach mit Problemen zu kämpfen.

So war es mehrfach zu Lecks am Filtersystem gekommen. Im Juni/Juli 2013 gab es Meldungen über Korrosion im ALPS-Tank und im September 2013 waren Gummimatten in einem Tank zurückgelassen worden.

Den bislang letzten derartigen Stillstand der Anlage, hatte es Anfang diesen Jahres gegeben. Zuletzt gab es einen Stopp aller ALPS-Einheiten im Januar 2014.

Mehrheit der Dekontaminationsunternehmen verstoßen gegen Arbeitsrecht: Das Arbeitsamt der Präfektur Fukushima, führte zwischen Juni und Dezember 2012 bei 660 Unternehmen, die mit Dekontaminationsarbeiten betraut sind, Stichprobenkontrollen durch.

Dekontamination mit Gebläse am 25. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Dekontamination mit Gebläse am 25. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Das Ergebnis ist bemerkenswert. Bei insgesamt 446 Unterntehmen wurden Verstöße gegen das Arbeitsrecht festgestellt. Damit haben 67,6 Prozent der Arbeitgeber ihre Angestellten nicht nach geltenden Gesetzen behandelt.

In 742 Einzelfällen wurden in den Dokumenten Fehler bei der Erläuterung der Bezahlung, oder unzureichende Auszahlung von Überstunden und sonstigen Extraleistungen nachgewiesen. Auch bei den Bestimmungen zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten wurden Verstöße festgestellt.

In 363 Einzelfällen wurde der richtige Gebrauch von Atemschutzmasken und Dosimetern nicht angewiesen, oder den Dekontaminationskräften die zustehenden Gesundheitskontrollen nicht durchgeführt.

Damit gibt es praktisch keine Verbesserungen im Vergleich zu einer ähnlichen Kontrolle, die bereits zuvor zwischen Januar und Juli 2012 bei 387 Unternehmen durchgeführt worden war. Damals war bei 68 Prozent aller Unternehmen derartige Verstöße gegen das Arbeitsrecht entdeckt worden.

Sollten die Verwarnung der Unternehmen und die Aufforderung, das illlegale Vorgehen einzustellen. Sollten sich bei weiteren Kontrollen keine Verbesserungen ergeben, so könnte eine Verschärfung der Maßnahmen, bis zur Weitergabe der Unternehmensverstöße, an die Staatsanwaltschaft folgen. Das berichtete die NHK.

Gesetz zur Prüfung von Kraftwerksarbeitern geplant: Ein von der Atomaufsicht NRA eingesetzter Ausschuss, zur Erarbeitung von Sicherheitskonzepten für Atomanlagen gegen terroristische Angriffe, ist sich einig, dass Japan eine gesetzliche Grundlage für Background-Checks potentieller Arbeitskräfte an diesen Anlagen benötigt.

Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Die Möglichkeit, Terroristen könnten sich in derartige Betriebe einschleusen, stelle eine ernst zu nehmende Bedrohung dar.

Andere Staaten verfügen bereits über Gesetze, die eine Kontrolle von persönlichen Informationen, etwa aus dem Strafregister, vor der Einstellung von Beschäftigten in Nuklearanlagen wie etwa Kernkraftwerken, erlauben.

Auch wenn die Notwendigkeit einer entsprechenden Regelung auch in Japan notwendig scheint, wird noch über die Verantwortlichkeit der Durchführung von Sicherheitsprüfungen, die Einhaltung des Datenschutzes und welche Art von Arbeiter zum Ziel der Kontrollen werden soll, beraten.

Diese Fragen werden voraussichtlich auch Inhalt der Diskussionen beim Atomsicherheitsgipfel in den Niederlanden kommende Woche werden. Die Treffen des japanischen Ausschusses hatten seit vergangenem März hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Hierüber berichtete die NHK.

Pflegeheime in Fukushima suchen Arbeitskräfte: In den Gebieten, die besonders von den Tohoku-Katastrophen betroffen sind, steigt die Zahl an Senioren, die Betreuung oder Pflege bedürfen. Insbesondere in der Präfektur Fukushima besteht jedoch ein gravierender Notstand bei Pflegekräften, insbesondere aufgrund der Evakuierung.

Higashigaoka Schule fuer Krankenpflege, Tokyo (Foto: pd)
Higashigaoka Schule für Krankenpflege der medizinischen Universität Tokyo (Foto: pd)

Da vor allem Personen aus der Altersgruppe zwischen 20 bis 40 Jahre die Präfektur verließen, diese jedoch statistisch die Hauptquelle für Pflegekräfte darstellt, sieht sich die gesamte Region einem schwerwiegenden Problem gegenüber. Nun greifen die Behörden zu Sondermaßnahmen, um die Arbeit attraktiver zu machen.

Unter besonderen Bedingungen können dann auch Personen aus anderen Regionen, unabhängig von Alter oder Qualifikation, die Arbeit in den Pflegeeinrichtungen der Küstenregion von Fukushima antreten. Verbunden ist damit jedoch eine Schulung zum Erwerb einer Lizenz als Hauspflegekraft.

Demnach können potentielle Pflegekräfte von außerhalb der Präfektur Fukushima, vom Fiskaljahr 2014 an, bis zu 450.000 Yen vom Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales erhalten, um damit Umschulungsgebühren (Unterstützung mit 150.000 Yen) und Umzugskosten (Zuschuss von 300.000 Yen)  für Interessenten zu dämpfen.

Über die Maßnahme zur Anwerbung von Pflegekräften für die Küstenregion in Fukushima, berichtete die Yomiuri Shimbun.

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