Start Aktuelles Fukushima aktuell: Anonymer Autor des AKW-Manga hielt Vortrag

Fukushima aktuell: Anonymer Autor des AKW-Manga hielt Vortrag

Manga-Autor stellte sich in Fukushima auch Fragen des Publikums

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Artikelbild - Messgerät mit Autogramm von Kazuto Tatsuta (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)
Messgerät mit Autogramm von Kazuto Tatsuta (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Wenn ein Manga-Autor den Weg in die Fukushima News schafft, weiß vermutlich jeder, der sich mit dem Thema Fukushima heute noch befasst, von wem die Rede ist. Tatsächlich weiß man aber so gut wie gar nichts über diesen Mann.

Welche Motive er nun hat, trotz seines Pseudonyms in die Öffentlichkeit zu treten, erfährt man im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. August 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Rätselhafter Zeichner des Fukushima-Manga hielt Vortrag
  • Kleines Wasserleck an ALPS-Einheit
Rätselhafter Zeichner des Fukushima-Manga hielt Vortrag

Der Manga-Zeichner Kazuto Tatsuta, der mit seinem Werk „1F“ (ichi efu) über seine Tätigkeit als Helfer während der Akutphase am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi bekannt wurde, hielt gestern eine Vorlesung

Der nur unter seinem Pseudonym bekannte Autor erschien bei der Veranstaltung in Minamisoma maskiert. Es war das erste Mal, dass er einen öffentlichen Auftritt in der Präfektur Fukushima hatte. Etwa 60 Personen waren anwesend.

Als Grund für seine Entscheidung, am AKW Fukushima Daiichi zu arbeiten gab er an, es wären viele Falschinformationen im Umlauf gewesen, so dass er sich selbst mit eigenen Augen einen Eindruck von der tatsächlichen Situation machen wollte.

Auch mehr als sechs Jahre nach den Ereignissen sei die Fukushima-Krise immer noch ein Thema und sowohl Ablehnung von Menschen aus der Präfektur, als auch Desinteresse an der Situation von Evakuierten, würden weiterhin bestehen.

Ihm sei es daher besonders wichtig darauf hinzuweisen, welch große Bedeutung sachlich korrekte Berichterstattung und Information für die Öffentlichkeit haben.

Bei der anschließenden Frage-und-Antwort-Runde wurde der anonyme Autor zum Grund seiner Maskierung befragt. Tatsuta erklärte, er wolle auch in Zukunft wieder an Kernkraftwerken arbeiten. Daher sei es erforderlich, seine Identität zu verschleiern.

Weitere Fragen betrafen seine Erinnerungen an die Ereignisse, sowie – ganz in seinem Sinne – die Möglichkeiten zur Unterscheidung von Falschmeldungen und Wahrheit.

Im Laufe der Veranstaltung stellte er auch einige selbst getextete Lieder vor, mit denen er ebenfalls die Erinnerung an die Ereignisse lebendig halten wolle. Mit dem Singen der Lieder endete auch die Veranstaltung. Das berichteten Präfekturmedien.

Sonstiges

Kazuto Tatsutas mehrbändiges Werk über seine Zeit als AKW-Arbeiter, wurde unter dem Titel „Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushimaauch ins Deutsche übersetzt.

Einige Kritiker werfen ihm vor, den Verlauf der Dekontaminationsarbeiten zu positiv zu schildern und den Kraftwerksbetreiber TEPCO nicht zu kritisieren. Sie sehen sein Werk als Propaganda.

Unbestreitbar ist er aber, neben dem „Fukushima Pointing Man“, eine der bemerkenswertesten Figuren rund um die Tohoku-Katastrophen vom März 2011.

Kleines Wasserleck an ALPS-Einheit

Am gestrigen Mittwoch wurde der Kraftwerksbetreiber gegen 14:14 Uhr über einen möglichen Wasseraustritt an Einheit A des Multinuklid-Filtersystems auf dem Gelände in Kenntnis gesetzt. Das Leck war fünf Minuten zuvor entdeckt worden.

Angestellte eines Partnerunternehmens, entdeckten heraustropfendes Wasser, das sich als Pfütze auf einer Fläche von 10cm x 50cm ausgebreitet hatte. Der Tropfvorgang dauerte zunächst noch mit einer Geschwindigkeit von einem Tropfen pro Sekunde an.

Nach Entfernung eines Teils der Wärmeisolierung, konnten keine Schäden an der Leitung festgestellt werden. Auch ein Neustart der Zirkulationspumpe und die Kontrolle des Drucks brachten bis 17:20 Uhr keine Hinweise auf ein mögliches Leck.

Das bereits ausgetretene Wasser wurde entsorgt und die Untersuchung der genauen Umstände angeordnet. Soweit der gestrige Stand der Dinge.

Heute wurden weitere Informationen veröffentlicht. Demnach gelangte das Wasser offenbar an einer Leitung oberhalb des Ablassventils hinaus. An den Risikostellen wurden daraufhin Abdichtungsarbeiten durchgeführt. Ein Wasseraustritt wurde nicht mehr festgestellt.

Über die Ereignisse berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.