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Fukushima aktuell: Analyse von Krebsfällen nach AKW-Krise

Geballtes Expertenwissen soll Unklarheiten beseitigen

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Artikelbild - Schilddrüse (Grafik: pd)
Schilddrüsenkrebs in Fukushima wird internationales Expertenthema (Grafik: pd)

Das Risiko von Schilddrüsenkrebs ist für viele Einwohner von Fukushima heute noch ein Angstfaktor, dem jedoch nun entgegengetreten werden soll, wie die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News zeigen.

Weitere Meldungen betreffen die Lebensmittelsicherheit, das Mobbing von Evakuierten und die monatlichen Zahlen zur Belastung der Kraftwerksarbeiter. Alle Informationen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 31. Mai 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Internationales Projekt zu Schilddrüsenkrebs und Strahlungsfolgen
  • Bürgermeisterin von Yokohama trifft Opfer von Fukushima-Mobbing
  • Image von Lebensmitteln aus Fukushima bessert sich
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
Internationales Projekt zu Schilddrüsenkrebs und Strahlungsfolgen

Das Umweltministerium und die Präfektur Fukushima haben die Durchführung internationaler Expertentreffens beschlossen, um den kausalen Zusammenhang zwischen der AKW-Krise und Schilddrüsenkrebs näher zu untersuchen.

Die Entscheidung ist eine Reaktion auf die anhaltende Besorgnis in der Bevölkerung über die Möglichkeit langfristiger gesundheitlichen Auswirkung einer Strahlungsbelastung.

An den Treffen sollen Ärzte und Forscher aus dem In- und Ausland beteiligt werden und sich eine Zusammenarbeit aus Experten der verschiedenen Fachgebiete – Strahlungsfolgen, Krebserkrankung, Schilddrüsenprobleme usw. – ergeben.

Bei mehreren Treffen sollen die Ergebnisse der Schilddrüsentests und der Strahlungsdosis analysiert und miteinander abgeglichen werden – unter Einbeziehung von Einrichtungen und Organisationen aus den Bereichen Medizin und Strahlenschutz.

Das Ergebnis der interdisziplinären Analysen werden dann in einem Bericht zusammengefasst. Zunächst will die Präfektur jedoch am 5. Juni bei einem öffentlichen Treffen die genauen Umstände des Projekts bekannt geben.

Grundlagen für die Analysen sind die Untersuchungsreihen bei Bürgern der Präfektur Fukushima die zwischen 2011 und 2013 sowie 2014 und 2015 durchgeführt worden waren. Eine dritte Untersuchungsreihe umfasst den Zeitraum von 2016 und 2017.

Im Rahmen dieser Screenings wurden zunächst Personen untersucht, die beim Ausbruch der Krise unter 18 Jahre alt waren, wurde dann auf Personen die im Jahr 2011 geboren wurden ausgeweitet und in der dritten Reihe bereits über 20 Jahre alt waren.

Es ist geplant, künftig alle fünf Jahre diese Kontrollen durchzuführen, auch wenn in der Präfektur Fukushima zwischenzeitlich  die Forderung nach einem Umdenken bei den Schilddrüsenkontrollen laut geworden war und die Glaubwürdigkeit der Tests bezweifelt wurde.

Über die aktuellen Pläne berichteten Präfekturmedien.

Bürgermeisterin von Yokohama trifft Opfer von Fukushima-Mobbing

Nachdem das Bekanntwerden eines Mobbing-Falls in Yokohama im November 2016 zu einer Welle weiterer Berichte aus anderen Teilen des Landes geführt hatte, folgten Versprechungen den Vorwürfen nachzugehen und die Angelegenheit zu untersuchen.

Aus verschiedenen Regionen berichteten Menschen, die aufgrund der AKW-Krise ihre Heimatorte in Fukushima verlassen hatten, über Mobbing aufgrund ihrer Herkunft. Beteiligt waren Vorgesetzte, Kollegen, Lehrer und Mitschüler.

Jetzt hat die Bürgermeisterin von Yokohama erstmals den Schüler und dessen Mutter empfangen und ein Privatgespräch von 15 Minuten Dauer geführt. im Februar 2017 hatten Schule und Behörden die Versäumnisse eingeräumt und sich entschuldigt.

Wie ein Rechtsanwalt der Familie berichtet, habe der Junge bei dem Treffen erklärt, wenn Mobbing nicht erst genommen würde, habe man das Gefühl, niemanden an seiner Seite zu haben. Eine ähnliche Erfahrung wünsche er niemandem.

Bürgermeisterin Fumiko Hayashi versprach, man werde künftig besser auf entsprechende Meldungen reagieren. Das berichteten Präfekturmedien.

Image von Lebensmitteln aus Fukushima bessert sich

Mehrere Umfragen bei Frauen zwischen 20 und 69 Jahren aus unterschiedlichen Landesteilen, die regelmäßig Lebensmittel kaufen, zeigen eine steigende Akzeptanz von Produkten aus der Präfektur Fukushima.

Tokyo: Waren auf dem Ameyoko (Foto: Copyright by KJ)
Präfektur Fukushima: Ruf der Lebensmittel bessert sich (Symbolfoto: Copyright by KJ)

Die Verbraucherbefragungen erfolgten im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF).

Die gestern veröffentlichten Zahlen von 1.500 Befragten ergaben, dass etwa 60 Prozent der befragten von der Sicherheit der Lebensmittel mehr oder weniger überzeugt sind.

Mehr als 80 Prozent aller Befragten gaben an, die Produkte seien „wohlschmeckend“.

Doch auch wenn die Bereitschaft, den Reis aus der Präfektur zu kaufen bei 64,4 Prozent liegt, ist die Präsenz der Produkte in den Läden offenbar beschränkt, so dass der Prozentsatz der tatsächlichen Käufe nur bei 13,8 Prozent liegt.

Für Gemüse und Obst weisen ähnliche Entwicklungen auf, so dass man als Reaktion auf die Nachfrage und das mangelnde Angebot nun stärker Waren liefern und verkaufen will.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Wie zum Ende jedes Monats gab der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi auch heute die Statistiken für den Vormonat an die zuständige Behörde weiter.

Am heutigen Mittwoch übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den April 2017.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag im April bei 10,09 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden bei den Angestellten keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Mai befassen wird, soll gegen Ende Juni eingereicht werden.

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