Start Aktuelles Fukushima aktuell: Auffällige Strahlungswerte bei Grundwasserkontrollen

Fukushima aktuell: Auffällige Strahlungswerte bei Grundwasserkontrollen

1301
0
TEILEN
Artikelbild - Grundwasserkontrollposten/Messposten am 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ein Grundwasserkontrollposten am 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Schwankungen bei Strahlungswerten geben dem Betreiber des AKW Fukushima heute weiterhin Rätsel auf. Andere Fukushima News sind zwar weniger dramatisch, aber deshalb nicht weniger lesenswert.

Die entsprechenden Meldungen zu den aus Japan aktuell gemeldeten Entwicklungen und Ereignissen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. April 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Radioaktive Konzentration an Grundwasserkontrollposten schwankt
  • Udon-Restaurant in freigegebener Sperrgebietsgemeinde wiedereröffnet
  • Onigiri-Geschichte von Iitate kommt in Schulbücher
Radioaktive Konzentration an Grundwasserkontrollposten schwankt

Am Wochenende wurde bei Analysen der Wasserproben von Grundwasserkontrollposten deutliche Abweichungen von den zuvor nachgewiesenen Konzentrationen an radioaktivem Material mit Betastrahlung entdeckt.

So wiesen die am Freitag, dem 21. April entnommenen Proben im Vergleich zur letzten Probe vom 28. März, einen deutlichen Anstieg der Konzentration auf. So stieg am Messposten B1 die Konzentration von 26 Becquerel auf 330 Becquerel pro Liter.

An Messposten B2 lag die Konzentration Ende März unter dem Nachweiswert von 24 Becquerel und stieg jedoch auf 260 Becquerel pro Liter. Auch Messposten B3 lag zunächst unter dem Nachweiswert, bevor ein Anstieg auf 290 Becquerel festgestellt wurde.

Daraufhin wurde auch am Samstag, dem 22. April, eine weitere Entnahme von Wasserproben veranlasst, um die Entwicklung zeitnah verfolgen zu können. Die Ergebnisse zeigten dann einen Rückgang,

Dabei liegt  die derzeitige Konzentration von Betastrahlern immer noch deutlich über dem Ausgangswert vom März liegt. So wurden an den drei Posten nunmehr 110, 190 und 260 Becquerel pro Liter nachgewiesen. Die Ursache für Anstieg und Rückgang sind unklar.

Über diese Auffälligkeiten an den Grundwassermessposten berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Udon-Restaurant in freigegebener Sperrgebietsgemeinde wiedereröffnet

Einen Monat nach der Freigabe der Gemeinde Iitate konnte dort am Sonntag ein als Familienbetrieb geführtes Lokal für Buchweizennudeln wieder den Betrieb aufnehmen. Es handelt sich um die erste Wiedereröffnung eines Gastronimiebetriebs vor Ort.

Der Eigentümer Yoshiharu Takahashi hatte das 60 Jahre alte Lokal „Ebisuan“ von seinem Vater übernommen und bis zu seiner Evakuierung in die Stadt Fukushima auch geleitet.

Anlässlich der Neueröffnung kamen zahlreiche Kunden, darunter auch einstige Einwohner des Ortes, die nun ihrerseits Vorbereitungen für ihre eigene Rückkehr treffen und deshalb öfter nach Iitate kommen.

Gemeinsam mit seiner Frau Chiyoko will er das 1953 eröffneten Betrieb wiederbeleben. Gleichzeitig räumt er jedoch ein, sei bei einer Rückkehrquote von gerade einmal zehn Prozent vorerst nicht mit Gewinnen zu rechnen.

Dennoch werde man sich bemühen, denn wichtiger als der geschäftliche Erfolg sei es, auch den zeitweisen Rückkehrern eine Gelegenheit zur Entspannung und einer guten Mahlzeit zu bieten. Über die Wiedereröffnung berichteten NHK und Präfekturmedien.

Onigiri-Geschichte von Iitate kommt in Schulbücher

Die Geschichte von Evakuierten aus Iitate, die im Februar 2014 der Kälte und mehrere Meter hohem Schnee trotzten, um festsitzende Autofahrer auf der Nationalstraße 4 mit gefüllten Reisbällen (onigiri) zu versorgen, findet nun ihren Weg in Schulbücher.

Der Reis den sie dafür nutzten stammte aus Spenden für  die damaligen Bewohner der Übergangshaussiedlung. Die selbstlosen Spender waren der Ansicht, dadurch zumindest etwas von der Hilfsbereitschaft zurückgeben zu können.

Diese Aktion war nicht nur eine freundliche Geste von Menschen, die kaum mehr hatten als ein Dach über dem Kopf, sondern rettete einem Diabetes-Patienten, der ohne Nahrung in seinem Auto fest saß und wegen Unterzuckerung fast bewusstlos war, das Leben.

Nun findet diese wahre Begebenheit, die bereits als Bilderbuch und in Bühnenstücken verbreitet wurde, auch ihren Weg in Ethikbücher für Grundschulkinder, mit denen Werte vermittelt werden sollen. Die Veröffentlichung ist für das Fiskaljahr 2018 geplant.

Über die Veröffentlichungspläne berichtete die Kyodo.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here