Fukushima aktuell: Arbeiten im Hafenbereich wieder aufgenommen

Fukushima aktuell: Arbeiten im Hafenbereich wieder aufgenommen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Spundwandarbeiten am 9. September 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Spundwandarbeiten am 9. September 2015 (Foto: TEPCO)

TEPCO präsentiert Fortschritte und Ergebnisse, während vom AKW Fukushima heute weitere Berichte über Regenwasserlecks in Verbindung mit dem Taifun Etau bekannt werden. Unterdessen kam es in mehreren Präfekturen des Landes zu schweren Überschwemmungen und Evakuierungen wurden veranlasst.

Welche Fukushima News angesichts dieser Neuigkeiten aus Japan aktuell von besonderem Interesse sind, muss man daher selbst entscheiden. Die Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. September 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Wiederaufnahme der Arbeiten an Grundwasserbarriere im Küstenbereich
  • Hintergründe zum Regenwasserleck am Lagertankbereich H5
  • Regenwasserlecks an Verbindungsrohr
  • Erneut radioaktives Regenwasser an Abwasserkanal K übergelaufen
  • Kamerauntersuchung im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3
  • AKW-Arbeiter an Herzstillstand verstorben

Wiederaufnahme der Arbeiten an Grundwasserbarriere im Küstenbereich: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte heute Aufnahmen zur gestern angekündigten Weiterführung der Arbeiten im Küstenbereich heute mit Bildmaterial.

Dort entsteht eine Spundwand – eine Barriere aus einzelnen Elementen und Rohren aus Baustahl, die mit einem so genannten Vibrationsrammbär in den Boden getrieben werden.

AKW Fukushima: Arbeiten an der Spundwand am 10. September 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiten an der Spundwand am 10. September 2015 (Foto: TEPCO)

Die Konstruktion soll die unkontrollierte Kontamination des Ozeans durch radioaktiv kontaminiertes Grundwasser eindämmen.

Auf den von TEPCO veröffentlichten Bildern sind sowohl das genutzte Arbeitsmaterial, als auch die Durchführung der Arbeiten zu sehen.

Die Spundwand wird im Wasser vor der Uferbefestigung angebracht und soll bislang genutzte Schutzmaßnahmen, wie etwa Schlickzäune, durch ihre Funktion umfassend ergänzen.

Der Kraftwerksbetreiber hatte die Arbeiten zuvor bis zur Erlangung der Verklappungserlaubnis für bereits kontaminiertes Grundwasser unterbrochen. Über die Wiederaufnahme berichtete TEPCO.

Hintergründe zum Regenwasserleck am Lagertankbereich H5: Am heutigen Donnerstag veröffentlichte TEPCO weiteres Material zum jüngsten Wasserleck.

Im Zuge der schweren Regenfälle durch den Taifun Etau war Regenwasser durch eine Barriere am Lagertankbereich H5 gelaufen.

Aufgrund des Zeitraums und der Art des Wasseraustritts geht das Unternehmen derzeit davon aus, dass eine Gesamtmenge von 63 Litern auslief.

Eine Analyse des Wassers innerhalb des Damms ergab sowohl für Cäsium-134 als auch für Cäsium-137 eine Belastung unterhalb des Nachweiswerts. Die Gesamtbelastung durch Betastrahler lag bei 34 Becquerel pro Liter.

Auch Wasserproben, die außerhalb des Damms entnommen worden waren, ergaben Cäsiumkonzentrationen unter dem Nachweiswert. Betastrahler wurden in einer Konzentration von 13 Becquerel pro Liter festgestellt.

Regenwasserlecks an Verbindungsrohr: Neben dem bereits gestern gemeldeten Leck, zu dem heute weitere Informationen veröffentlicht wurden, kam es am gestrigen Mittwoch offenbar zu einem weiteren Wasseraustritt an zwei Stellen.

AKW Fukushima: Westliche Rohrverbindung am 9. September 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Westliche Rohrverbindung am 9. September 2015 (Foto: TEPCO)

Bei einem Kontrollgang im Bereich C der Anlage um 11:40 Uhr und der Kontrolle des Ablassventils um 16:15 Uhr, bei dem dieses geschlossen war, konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden.

Bei einem weiteren Kontrollgang gegen 17:27 Uhr wurden an zwei Stellen Wasseraustritte festgestellt. Dort gibt es Verbindungen zu den Lagertankbereichen A1 und B1.

