Start Aktuelles Fukushima aktuell: Angst vor Folgen der AKW-Katastrophe sinkt

Fukushima aktuell: Angst vor Folgen der AKW-Katastrophe sinkt

1866
0
TEILEN
Artikelbild: Weg durch die Katastrophenregion Tohoku (Copyright: Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Folgen der Fukushima-Katastrophe verlieren ihren Schrecken (Symbolfoto: Copyright: Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Auch wenn man bekanntlich keiner Statistik trauen soll, die man nicht selber gefälscht hat, scheint zumindest auf dem Papier die Katastrophe von Fukushima heute für die Betroffenen weniger bedrohlich zu wirken, als in den Jahren zuvor.

Was es damit auf sich hat und weitere Fukushima News finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. November 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Angst vor Fukushima-Folgen geht zurück
  • Leckfund am AKW nach Alarm bestätigt
  • Geplante Wiederbelebung von Sperrgebietsgemeinde mit Hindernissen

Angst vor Fukushima-Folgen geht zurück: Laut den gestern bekannt gegebenen Ergebnissen der jährlichen Umfrage durch die Präfekturverwaltung Fukushima, geht die Angst vor den langfristigen Gesundheitsfolgen der Kraftwerkskatastrophe leicht zurück.

Die im Juli durchgeführten Befragung von 1.300 Personen über 15 Jahren ergab 713 gültige Antworten, die anschließend ausgewertet wurden.

Den aktuellen Zahlen zufolge gaben 47,8 Prozent an, Sorge wegen der Langzeitfolgen zu haben. Das ist ein Rückgang um 3,5 Punkte im Vergleich zum Vorjahr.

Die Ansicht, in Gebieten zu leben, ohne Angst vor Strahlung haben zu müssen, bejahten 44,2 Prozent, ein Plus von 6 Punkten. Besorgnis über die Sicherheit des Wohnorts äußerten 23,9 Prozent, was einem Rückgang um 5,8 Punkten entspricht. Unsicher über die Situation waren sich 23,9 Prozent. Das ist eine Zunahme von 5,8 Punkten im Vergleich zum Vorjahr.

Die Sicherheitslage in der Region wird von 34,9 Prozent der Befragten als „gut“ empfunden, was einem Plus von 3,4 Punkten entspricht.

An Informationen wünschten sich 62,4 Prozent der Befragten die Daten zur Sicherheit von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten. Das zeigt einen Rückgang der Besorgnis in Lebensmittelfragen um 6,8 Punkte. Im Bezug auf Gesundheitsfolgen gaben 61.6 Prozent an, an weitergehenden Informationen Interesse zu haben.

Leckfund am AKW nach Alarm bestätigt: Am heutigen Donnerstag schlug ein Leckdetektor am AKW Fukushima Alarm. Aufgrund dieser Warnung wurde der Transfer von angesammeltem Wasser aus einem Turbinengebäude in das Gebäude zur Verbrennung von Abfällen abgestellt.

AKW Fukushima: Leckbereich am 5. November 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckbereich am 5. November 2015 (Foto: TEPCO)

Da sich der Leckdetektor im Turbinengebäude von Reaktor 2 befindet, wurde dort eine Untersuchung durchgeführt. Dabei entdeckte ein TEPCO-Beschäftigter zwei Wasserlachen und weiteres Wasser, dass aus einem Vinylschlauch tropfte.

Die tiefere der Lachen (2m x 5m) befand sich innerhalb der Betonbarriere, während die zweite Lache (5m x 5m) außerhalb des gesicherten Bereichs lag. Da die Anlage in einem Gebäude steht, geht man derzeit nicht davon aus, dass Wasser in die Umwelt gelangte.

Eine genauere Untersuchung steht noch aus. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO in einer aktuellen Meldung.

Geplante Wiederbelebung von Sperrgebietsgemeinde mit Hindernissen: Die Sperrgebietsgemeinde Okuma, deren Wohngebiete zu einem großen Teil als Bereiche mit unklarer Rückkehraussicht eingestuft werden, strebt eine vollständige Neugestaltung an.

Ein Wiederaufbauzentrum in einem Wohngebiet mit deutlich geringerer Strahlungsbelastung, soll Mittelpunkt der neuen Ortschaft werden. Dort sollen auf einer Fläche von etwa 40 Hektar  dann Häuser für etwa 3.000 Personen entstehen.

Neben Kraftwerksarbeitern sollen dies auch Einwohner von Okuma sein. Der neue Komplex entspräche gerade einmal 0,5 der ursprünglichen Gemeindefläche.

Gegenwärtig befindet sich die Stadtverwaltung von Okuma provisorisch in einem Büro in Aizu-Wakamatsu und teilt somit das Schicksal von 1.500 früheren Einwohnern, die dort in Übergangshäusern leben.

Trotz der im September 2014 geäußerten Bereitschaft, als Standort eines Zwischenlagers für radioaktiv belastete Dekontaminationsabfälle zu dienen, wollen vor allem Senioren  in ihren Heimatort zurück.

Dies ist einer der Gründe, weshalb erste, bereits im März diesen Jahres gemachte Pläne zur Schaffung einer kleinen Ortschaft im Bezirk Ogawara, nicht die Wiedereröffnung von Grundschulen und Kindergärten vorsehen – Eltern mit Kindern wollen mehrheitlich nicht zurück.

Auch die ausgeweiteten Pläne sehen angesichts der Mehrheit an Senioren mit Rückkehrwunsch bislang nicht den Wiederaufbau großer Infrastruktur vor. Die Organisation der geplanten Arbeiten sieht sich bereits jetzt Problemen gegenüber.

Das größte Hindernis für den Wiederaufbau in Okuma ist, dass niemand diesen Job machen will. Während der bisherige Bürgermeister nicht mehr kandidieren will, fehlt es an freiwilligen Nachfolgern. Die Herausforderung wird als zu groß angesehen, berichtet die Mainichi Shimbun.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here