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Fukushima aktuell: Atompläne warten auf Umsetzung

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Artikelbild: AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Foto: Daisuke Yamagishi, cc-by)
TEPCO plant AKW-Neustarts - auch am AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Symbolfoto: Yamagishi Daisuke, cc-by)

Anlässlich des Neujahrs kam es in der Präfektur Fukushima zu Todesfällen, als drei Personen an den traditionellen Neujahrs-Reiskuchen erstickten. Ein derart endgültiges Schicksal steht für die Atomanlagen des ganzen Landes noch aus und auch die übrigen Bewohner der Präfektur werden noch längerfristig mit den Folgen der Reaktorkatastrophe leben müssen.

Unsere heutigen Themen:

  • Japans Atompläne im neuen Jahr
  • J-Village in Fukushima soll 2018 wieder öffentlich sein
  • Der Tenno zu Neujahr

Japans Atompläne im neuen Jahr: Zu Beginn des neuen Jahres gibt es in Japans Atomindustrie nur wenig Bewegung, geht es doch vor allem darum, Anregungen und Vorschläge aus dem Vorjahr auszuarbeiten und umzusetzen.

Symbol: Atomreaktoren in ganz Japan (Grafik: pd)
Japan: Zukunft der Atomanlagen ungewiss (Grafik: pd)

So strebt etwa die Regierung eine Anpassung rechtlicher Grundlagen, so dass das Industrieministerium bei der Wahl von Lagerstätten für Atommüll eine aktivere Rolle als bislang spielen kann. Die möglichst früh beginnenden Arbeiten an der Regelung, basieren auf Anregungen eines Expertenausschusses vom November.

Im Rahmen Regelung, will die Regierung eine Liste potentieller Standorte erstellen, die nach wissenschaftlicher Ansicht für die Lagerung von Atomabfall geeignet ist und dann die betreffenden Gemeinden um Erlaubnis bitten. Dies ist ein aktiveres Vorgehen, nachdem man auf Basis älterer Gesetze zuvor nur auf Vorschläge aus Gemeinden gehofft hatte.

Wie die Pläne zur unterirdischen Lagerung des Materials von der Bevölkerung aufgenommen wird, steht dagegen auf einem gänzlich anderen Blatt.

Keine nennenswerte Aktivität wird es dagegen nach Ansicht der Atomaufsichtsbehörde NRA bei den Neustarts von Reaktoren geben. Gegenwärtig sei nicht davon auszugehen, das es in der nahen Zukunft zum Wiederhochfahren von Reaktoren kommen wird.

Bislang haben sieben Energieunternehmen für neun Kraftwerke eine Sicherheitsprüfung durch die NRA beantragt. Durch die seit Juli 2013 geltenden Neuregelungen der Sicherheitsstandards, ist die Erfüllung zusätzlicher Kriterien und das Bestehen der Sicherheitsprüfung die Grundvoraussetzung für eine Genehmigung zum Neustart.

Obwohl Japans Regierung die Atomenergie zu einem wichtigen Standbein der Energiepolitik erklärt hatte und die Energiekonzerne durch die Nutzung von Wärmekraftwerken, die den Ankauf von Brennstoffen erforderlich machen, finanzielle Probleme fürchten, ist derzeit kein schneller Neustart zu erwarten.

Doch nicht allein, das selbst die Leitung der Atomaufsichtsbehörde NRA keinen Zeitrahmen für die Dauer einer Sicherheitsprüfung nennen kann – neben der Erlaubnis durch die Behörde bedarf das Unternehmens auch der Genehmigung örtlicher Behörden, um einen Neustart tatsächlich durchführen zu können. Hierüber berichtete die NHK.

J-Village in Fukushima soll 2018 wieder öffentlich sein: Kraftwerksbetreiber TEPCO hat eine Intensivierung der Anstrengungen angekündigt, mit denen die Dekontamination der früheren Fußballtrainingsanlage J-Village soweit gesteigert werden soll, dass die Anlage bis 2018 wieder regulär nutzbar ist.

J-Village: Stadion in Hirono (Foto: pd)
J-Village: Stadion in Hirono (Foto: pd)

Die Pläne hierzu waren bereits im November getroffen worden ().

Das Unternehmen will das gesamte Gelände dekontaminieren und einen neuen Rasen ausbringen. Bis zum Ausbruch der Fukushima-Katastrophe im März 2011, hatte das J-Village jährliche Nutzerzahlen von einer Million aufgewiesen und als Trainingseinrichtung der Nationalmannschaft gedient.

Mit dem Beginn der Kernschmelzen und deren Folgen wurde die Sportstätte, die nur 20 Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt liegt, in den Standort für jene Arbeiter umgestaltet, die sich seitdem darum bemühen, einen kontrollierten Zustand der Reaktoren, den so genannten „Cold Shutdown“ zu bewahren und eine dauerhafte Stilllegung der Reaktoren durchzuführen.

Neben dem praktischen Nutzen, den die Wiedereröffnung für die Austragung der Olympischen Spiele 2020 hätte, sieht das Unternehmen auch große symbolische Bedeutung im Gelingen der Maßnahme, zeige sie der Welt doch die Fortschritte beim Wiederaufbau der einstigen Katastrophenregion. Hierüber berichtete die NHK.

Der Tenno zu Neujahr: Am heutigen Donnerstag zeigten sich der Tenno und die kaiserliche Familie in einem Seitentrakt des Kaiserpalastes in Tokyo der Öffentlichkeit und nahmen den Jubel der versammelten Bürger entgegen. Der zweite Neujahrstag ist nur eine von zwei Gelegenheiten im Jahr bei denen sich der Tenno öffentlich zeigt (ippan sanga).

Oshogatsu Ippan Sanga: Der Tenno zeigt sich zu Neujahr 2013 der Öffentlichkeit (Foto: kanegen, cc-by)
Der Tenno zeigt sich zu Neujahr 2013 der Öffentlichkeit (Foto: kanegen, cc-by)

Die Kaiserfamilie befindet sich dabei hinter kugelsicherem Glas, während die Bevölkerung kleine Nationalfahnen (hinomaru) aus Papier schwenkt und mit lauten „Banzai„-Rufen dem Kaiserhaus „zehntausend Jahre“ Gesundheit und Wohlergehen wünscht.

In seiner Ansprache,verlieh der Tenno seiner Freude darüber Ausdruck, gemeinsam mit den Bürgern das neue Jahr begehen zu dürfen. Er hoffe, dass dies ein Jahr des Friedens und der Ruhe für alle Bürger werden möge. In seinen bereits gestern veröffentlichten Gedanken zum neuen Jahr, hatte der Tenno jedoch auch an die Überlebenden der Tohoku-Katastrophe 2011 erinnert.

Er sprach von den Schwierigkeiten und Härten, denen sich die Betroffenen im vergangenen Jahr gegenüber sahen und erinnerte an jene Menschen, die aufgrund der radioaktiven Belastung nicht nach Hause zurückkehren könnten, oder als Flüchtlinge den Winter in Übergangshäusern verbringen mussten.

Auch in einem der fünf Neujahrsgedichte griff er dieses Thema auf und spricht in dem Gedicht von dem Gedanken, wie hart das Leben dort im Winter sein muss, während in Tokyo die Sonne scheine.

Der Tenno erklärte, er hoffe, dass Menschen einander helfen werden und rief die Japaner dazu auf, gemeinsam mit anderen Menschen auf der ganzen Welt daran zu arbeiten, den Frieden und eine bessere Zukunft zu fördern.

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