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Fukushima aktuell: Arbeiten am AKW kontaminierten Reisfelder

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Artikelbild - Reisfelder in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Internationale Experten bestätigen Kontamination durch AKW (Symbolfoto: pd)

Mit radioaktiver Belastung von Reisfeldern, einer weiteren Grundwasserverklappung und einem Feueralarm, macht das AKW Fukushima heute wieder Schlagzeilen. Mehr Einzelheiten zu diesen Fukushima News und weitere Meldungen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Juli 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Feueralarm am ALPS-System
  • Zehnte Verklappung von Grundwasser durchgeführt
  • Fukushima-Arbeiten kontaminierten Reisfelder
  • Neuer Evakuierungsstatus für Kawauchi verschoben

Fukushima-Trümmerräumung  kontaminierte Reisfelder: Wie die Präfekturverwaltung Fukushima bekannt gab, wurde im vergangenen Jahr in Reisernten von 14 Bereichen der Stadt Minamisoma, sowie fünf Arealen der Sperrzone Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Der Lebensmittelgrenzwert liegt bei 100 Becquerel pro Kilogramm. Der betroffene Reis wurde entsorgt.

Eine Reis-Rispe
Fukushima-Reis durch Trümmerbergung kontaminiert (Symbolfoto: pd)

Das Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass die im August 2013 durchgeführten Trümmerräumung an Reaktor 3 zur Kontamination geführt habe, da sich die Belastung an der Spreu von Pflanzen die im August herausgebildet hatten, nachweisen liess. Wäre die Kontamination bereits 2011 erfolgt, hätte die Belastung bei allen Pflanzen gleichermaßen auftreten müssen.

Nun verlangt das Ministerium von Kraftwerksbetreiber TEPCO, Maßnahmen gegen eine Wiederholung derartiger Zwischenfälle. Das Unternehmen kündigte an, vermehrt chemische Bindemittel zu versprühen und die Staubausbreitung bei Räumarbeiten noch genauer zu kontrollieren.

Doch auch wenn TEPCO mittlerweile keine Räumung durchführt, zeichnet sich für die Zukunft ein neues Problem ab. Der Kraftwerksbetreiber plant die Entfernung des Schutzmantels um Reaktor 1 und eine großangelegte Räumung dortiger Gebäudetrümmer, so dass  vergleichbare Probleme zu erwarten sind.

Unterdessen kritisiert die Stadtverwaltung von Minamisoma die Informationspolitik des Landwirtschaftsministeriums. Diese hatte erst jetzt die radioaktive Belastung der Reisernten bekannt gegeben. Die Verantwortlichen zeigten sich erschrocken über die Mitteilung und erklärten, das Ministerium hätte sie viel früher in Kenntnis setzen müssen.

Das Ministerium erklärte, man habe die Informationen erst weitergegeben, nachdem die Ursache für die Kontamination identifiziert worden war. Über die Kontamination berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Feueralarm am ALPS-System: Gegen 7:31 Uhr wurde in einem Elektroschaltraum des Multinuklid-Filtersystems ALPS ein Feueralarm ausgelöst. Die Kontrolle durch Angestellte ergab um 7:38 Uhr jedoch keinerlei Rauchentwicklung oder andere Zeichen eines Brandes.

Nachdem auch eine zweite Kontrolle um 7:51 Uhr keine Auffälligkeiten ergab, wurde mit der Ursachenbestimmung begonnen und um 8:02 Uhr die Feuerwehr Futaba in Kenntnis gesetzt. Der Vorfall wurde als Fehlalarm aufgrund eines Funktionsfehlers eingestuft und um 14:27  Uhr der Warnstatus aufgehoben.

Dem Alarm vorausgegangen war ein gegen 7:28 Uhr gemeldeter Zwischenfall an einer Schaltanlage (Metakura). Dabei wurde ein Kabel entdeckt, das sich offenbar gelöst hatte. Ein Erdschluss-Fehlerstromschutzschalter wurde ausgelöst. Als Folge hatten Messgeräte auf dem Gelände gegen 9:10 Uhr keine Daten mehr geliefert. Dies wurde jedoch durch Alternativgeräte kompensiert.

Gegen 13:30 Uhr war die Stromversorgung wiederhergestellt und die  folgenden Arbeiten um 14:48 Uhr vollständig abgeschlossen. Nach Angaben von TEPCO wurden keine veränderten Messwerte fesgestellt und auch die Kraftwerksarbeiter blieben unverletzt. Ein Zusammenhang zwischen diesem Ereignis und dem anschließend ausgelösten Feueralarm besteht nach Einschätzung von TEPCO jedoch nicht.

Zehnte Grundwasserverklappung durchgeführt: Am heutigen Montag wurde um 10:33 Uhr mit den Arbeiten zur Einleitung von heraufgepumpten Grundwasser in den Pazifischen Ozean begonnen.

AKW Fukushima: Sonderlagertank der Grundwasserumleitung (Aufnahme: TEPCO)
AKW Fukushima: Sonderlagertank der Grundwasserumleitung (Foto: TEPCO)

Das Wasser war aus den Bergen kommend in Sondertanks umgeleitet und auf mögliche Kontamination geprüft worden.

Bei der heute durchgeführten Maßnahme wurden 1.790 Tonnen an Grundwasser kontrolliert eingeleitet.

Zwar dient die so genannte Grundwasserumleitung dazu, die Menge an radioaktiv belasteten Abwässern zu reduzieren, allerdings gibt es Zweifel an der Effektivität der Grundwasserumleitung. Nach Angaben von TEPCO traten keine Probleme auf.

Neuer Evakuierungsstatus für Kawauchi verschoben: Wie die japanische Regierung am Sonntag mitteilte, wird der bisherige Plan, die Evakuierungsempfehlung für einen Teil der Ortschaft Kawauchi aufzuheben, zunächst verschoben. Ursprünglich war eine Aufhebung für den 26. Juli geplant.

Zuvor hatten Einwohner jedoch bereits erklärt, die getroffenen Dekontaminationsmaßnahmen wären nicht ausreichend, um eine Rückkehrempfehlung auszusprechen. Der Ortsteil von Kawauchi gehört im Drei-Zonen-Modell zu den Gebieten, deren Einwohner sich auf eine Rückkehr vorbereiten können. Seit April ist dort bereits ein langfristiger Aufenthalt möglich.

Über die Entscheidung berichteten unter anderem auch jiji und NHK.

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