Fukushima aktuell: Arbeiter bei Bergung kontaminierter Abfälle zeitweise vermisst

Fukushima aktuell: Arbeiter bei Bergung kontaminierter Abfälle zeitweise vermisst

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Artikelbild - Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)
Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)

Ein Zwischenfall, der in der Präfektur Fukushima heute für Aufsehen sorgte, ist nur das Symptom eines weit größeren Problems, nämlich der sicheren Einlagerung kontaminierter Abfälle.

Die Betroffenen dürften die in den Fukushima News geschilderten Ereignisse bereits als äußerst problematisch empfunden haben. Einzelheiten zu dem, was diesbezüglich in Japan aktuell von Interesse ist, nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. September 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Arbeiter bei Bergung kontaminierter Abfälle über Nacht vermisst
  • AKW Fukushima bereitete sich auf Chile-Tsunami vor
  • Tsunami des Chile-Erdbebens erreicht Japan
  • Kontaminiertes Grundwasser weiter verklappt

Arbeiter bei Bergung kontaminierter Abfälle über Nacht vermisst: Die am gestrigen Donnerstag durchgeführte Suche nach Säcken mit Dekontaminationsabfällen, nahm für fünf Personen einen ungeahnt gefährlichen Verlauf.

Bei der Aktion in den Bergen nahe Soma (Präf. Fukushima), blieben die Männer im dortigen Morast stecken. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen blieben sie dort zunächst zurück. Zwei Kollegen gelang dagegen der Abstieg aus dem Gelände.

Nachdem die Arbeiter am Donnerstagabend trotz eines Mobiltelefons nicht mehr kontaktiert werden konnten, informierten die Kollegen die örtlichen Behörden über die vermissten Arbeiter im Alter zwischen 18 und 58 Jahren.

Schwere Regenfälle hatten knapp 400 in Iitate gelagerte Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Abfall, durch Überschwemmungen der Flüsse bis nach Minamisoma gespült. Das Umweltministerium hatte daraufhin eine Suche nach den Behältnissen veranlasst.

Polizei und Feuerwehr mussten die noch am Abend eingeleitete Suchaktion wegen verschlechternder Wetterbedingungen abbrechen und erst am nächsten Morgen fortsetzen.

Heute konnte bestätigt werden, das alle fünf Vermissten in Sicherheit sind. Während eine Person sich selbst retten konnte, wurden die anderen von den Helfern befreit.

Einige von ihnen waren so erschöpft, dass sie nicht mehr gehen konnten. Schwerwiegende Gesundheitsprobleme gab es jedoch offenbar nicht. Über die Suche berichteten Präfekturmedien.

Säcke mit Abfällen aus Dekontaminationsarbeiten wurden jedoch nicht nur in der Präfektur Fukushima durch die Überschwemmungen fortgespült.

So meldet etwa die Präfektur Tochigi, an einem dortigen Lagerplatz wären mindestens 334 der insgesamt 558 Plastiksäcke ein Opfer der Fluten des Kinugawa geworden.

Die 20 bislang geborgenen Säcke sind leer, so dass ihr Inhalt mit großer Wahrscheinlichkeit in die Umwelt gelangte.

AKW Fukushima bereitete sich auf Chile-Tsunami vor: Nach dem schweren Erdbeben vor der chilenischen Küste, traf auch der japanische Kraftwerksbetreiber TEPCO am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi Sicherheitsmaßnahmen.

So ließ er anlässlich der Tsunami-Warnung durch die japanische Wetterbehörde gegen 3:05 Uhr, die Beschäftigten auf die Hügel bei der Kraftwerksanlage evakuieren. Eine Stunde später war die gesamte Belegschaft evakuiert.

Die Überwachung der Gezeiten im Hafenbereich ergab, dass es einige Stunden später zu Schwankungen von etwa 12 Zentimetern kam. Störungen habe es an der Anlage keine gegeben. Das berichtete das Unternehmen.

Tsunami des Chile-Erdbebens erreicht Japan: Wie von der japanischen Wetterbehörde angekündigt, trafen die Tsunami des schweren Erdbebens vor Chile, gegen sechs Uhr (Ortszeit) an der japanischen Pazifikküste ein.

Die Behörde hatte eine Tsunami-Warnung ausgegeben,

Die maximale Höhe der am Freitagmorgen eintreffenden Wellen lag bei 80 Zentimeter, und wurde im Hafen Kuji (Präf. Iwate) nachgewiesen.

Die Wetterbehörde hatte vor Tsunami von bis zu einem Meter gewarnt – eine Höhe, die aufgrund der besonderen tektonischen Bedingungen eines Tsunami bereits kritisch ist.

Später wurde die Warnung aufgehoben. Berichte über Verletzte und Schäden lagen zunächst nicht vor.

Die Warnung betraf auch die Region Tohoku, deren Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi im März 2011 von einem Großbeben und dem damit verbundenen Tsunami schwer getroffen worden waren.

Überlebende der damaligen Katastrophe berichten, dass sie sich anlässlich des jüngsten Alarms sofort in höher gelegene Gebiete geflüchtet hätten. Jede Tsunami-Warnung erinnere sie an die Ereignisse.

Über den für Japan glimplich verlaufenden Tsunami des Chile-Erdbebens berichteten zahlreiche Medien, darunter Kyodo, jiji und NHK.

Kontaminiertes Grundwasser weiter verklappt: Nach dem Start der Verklappung radioaktiv vorbelasteten Grundwassers, werden die entsprechenden Arbeiten fortgeführt.

Am gestrigen Donnerstag wurden 856 Tonnen  von Grundwasser eingeleitet, dass im vergangenen Jahr versuchsweise heraufgepumpt und vorgefiltert worden war.

Die Grenzwerte für Cäsium und Betastrahler wie Strontium-90 wurden eingehalten und auch die Konzentration an derzeit noch nicht filterbarem Tritium lag mit 550 bis 600 Becquerel pro Liter unter dem Grenzwert von 1.500 Becquerel pro Liter.

TEPCO plant, weiteres Grundwasser heute noch zu verklappen. Neben TEPCO berichteten auch Präfekturmedien.

 

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