Fukushima aktuell: Atomenergie-Werbeschild wird eingelagert

Fukushima aktuell: Atomenergie-Werbeschild wird eingelagert

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Artikelbild: Präfektur Fukushima: Atomenergie-Werbebanner in Futaba (Foto: hohoho cc-by-sa, Wikimedia Commons)
Präfektur Fukushima: Atomenergie-Werbebanner in Futaba (Foto: hohoho cc-by-, Wikimedia)

Nachdem drei Tage lang keine bemerkenswerten Meldungen zu hören waren, gibt es aus Fukushima heute wieder Meldungen, die auch internationale Leser interessieren dürften.

So geht es in den aktuellen Fukushima News um die Geschichte einer Werbetafel, die weit über Japans Grenzen hinaus bekannt wurde, den Zeitplan zur Freigabe von Teilen des Sperrgebiets und um den lokalen Fischfang.

Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Atomenergie-Werbeschild in Museum gebracht
  • Zeitrahmen zur Evakuierungsaufhebung für Bezirk von Kawamata
  • Fischfang-Fortschritte in Fukushima
Atomenergie-Werbeschild in Museum gebracht

Eine ganze Zeit lang war es ruhig um die großen Werbetafeln, die in den evakuierten Gemeinden zurückgeblieben waren und die Vorzüge der Kernkraft anpriesen.

Die Pläne zum Abriss der Slogans aus Alters- und Kostengründen waren kritisiert worden und Yuji Onuma, der als Grundschüler in Futaba mit seinem Werbespruch einen Wettbewerb gewonnen hatte, war für den Erhalt der Tafeln eingetreten.

Eine Petition zum Erhalt der Schilder im Juni 2015 hatte schließlich Erfolg.

Jetzt übernimmt das Fukushima-Museum in Aizu-Wakamatsu die Aufbewahrung einer Tafel mit dem Slogan „Atomkraft – die Energie für eine leuchtende Zukunft„. Sie überspannte einst eine Straße in Futaba.

Onuma begrüßte den Schritt, so dass nach der Demontage des Slogans dieser nun einen Ort gefunden habe, an dem er sicher aufbewahrt werden könne. Allerdings will er es nicht bei einer sicheren Lagerung bewenden lassen.

Er wünscht sich, dass sie so bald wie möglich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – als mahnendes Zeichen für die Anmaßung und Leichtsinnigkeit der Menschen.

Eine Aussicht auf Realisierung besteht durchaus, denn ein Verantwortlicher der Gemeinde Futaba erklärte, der Slogan könne Ausstellungsstück in einem Erinnerungszentrum werden, dessen Bau geplant ist. Das berichtete die Asahi Shimbun.

Zeitrahmen zur Evakuierungsaufhebung für Bezirk von Kawamata

Wie die Regierung heute bekannt gab, hat man sich auf einen Zeitraum zur Freigabe des Bezirks Yamakiya in Kawamata geeinigt. Demnach soll der Status im kommenden Jahr Ende März aufgehoben werden.

Im Rahmen des Drei-Zonen-Modells für Sperrgebietsgemeinden wurde bereits im August 2015 für rückkehrwillige Evakuierte der langfristige Aufenthalt in dem Bezirk genehmigt.

Die Verwaltung der Ortschaft versucht, durch die Ansiedlung von Unternehmensfilialen den Ort für die evakuierten Einwohner wieder attraktiver zu machen und zur Rückkehr zu motivieren. Über die Entscheidung berichteten Präfekturmedien.

Fischfang-Fortschritte in Fukushima

Die Fischerei in der Präfektur Fukushima hat sowohl durch den Tsunami des Tohoku-Großbebens 2011, als auch durch die folgenden Ereignisse am AKW Fukushima Daiichi schwere Einbußen und Einschränkungen hinnehmen müssen.

Doch immer wieder zeigen Testfänge zu wissenschaftlichen Zwecken und die Freigabe von Fischsorten zum regulären Verkauf, dass man sich um eine der wichtigsten Geschäftsgebiete der Präfektur bemüht.

Nun durfte erstmals seit den Katastrophen 2011 Fischer aus dem Ortsteil Ukedo von Namie, testweise Lachs aus dem Ukedogawa fangen. Proben des Fangs wurden zur Analyse der radioaktiven Belastung abgegeben.

Für die Mitglieder der dortigen Fischereikooperative ist es vor allem ein psychologischer Erfolg, denn der Ort Ukedo, der in Namie eingemeindet wurde, hat eine Tradition der Lachsfischerei, die etwa hundert Jahre zurückreicht.

Unterdessen können die Fischer am See Hibara bereits Vorfreude empfinden, denn zum 1. November soll die Beschränkung für den Fang von Stint dort fallen. Der Entscheidung war die Einrichtung einer Abteilung zur Strahlungskontrolle vorausgegangen.

Die gestern bekannt gegebenen Ergebnisse beim Nachweis von radioaktivem Cäsium lagen bei 16,0 Becquerel pro Kilogramm. Das liegt unterhalb des japanischen Lebensmittelgrenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm.

Über die Fortschritte berichteten Präfekturmedien.

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