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Fukushima aktuell: Analysen von Material aus Reaktoren veranlasst

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Klumpen am Boden des Sicherheitsbehälters, 22. Juli 2017 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Klumpen am Boden des Sicherheitsbehälters, 22. Juli 2017 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO)

Mit der Weitergabe von radioaktiven Materialproben hat der Betreiber des AKW Fukushima heute einen neuen Schritt getan, um den Verbleib der geschmolzenen Brennelemente zu klären.

Weniger angenehm für TEPCO sind dagegen die Fukushima News über ein aktuelles Gerichtsurteil. Beide Themen finden sich jedoch gleichermaßen im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. September 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Erstmals externe Analyse von Material aus Sicherheitsbehältern
  • Zweites Entschädigungsurteil gegen TEPCO
Erstmals externe Analyse von Material aus Sicherheitsbehälter

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gestern mitteilte, wurden Proben von Material, die aus den Sicherheitsbehältern der Reaktoren 1 und 2 entnommen werden konnten, zur unabhängigen Analyse an externe Organisationen weitergegeben.

Ein Teil der Proben geht an die Anlage der japanischen Atomenergiebehörde (JAEA) in der Ortschaft Oarai, während die zweite Hälfte dem japanischen Institut zur Entwicklung von Kernbrennstoffen (NDF) zur Untersuchung vorgelegt wird.

Nach Angaben von TEPCO ist es das erste Mal, dass Objekte aus den Sicherheitsbehältern der Reaktoren außerhalb des Kernkraftwerks untersucht werden.

Es handelt sich um Ablagerungen vom Boden des Sicherheitsbehälters in Reaktor 1 und Material, dass bei der Untersuchung von Reaktor 2 an Rohren gesichert werden konnte.

Die Analyse des radioaktiven Materials werde zwar mehrere Monate in Anspruch nehmen, jedoch könne durch den Nachweis von Uran oder Plutonium festgestellt werden, ob es sich um Substanzen handelt die aus geschmolzenen Brennelementen entstanden.

Damit würden die Analysen schließlich jene Klarheit bieten, die weder wiederholte Myonen-Scans der Gebäude, noch der mehrfache Einsatz von Robotern im Inneren bieten konnten. Über diese Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

Zweites Entschädigungsurteil gegen TEPCO

Am heutigen Freitag verpflichtete ein Gericht in der Präfektur Chiba den Energieanbieter TEPCO zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 376 Millionen Yen an 42 der insgesamt 45 Kläger.

Diese hatten sowohl den Kraftwerksbetreiber als auch TEPCO wegen der Folgen verklagt, die sie durch die Kernschmelzen am AKW Fukushima Daiichi im März 2011 erlitten hatten und deren Auswirkungen bis heute für sie spürbar sind.

Der Vorsitzende Richter Masaru Sakamoto sah zwar kein gänzliches Versagen des Unternehmens bei der Sicherung der Anlage, hielt die psychologischen Auswirkungen jedoch für hinreichend, um einer Entschädigungsklage statt zu geben.

Es handelt sich um das zweite Urteil gegen TEPCO, das eine Entschädigung verlangt. Zuvor hatte im März  ein Gericht in Maebashi sowohl das Unternehmen, als auch die Regierung zur Zahlung von insgesamt 38,55 Millionen Yen verpflichtet.

Doch diesmal ging die japanische Regierung straffrei aus dem Prozess hervor.

Zwar sei man bei der Risikoeinschätzung auf die Möglichkeit eines solchen Tsunami gestoßen – doch konnte nicht nachgewiesen werden, dass weitere Sicherheitsmaßnahmen die Katastrophe definitiv verhindert hätten.

Über das Urteil berichteten mehrere japanische Medien, darunter Kyodo, Asahi Shimbun und NHK.

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