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Fukushima aktuell: Atomkraftgegner wird Brandstiftung vorgeworfen

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Artikelbild - Japanischer Polizweiwagen (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Serie von Straftaten in Sperrgebietsgemeinde (Symbolfoto: pd)

Während schwere Schneefälle die Präfektur Fukushima heute noch fest im Griff haben, wurden am gleichnamigen AKW neue Handgriffe durchgeführt. Die Fukushima News berichten aber auch vom festen Griff den ein Atomkraftgegner durch den Arm des Gesetzes spürte.

Einzelheiten, sowie weitere Nachrichten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Januar 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Atomkraftgegner nach Feuer vor Industrieministerium festgenommen
  • Arbeiten an Schutzmantel für Brennelemente-Bergung an Reaktor 3
  • Wartungsversäumnisse an mehreren japanischen AKW
  • Klassifizierung von kontaminiertem Abfall in Yamagata aufgehoben
Atomkraftgegner nach Feuer vor Industrieministerium festgenommen

Im Zusammenhang mit dem gestrigen Brand von Sträuchern vor dem Gebäude des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) in Tokyo, wurde ein 78 Jahre alter Atomkraftgegner festgenommen.

Ihm wird vorgeworfen, die Brandstiftung begangen und dabei privates Eigentum beschädigt zu haben, da auch die Fassade eines Bahnhofs in Mitleidenschaft gezogen wurde..

Am selben Ort stand seit 2011 ein Protestcamp von Atomkraftgegnern, bis ein Gericht im August 2016 die Beseitigung der Zelte anordnete und das Camp in einer nächtlichen Aktion von der Polizei entfernt wurde.

Der Festgenommene ist als Leiter einer atomkraftkritischen Protestgruppe bekannt und gehörte zu den Aktivisten, die den Standort vor dem Industrieministerium für ihre Demonstrationen nutzten.

Ungeachtet der Entfernung der Zelte, setzt seine Gruppierung die Proteste fort.

Als Folge des Brandes entstand Sachschaden an einer Wand des angrenzenden Bahnhofs Kasumigaseki. Auf einer Fläche von 15cm x 1m ist ein Brandfleck zu sehen und auch das entzündete Gebüsch ist rechtlich Eigentum des städtischen U-Bahn-Betreibers Tokyo Metro Co.

Über den Zwischenfall berichtete die Kyodo.

Arbeiten an Schutzmantel für Brennelemente-Bergung an Reaktor 3

Am heutigen Dienstag wurden zwischen 10:35 Uhr und 10:50 Uhr Arbeiten für die geplante Errichtung eines Schutzmantels an Reaktor 3 durchgeführt. Detailliertere Angaben machte der Betreiber TEPCO nicht.

Wie zuvor an Reaktor 4 soll dort nach dem Bau eines Schutzmantels auch ein Gerüst entstehen, mit dem ein Kran die Bergung von Brennelementen aus dem Inneren des Gebäudes durchführen soll.

TEPCO begleitete die kurze Meldung mit zwei Bildern der Arbeiten.

Wartungsversäumnisse an mehreren japanischen AKW

Das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ist nicht das einzige Kernkraftwerk des Landes, an dem teils gravierende Wartungsmängel und Fälle von Korrosion aufgetreten sind. Das ist spätestens seit mehrfachen Versäumnissen an beiden Fukushima-AKW bekannt.

Am Wochenende gab es eine weitere Meldung, die dies bestätigt. Demnach wurde an der Mehrzahl japanischer Kernkraftanlagen die Belüftungssysteme lediglich oberflächlich kontrolliert und Inspektionen ohne Entfernung von Isolationsmaterial um die Leitungen durchgeführt.

Im vergangenen Monat war am AKW Shimane des Betreibers Chugoku Electric eine ausgedehnte Korrosion und Löcher an Belüftungsleitungen des Kontrollraums festgestellt worden. Bei einem Störfall sollen diese Systeme das Eindringen von Außenluft verhindern.

Die Schäden, die an einer Stelle die Maße von 30cm x 1m ausreichten waren nur aufgefallen, weil erstmals seit der Inbetriebnahme 1989 bei einer Inspektion des Isolationsmaterial entfernt wurde.

Die NRA plant jetzt die Durchführungen an allen Anlagen des Landes, da ausgedehnte Versäumnisse an den Kernkraftwerken zu erwarten ist. Das berichtete die jiji.

Klassifizierung von kontaminiertem Abfall in Yamagata aufgehoben

Das Umweltministerium hat erstmals bei kontaminierten Abfällen auf dem Gelände eines Privatunternehmens den Status als sonderentsorgungspflichtiger Abfall aufgehoben. Dieser Status gilt für Abfälle mit Belastungen von mehr als 8.000 Becquerel pro Kilogramm.

Da die etwa 200 Kilo Abfälle auf der Anlage in der Präfektur Yamagata diesen Wert unterschreiten, wurde die Beschränkung aufgehoben. Dies sei dem Betreiber, nach Angaben des Ministeriums, mit einem Schreiben vom 13. Januar mitgeteilt worden.

Der kontaminierte Abfall kann somit wie konventioneller Müll entsorgt werden.

Bislang war eine derartige Entscheidung nur einmal gefallen – im Juli 2016 war der Stadtverwaltung Chiba die Standardentsorgung von Atommüll mit niedrigen Strahlungswerten genehmigt worden.

Mit Stand vom 30. September 2016 werden landesweit etwa 179.000 Tonnen als „radioaktiver Abfall“ klassifiziert. Das berichtete die NHK.

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