Eine Untersuchung gegen 18:28 Uhr ergab, das Wasser durch die Verbindungsstelle der Rohrführung gelangte – erste Abdichtungsmaßnahmen wurden getroffen. Kurz nach  19:00 Uhr  wurde mit dem Umpumpen des Wassers in den Lagertankbereich H5 begonnen, um den Wasserpegel zu senken.

Im weiteren Verlauf des Abends gelang es dann nacheinander in beiden Teilen des Bereichs C durch Abdichtung den weiteren Wasserfluss zu stoppen und auch die Absenkung des Wasserpegels zeigte Erfolg. Ein späterer Kontrollgang ergab, dass das Ventil am Außenbereich der Barriere nun offen war.

Die Analyse einer dort entnommenen Wasserprobe ergab eine Konzentration von Cäsium-137 in Höhe von 1,1 Becquerel pro Liter und Gesamtbetastrahler von 44 Becquerel pro Liter.

Bei Wasser innerhalb der Barriere aus dem östlichen Bereich lagen beide Cäsiumwerte unter dem Nachweisbereich und die Gesamtbelastung mit Betastrahlern mit 30 Becquerel pro Liter angegeben.

Das Wasser aus dem westlichen Bereich wurde ebenfalls keine Überschreitung des Nachweiswerts festgestellt, dort lag die Betastrahlerkonzentration bei 25 Becquerel.  Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO

Erneut radioaktives Regenwasser an Abwasserkanal K übergelaufen: Nachdem am Montag ein Überlaufen der Abwasserleitung K gemeldet und am folgenden Tag der Austritt ins offene Meer bestätigt wurde, gibt es nun einen weiteren Fall.

Am gestrigen Mittwoch kam es dort zu einem erneuten Überlaufen aufgrund der heftigen Regenfälle. Auch in diesem Fall sei das radioaktiv belastete Wasser ins Meer gelangt.

Die genaue Menge wurde nicht bekannt gegeben. Die Analysen der Wasserproben ergaben eine Überschreitung der zulässigen Verklappungsgrenzwerte.

So habe die Konzentration von radioaktivem Cäsium-134 bei 130 Becquerel gelegen. Der Grenzwert liegt bei 60 Becquerel pro Liter.

Im Fall von Cäsium-137 war die Diskrepanz noch größer. Der Grenzwert von 90 Becquerel pro Liter wurde mit der nachgewiesenen Konzentration von 550 Becquerel deutlich überschritten.

Unter Einbeziehung von Verdachtsfällen, soll es sich um das siebte Leck handeln, bei dem kontaminiertes Regenwasser in das offene Meer gelangte. Das berichten Präfekturmedien.

Kamerauntersuchung im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3: Durch die Ereignisse aufgrund des Taifuns Etau fast unbemerkt, veröffentlichte Kraftwerksbetreiber TEPCO bereits gestern, Erkenntnisse aus der Untersuchung durch die Geräteluke des Hauptsicherheitsbehälters von Reaktor 3.

Fukushima-Reaktor 3: Keine sichtbaren Schäden an der Geräteluke, 9. September 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Keine sichtbaren Schäden an der Geräteluke, 9. September 2015 (Foto: TEPCO)

Das Unternehmen setzte eine kleine Kamera ein, um einen Blick in das Innere werfen zu können, um die Möglichkeit eines Wasserlecks an der Versiegelung der Geräteluke zu ermitteln.

Die  Aufnahmen der Kamera zeigten zwar einige Wasserlachen im dortigen Schotter des Bodens, doch an der Luke selbst wurden weder Verformungen noch Leckstellen ausgemacht.

Die Feuchtigkeit am Schutzstopfen im Boden wird von TEPCO entweder auf Regen oder Kondenswasser zurückgeführt. Sonstige Auffälligkeiten wurden nicht festgestellt.

AKW-Arbeiter an Herzstillstand verstorben: Gestern berichteten wir über den Herzinfarkt eines Fukushima-Arbeiters im Toilettenbereich des Verwaltungsgebäudes.

Um 15:10 Uhr wurde der Arbeiter im Krankenhaus von Iwaki offiziell für tot erklärt. Nähere Angaben zur Identität, Alter, Vorerkrankungen, oder Strahlungsbelastung gab TEPCO noch nicht frei.

Bereits im vergangenen Monat waren mehrere Arbeiter auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi teils durch Arbeitsunfälle zu Tode gekommen.

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