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Fukushima aktuell: Aufnahmen zeigen Ablagerungen im Sicherheitsbehälter

Suche nach geschmolzenen Brennelementen geht weiter

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Ablagerungen am Boden, 20. März 2017
Fukushima-Reaktor 1: Unterwasser-Aufnahme der Ablagerungen im Wasser, 20. März 2017

Die aktuellen Fukushima News zeigen, dass die Folgen der Krise am AKW Fukushima heute immer noch zu neuen Erkenntnissen führen können. Das betrifft sowohl den Einsatz von Robotern, als auch die Umwelt.

Diese Themen, sowie der mediale Wirbel um Importverbote für japanische Lebensmittel in China, finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. März 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ablagerungen im Wasser des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1
  • Umgebungsradioaktivität in Fukushima auf Pilze zurückzuführen
  • Landwirtschaftsminister über Lebensmittel-Reportage verärgert
Ablagerungen im Wasser des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi am heutigen Dienstag bekannt gab, wurden bei der Mission des PMORPH-Roboters in Reaktor 1 durch Kameraufnahmen nun erstmals Ablagerungen am wasserbedeckten Boden des Sicherheitsbehälters entdeckt.

Das Dosimeter, das ebenso wie die Kamera, wie eine Angel herabgelassen werden kann, habe am Messort zudem Radioaktivität in Höhe von 11 Sievert pro Stunde nachgewiesen.

Nachdem die Bilder der Kamera bislang lediglich Verformungen des Metallstegs und andere Strukturen unter Wasser gezeigt hatten, ist dies eine neue Entwicklung.

Doch die Möglichkeit, dass es sich tatsächlich um die lang gesuchten Spuren von geschmolzenen Brennelementen aus dem Reaktorkern handelt, sei alleine auf Basis des Bildmaterials und der Strahlungswerte noch nicht zu bestätigen, erklärte TEPCO.

Für morgen kündigte das Unternehmen eine Pressekonferenz zu den bisherigen Ergebnissen der am Samstag begonnenen Robotermission an. Über die jüngsten Entwicklungen berichteten neben dem Kraftwerksbetreiber auch Präfekturmedien.

Umgebungsradioaktivität in Fukushima auf Pilze zurückzuführen

Wissenschaftler vom Meteorologischen Forschungsinstitut und mehreren Universitäten machten mehrere neue Entdeckungen bei ihren Forschungen zur Verbreitung von radioaktivem Cäsium in der Präfektur Fukushima.

Shiitake (Foto: frankenstoen cc-by
Shiitake-Pilze (Foto: frankenstoen cc-by)

So wurde festgestellt, dass die Umgebungsradioaktivität in einem gebirgig bewaldeten Teil der Sperrgebietsgemeinde Namie im Sommer stärker ansteigt als im Winter.

In den bislang untersuchten Städten war ein umgekehrter Effekt nachgewiesen worden.

Bislang war man davon ausgegangen, dass die sporadisch steigenden Strahlungswerte der Umgebungsradioaktivität auf aufgewirbelten Staub mit Cäsium und Wolken zurückzuführen wären.

Doch die neusten Untersuchungen zeigen, dass offenbar vielmehr wild wachsende Pilze die Ursache für den periodischen Anstieg der Strahlungswerte sind.

Hierzu wurden zwischen Juni und Oktober 2016 mehr als zehn Sorten untersucht.

Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Pilze das Material zunächst ansammeln und dann über ihre Sporen freisetzen. So lag die Konzentration in den Sporen bei 143 Becquerel pro Gramm.

Umgerechnet auf die untersuchte Fläche entsprachen die Ergebnisse annähernd der zuvor festgestellten Kontamination mit radioaktivem Cäsium. Somit sind offenbar die Pilzsporen für den Effekt verantwortlich.

Weitere Studien sollen nun ermitteln, wie weit die Sporen durch die Luft übertragen werden und in welchem Maß sich die Cäsiumwerte der Luft bei zunehmender Fläche dabei verringern.

Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht jedoch nicht, da die Belastungen so winzig sind, das keine Auswirkung auf den Menschen befürchtet werden müssen. Selbst beim direkten Einatmen sei kein Risiko gegeben. Über die Erkenntnisse berichtete die Asahi Shimbun.

Landwirtschaftsminister über Lebensmittel-Reportage verärgert

Japans Minister für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, Yuji Yamamoto, kritisierte am heutigen Dienstag auf einer Pressekonferenz den Bericht des chinesischen Staatssenders „China Central Television“, über angebliche Verstöße gegen Importbestimmungen.

Misoshiru - japanische Misosuppe (Foto: DryPot, cc-by)
TV-Bericht über Lebensmittel führt zu Protesten. (Symbolfoto: DryPot, cc-by)

Der Sender hatte Behauptungen über illegale Lebensmittel-Exporte nach China aufgestellt (Spreadnews berichtete gestern).

Angeblich wurden Produkte aus zehn Präfekturen von den japanischen Handelsketten Muji und Aeon vorsätzlich umetikettiert.

Die Betreiber der beiden Unternehmen bestreiten die Vorwürfe und werfen dem chinesischen Sender mangelhafte Recherche vor.

Yamamoto erklärte heute, solche sachlich falschen Behauptungen aufgrund von Missverständnissen seien eine der größten Ärgernisse für Japan. Über den Protest aus dem Ministerium berichtete die jiji.

Angesichts des aktuellen brasilianischen Fleischskandals, der auch China zum Importstopp veranlasste, könnte man durchaus fragen, ob man in China beim Thema Lebensmittelsicherheit nicht auf einem Auge blind ist.

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