Fukushima aktuell: Anteil übergewichtiger Kinder in der Präfektur gesunken

Fukushima aktuell: Anteil übergewichtiger Kinder in der Präfektur gesunken

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Artikelbild - Übergangshaussiedlung (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Präfektur Fukushima: Bewegungsmangel nach Katastrophe förderte Übergewicht bei Kindern (Symbolfoto: Übergangshäuser, Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Zahlreiche neue Meldungen kann die Präfektur Fukushima heute melden. Neben Erdbeben und radioaktiver Kontamination spielen dabei unter anderem auch die Olympischen Spiele in Tokyo eine Rolle.

Weitere Fukushima News finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Januar 2016.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Übergewicht bei Kindern in Fukushima gesunken
  • TEPCO äußert sich zu Fukushima-Erdbeben
  • Zwei Gastgeberstädte der Olympischen Spiele 2020 liegen in Fukushima
  • Auswertung der landwirtschaftlichen Dekontamination in Tomioka angesetzt
  • Testtransport zu Zwischenlager
  • Daten zur Freisetzung von radioaktivem Material

Übergewicht bei Kindern in Fukushima gesunken: Erste Ergebnisse einer Untersuchung des Bildungsministeriums  vom vergangenen Freitag zeigen, dass der Anteil von Kindern mit Übergewicht in der Präfektur Fukushima im Fiskaljahr 2015 erstmals wieder zurückging.

Viele Kinder und Jugendliche hatten im Zuge der AKW-Krise wenig Bewegung, da körperliche Betätigung im Rahmen des Sportunterrichts von Schulen aufgrund des radioaktiven Fallouts stark eingeschränkt wurde.

Auch ließen viele Eltern ihre Kinder aus Sorge vor der Kontamination durch radioaktiven Niederschlag oftmals keine Freizeitaktivitäten außer Haus zu. Die Folge des Bewegungsmangels war die Zunahme von übergewichtigen Kindern.

In zehn der 13 Schulklassen ab der Grundschule sank der Anteil der Kinder, die 20 Prozent oder mehr über dem Normalgewicht liegen. Während Fukushima in den Fiskaljahren 2012 bis 2014 diesbezüglich die höchste Rate aller 47 Präfekturen hatte, gehört sie nun nicht mehr zu den Spitzenreitern.

Der erfreuliche Rückgang führt das Bildungsministerium auf Initiativen des Bildungsausschuss der Präfektur Fukushima zurück. Diese hatten ein Programm zur Förderung sportlicher Aktivität und Motivationsangebote auf den Weg gebracht. Über den Erfolg berichtete die jiji.

TEPCO äußert sich zu Fukushima-Erdbeben: Am heutigen Montag kam es gegen 2:13 Uhr vor der Küste der Präfektur Fukushima zu einem Erdbeben der Magnitude 4,2. Dies war für Kraftwerksbetreiber TEPCO Anlass genug, eine Presseerklärung zu veröffentlichen.

Demnach habe es weder am AKW Fukushima Daiichi (F1) noch am AKW Fukushima Daini (F2) Auffälligkeiten, die zur Störung des Betriebs führen könnten, gegeben.

Zwei Gastgeberstädte der Olympischen Spiele 2020 liegen in Fukushima: Um den Austausch zwischen den internationalen Athleten und den Einwohnern zu fördern, wurden die Städte Inawashiro und Koriyama den Sportlern aus Ghana und der Niederlande zugewiesen.

Das Gastgeber-Projekt umfasst neben Fukushima auch die Präfekturen Iwate und Miyagi, die besonders schwer von den Tohoku-Katastrophen 2011 getroffen worden waren.

Das Austauschprogramm soll unter anderem Gerüchte über die Gefährdung durch Radioaktivität bekämpfen und den Wiederaufbau der Region Tohoku fördern. Über diese Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

Fukushima-Kalender 2016: Gerade noch den Januar erwischt, hat der Vertrieb des diesjährigen “This is Fukushima” Kalenders. Das dahinter stehende Projekt will vermitteln, dass die Präfektur nicht auf ein zerstörtes Kernkraftwerk und verlassene Geisterstädte reduziert werden kann, ist fertig.

Spreadnews hat sich einige Exemplare sichern können und bietet sie seinen Lesern nun mit einer kleinen, transportbedingten Verspätung kostenlos an. Eine E-Mail mit dem Betreff “Fukushima-Kalender 2016″ an jp@spreadnews.de und der Anschrift des Empfängers genügt.

Die Daten werden nur für den Versand benötigt, nicht an Dritte weitergegeben und nach Versand gelöscht. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Barauszahlung, oder Auslandsversand sind nicht möglich. Angebot nur so lange der Vorrat reicht.

Auswertung der landwirtschaftlichen Dekontamination in Tomioka angesetzt: Für die evakuierte Ortschaft Tomioka ist die Untersuchung der Wirksamkeit von dort durchgeführten Maßnahmen zur Dekontamination landwirtschaftlicher Nutzflächen geplant.

Durch die Abtragung der obersten Bodenschichten soll darin abgelagertes radioaktives Material entfernt, und das Gebiet dadurch landwirtschaftlich wieder nutzbar werden. Entsprechende Arbeiten wurden in Gebieten von Tomioka durchgeführt.

In welchem Ausmaß dieser Vorsatz umgesetzt werden konnte und den Erwartungen entspricht, werden Analysen von Bodenproben ergeben. Abhängig vom Ergebnis sind künftige Entscheidung über den möglichen Wiederanbau von Getreide.

Auch der Anbau von Gemüse für den Privatbedarf wäre bei einer ausreichenden Effektivität wieder denkbar. Das berichten Präfekturmedien.

Testtransport zu Zwischenlager: Das Umweltministerium begann am vergangenen Mittwoch mit den Testtransporten von Dekontaminationsabfällen aus Izumizaki in das Zwischenlager Okuma. Der Termin war ursprünglich auf Dienstag angesetzt worden, musste jedoch aufgrund heftiger Schneefälle verschoben werden.

Der Transport lief mit sechs Zehn-Tonnen-LKW an, die das Material auf das Gelände schaffen sollen. Die Gesamtzahl der Kunststoffsäcke, die abtransportiert werden müssen, liegt bei etwa 15.600 Säcken. Das berichten Präfekturmedien.

Daten zur Freisetzung von radioaktivem Material: Nach Angaben von Kraftwerksbetreiber TEPCO lag die Menge an radioaktivem Material, das am  AKW Fukushima Daiichi hinausgelangte, im vergangenen Monat unter dem erwarteten Wert.

Im Dezember 2015 habe demnach die Gesamtmenge bei 570.000 Becquerel pro Stunde gelegen. Das unterschreitet den  Wert von zehn Millionen Becquerel pro Stunde, der von der NRC anvisiert worden war.

Das dennoch ein Anstieg vorliegt – nämlich im Vergleich zum November, als stündlich 370.000 Becquerel freigesetzt wurden – sei auf die Dekontaminationsarbeiten an Reaktor 2 zurückzuführen.

Dies habe jedoch nur einen kleinen Teil der Monatsbelastung ausgemacht, so TEPCO. Über die aktuellen Werte berichteten Präfekturmedien.

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