Start Aktuelles Fukushima aktuell: Arbeiter beschädigen Säcke mit kontaminiertem Erdreich

Fukushima aktuell: Arbeiter beschädigen Säcke mit kontaminiertem Erdreich

Vorsätzliche Beschädigung scheint wahrscheinlich

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Artikelbild - Lagerung von Kunststoffsäcken mit Dekontaminationsabfall am 31. Mai 2015 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Lagerung von Kunststoffsäcken mit Dekontaminationsabfall am 31. Mai 2015 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Ein besonderer Fall von Sachbeschädigung sorgt in den Medien der Präfektur Fukushima heute für Aufsehen und tatsächlich entsprechen die aktuellen Fukushima News nicht dem üblichen Muster.

Die Einzelheiten zu den aus Japan aktuell gemeldeten Ereignissen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Februar 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Verdacht auf Sachbeschädigung an Säcken mit Dekontaminationsabfällen
  • Verlängerung der Mautfreiheit für Fukushima-Flüchtlinge geplant
Verdacht auf Sachbeschädigung an Säcken mit Dekontaminationsabfällen

Im Dezember vergangenen Jahres waren auf einer  Zwischenlagerstätte in Kawauchi an 22 Kunststoffsäcken mit radioaktiv kontaminiertem Laub und Erdreich, Schäden entdeckt worden. Wie jetzt bekannt wurde, handelt es sich offenbar um vorsätzliche Beschädigungen.

Es besteht der Verdacht, das Personen, die mit den Transportarbeiten betraut waren, die Öffnungen absichtlich durch Messerschnitte in die Säcke herbeiführten. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Verstoßes gegen Bestimmungen zum Umgang mit kontaminiertem Material ein.

Im Rahmen der polizeilichen Untersuchung gab ein Mitarbeiter des Transportunternehmens an, ein Angestellter habe die Säcke angeschnitten, um einen leichteren Transport der Kunststoffbehältnisse zu ermöglichen.

So sei durch das Ablassen des im Inneren angesammelten Wassers eine Gewichtsreduktion erreicht worden. Sowohl Beschädigung als auch unsachgemäße Entsorgung des Abwassers dürften rechtliche Konsequenzen haben.

Doch auch wenn nach Angaben der Behörden kaum nennenswerte Mengen an kontaminiertem Pflanzenmaterial ausgetreten sei und die Umgebungsradioaktivität keine Auffälligkeiten zeigt, muss mit weitreichenden Folgen für die Arbeiten gerechnet werden.

Das ohnehin geringe Vertrauen der Bewohner in die Beteuerungen der Regierung, dürfte durch das Bekanntwerden dieser Ereignisse weiteren Schaden genommen haben. Folgen für die Rückkehrbereitschaft und die Wiederbelebung von Gemeinden sind zu erwarten.

Auch das Umweltministerium muss mit verstärkter Kritik rechnen, wenn Unternehmen, die in ihrem Auftrag tätig sind, derart leichtsinnig mit radioaktiv belasteten Abfällen umgehen.Gegenüber Medien wollte das beauftragte Unternehmen keine weiteren Angaben machen.

Das Büro für die Wiederbelebung der Umwelt in Fukushima, das dem Umweltministerium untersteht, bestätigte, dass polizeiliche Ermittlungen laufen, betonte jedoch, es sei noch nicht gesichert, dass die Arbeiter tatsächlich für die Schäden verantwortlich sind.

Über den Zwischenfall berichteten Präfekturmedien.

In der Vergangenheit hatten etwa 400 fortgespülte Kunststoffsäcke mit Laub, die folgende Einstellung der Bergungsversuche und die Erklärung der Unbedenklichkeit, sowie zuvor die illegale Entsorgung von Dekontaminationsabfällen für Schlagzeilen gesorgt.

Verlängerung der Mautfreiheit für Fukushima-Flüchtlinge geplant

Wie Keiichi Ishii, Minister für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus (MLIT) am gestrigen Montag bekannt gab, plane man die Verlängerung der Genehmigung zur mautfreien Nutzung von Schnellstraßen für Flüchtlinge der AKW-Katastrophe.

Der Bekanntgabe war eine gemeinsame Anfrage von Wiederaufbau-Einrichtungen der Komeito-Partei vorausgegangen.

Offiziell endet die Genehmigung im März mit Ausnahme der Gebiete mit schwierigen Rückkehraussichten, doch im Interesse des Wiederaufbaus und der Wiederbelebung der weiteren Gemeinden, wäre eine zunächst einjährige Verlängerung bis März 2018 möglich.

Die Befreiung von der Mautgebühr kann von den Betroffenen beantragt werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden, die den früheren Wohnort, sowie die familiäre Situation betreffen – etwa wenn Elternteile nun an verschiedenen Orten leben.

Eine endgültige Entscheidung über die Verlängerung der Frist steht noch aus, wird jedoch erwartet.  Mit Stand vom Dezember vergangenen Jahres wurden bislang 3.154 derartige Anträge gestellt. Über die Pläne berichteten Präfekturmedien.

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