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Fukushima aktuell: ALPS-Neustart zum Jahresende geplant

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Artikelbild - AKW Fukushima: Adsorptionsturm der ALPS-Anlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Teil des ALPS im März 2013 (Foto: TEPCO)

Pünktlich zu Wochenende und Monatsbeginn bringt das AKW Fukushima heute einmal vergleichsweise positive Meldungen, auch wenn in vielen Bereichen immer noch ungelöste Probleme und Ungewissheit bestehen. Detailliertere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. August 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • ALPS-Komplettneustart für Dezember geplant
  • Hitzeschlag-Diagnose bei AKW-Arbeiter ergänzt
  • Keine Inkorporation bei kontaminiertem AKW-Arbeiter
  • Verklappung von Grundwasser fortgeführt

ALPS-Komplettneustart für Dezember geplant: Der im März 2013 begonnene Testlauf des Multinuklid-Filtersystem ALPS, hätte bereits im April in den Regelbetrieb übergehen sollen. Aufgrund einer Pannenserie kam es jedoch erst im Juni 2014 zum Start aller drei ALPS-Einheiten.

AKW Fukushima: Überwachung des Multinuklid-Filtersystems ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Überwachung des Multinuklid-Filtersystems ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte der Betreiber TEPCO angekündigt, die erfolgreich laufende Anlage schrittweise wieder abzustellen, um Arbeiten an den drei Einheiten durchführen zu können.

Wichtigstes Ziel dabei ist die Leistungssteigerung, da etwa Eintrübungen des Filterwassers eine mangelnde Filterung einiger Substanzen belegt hatten.

Am gestrigen Donnerstag kündigte das Unternehmen an, man rechne damit, im Dezember alle drei Einheiten des ALPS wieder in Betrieb nehmen zu können. Das berichtete die Kyodo.

Das System ist in der Lage, 62 radioaktive Nuklide zu filtern und gilt neben der Grundwasserbarriere durch den Eiswall, die Trockenlegung der vollgelaufenen Versorgungstunnel und der Verklappung von Grundwasser als wichtige Maßnahme bei der Bewältigung der anfallenden Wassermassen auf der Anlage.

Hitzeschlag-Diagnose bei AKW-Arbeiter ergänzt: Gestern berichteten wir an dieser Stelle über die Diagnose eines Hitzschlags bei einem der Fukushima-Arbeiter und die Einlieferung in eine Klinik. Heute gab Kraftwerksbetreiber neue Erkenntnisse bekannt. Demnach wurde bei den medizinischen Untersuchungen eine chronische Erkrankung des Beschäftigten entdeckt. Weitere Angaben gibt es bislang nicht.

Kraftwerksarbeiter waren in der Vergangenheit immer wieder Thema von Medienberichten – sowohl die Umstände der Unterbringung unmittelbar nach Beginn der Krise, als auch der Umstand, dass Subunternehmen ungelernte Personen mit fragwürdigen Arbeitsverträgen, teils ohne Versicherungsschutz anwarben, hatten für kurzfristiges Aufsehen gesorgt.

Keine Inkorporation bei kontaminiertem AKW-Arbeiter: Nachdem im Rahmen einer Strahlungskontrolle am gestrigen Donnerstag eine radioaktive Kontamination des Mundbereichs nachgewiesen wurde, ordnete TEPCO die Untersuchung des betroffenen Kraftwerksarbeiters mit einem Ganzkörperzähler an.

Ganzkörperzähler am AKW Fukushima im November 2011 (Foto: TEPCO)
Ganzkörperzähler am AKW Fukushima (Foto: TEPCO)

Eine nähere Untersuchung, sowie die veranlasste Messung ergaben jedoch keine Belastung innerhalb von Nasen- und Mundraum und auch eine inkorporierte Strahlungsbelastung wurde nicht festgestellt.

In der Vergangenheit hatten unsachgemäße Handhabung der Atemschutzmaske und der Kontakt der Schutzhandschuhe mit dem Gesicht zu ähnlichen Meldungen geführt.

Verklappung von Grundwasser fortgeführt: Am heutigen Freitag wurde um 10:27 Uhr mit der Einleitung von Grundwasser in den Pazifik begonnen. Die Maßnahme war um 19:09 Uhr abgeschlossen. Insgesamt wurden bei dieser Aktion 2.140 Tonnen verklappt. Nach Angaben des AKW-Betreibers gab es keine Zwischenfälle.

Auch wenn die Grundwasserumleitung bei zwei Prüfungen keinen Erfolg nachwies und das erhoffte Sinken des Grundwasserpegels nicht eintrat, hält TEPCO weiter an der Maßnahme fest und wartet künftige Entwicklungen ab. Im Rahmen des Projekts wird aus den Bergen kommendes Grundwasser in Sonderbehälter umgeleitet, analysiert und anschließend in den Pazifik geleitet.

Es geht dabei vor allem darum, den Wasserfluss unter das Kraftwerksgelände zu begrenzen. Andernfalls trägt das Grundwasser, das durch die Abwässer aus den Reaktorgebäuden radioaktiv kontaminiert wird, zur stetig steigenden Zahl an Lagertanks bei. Die Lagertanks gefährden langfristig die Gesundheit von Kraftwerksarbeitern.

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