Fukushima aktuell: Aus für Krankenhäuser in Evakuierungszone

Fukushima aktuell: Aus für Krankenhäuser in Evakuierungszone

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Artikelbild: Herzinfarkt (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Aus für Kliniken in Evakuierungsgebiet des AKW (Foto: pd)

Forderte die Präfektur Fukushima heute mehr Sicherheit am AKW, so wünschen sich Kliniken um das Kernkraftwerk eine Sicherheit finanzieller Art. Weitere Fukushima News, etwa zur Sperrzone um das AKW, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Februar 2015.

Unsere Themen zum Wochenende.

  • Krankenhäusern in Evakuierungsgebiet droht Schließung
  • Alarm von Leckdetektor auf AKW-Gelände
  • Präfektur Fukushima untersucht Wasseraustritt ins Meer
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Entscheidung zum 30-Kilometer-Sicherheitsradius um AKW
  • Anlieferung von kontaminiertem Erdreich erfolgt zwei Tage später

Krankenhäusern in Evakuierungsgebiet droht Schließung: Die beiden verbliebenen Privatkliniken in Minamisoma (Bezirk) und Namie, die innerhalb der Evakuierungszone um das Kernkraftwerk liegen, müssen Angestellte entlassen.

Grund hierfür ist der Umstand, das mit diesem Monat das Entschädigungsprogramm des Kraftwerksbetreibers TEPCO an Flüchtlinge, die ihre Arbeit verloren haben endet und keine Zahlungen mehr erfolgen.

Die Krankenhausbetreiber sehen sich nach eigenen Angaben nicht in der Lage, alleine die Lohnzahlungen zu leisten, so dass an beiden Kliniken 45 Mitarbeiter entlassen werden müssen.

Die Direktoren und Verwaltungschefs der Kliniken erklärten jedoch, ihre Posten zu behalten, um nach Möglichkeiten für eine Wiedereröffnung der Einrichtungen zu suchen.

Die Klinik in Minamisoma hatte im April 2014 den Betrieb für die Behandlung leichter Erkrankungen wieder aufgenommen, jedoch keine Operationen mehr durchgeführt.

Eine ausreichende medizinische Versorgung ist gerade angesichts der älter werdenden japanischen Gesellschaft, eine Grundvoraussetzung für die Rückkehr in erfolgreich dekontaminierte Gebiete.

Für den Bezirk Odaka will die Stadtverwaltung Minamisoma im April 2016 den Evakuierungsstatus aufheben. Namie plant eine Aufhebung für 2017.

Da bereits zwei private Krankenhäuser im jetzigen Sperrgebiet ihre Belegschaft entlassen haben, stünde möglichen Rückkehrwilligen kein Klinikbetrieb zur Verfügung.

Diesen Mangel können auch die Eröffnung von Filialen der 24-Stunden-Ladenkette „Family Mart“ und die Neubesetzung von Rathäusern und Polizeiwachen nicht kompensieren, so dass die medizinische Versorgung einer der wichtigsten Gründe für mangelnden Rückkehrwillen werden könnte.

Über die Finanzprobleme berichtete die NHK.

Alarm von Leckdetektor auf AKW-Gelände: Gegen 11:19 Uhr ertönte im Bereich des Turbinengebäudes von Reaktor 4 der Alarm eines Leckdetektors, der auf einen ungeplanten Wasseraustritt hinwies.

Nach einer ersten Kontrolle durch Kraftwerksarbeiter wurde der selbe Alarm gegen 11:42 Uhr erneut automatisch ausgelöst. Bei dem folgenden Kontrollgang wurde eine Wasserlache von 20 x 6 Metern und einer Tiefe von einem Zentimeter entdeckt.

Ein möglicher Zusammenhang mit der Wasserleitung des Hilfskühlsystems des Turbinengebäudes wurde untersucht und man geht davon aus, dass es sich nicht um stark kontaminiertes Wasser handelt.

Das Unternehmen gibt eine Konzentration von Cäsium-134 in Höhe von 2.500 Becquerel pro Liter und Cäsium-137 in Höhe von 8.700 Becquerel pro Liter an.

Präfektur Fukushima untersucht Wasseraustritt ins Meer: Am heutigen Freitag besichtigte eine Gruppe von Präfekturvertretern und Experten die Kraftwerksanlage Fukushima Daiichi.

Der Kontrollbesuch ist eine Reaktion auf einen unkontrollierten Wasseraustritt in den Hafen und einen verheimlichten Austritt von radioaktivem Regenwasser in das Meer.

Kraftwerksbetreiber TEPCO begann heute mit den angekündigten Arbeiten zur Platzierung von Sandsäcken mit Zeolith zur Filterung radioaktiven Materials und kündigte an, im März durch Pumpen einen Austritt von kontaminiertem Wasser auf den Hafen besser verhindern zu wollen.

Das Team aus 20 Personen untersuchte beide Abwasserkanäle, die bei den Ereignissen eine Rolle gespielt hatten und besichtigten Strahlungsmessergeräte und Fluttore, die einen Austritt von Wasser aus dem Hafenbereich in das Meer verhindern sollen.

Die Kontrollgruppe aus Präfekturvertretern und Experten forderten, auch die Dächer anderer Reaktorgebäude als mögliche Quelle für kontaminiertes Wasser zu prüfen. Über den Kraftwerksbesuch berichteten Kyodo und NHK.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Dezember 2014.

Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Aktuelle Daten zu Fukushima-Beschäftigten veröffentlicht (Symbolfoto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO, waren im Januar 2015 insgesamt 545 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden. Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 12,18 Millisievert.

Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden wie zuvor, keine signifikanten Werte festgestellt. Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten, mit Stand von Ende Januar 2015 befassen wird, soll gegen Ende März  eingereicht werden.

Entscheidung zum 30-Kilometer-Sicherheitsradius um AKW: Experten der Atomaufsichtsbehörde NRA einigten sich am gestrigen Donnerstag auf einen Plan, wie mit Personen zu verfahren ist, die im Fall einer Kraftwerkskatastrophe außerhalb der 30-Kilometer-Sperrzone leben.

Demnach werden diese Personen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und weitere Anweisungen abzuwarten. Die mögliche Alternative einer sofortigen Evakuierung, sobald die Sensoren außerhalb der Anlage einen starken Strahlungsanstieg melden, wurde somit offenbar verworfen.

Dem neuen Plan zufolge soll die Regierung fallweise entscheiden, in welchen Gebieten der Rückzug in feste Gebäude angeordnet werden soll. Der endgültige Entwurf wird nach Angaben der NRA voraussichtlich im März fertiggestellt. Das berichtete die NHK.

Anlieferung von kontaminiertem Erdreich erfolgt zwei Tage später: Die Lieferung von radioaktiv kontaminiertem Erdreich und anderem Material an die geplanten Zwischenlager in der Präfektur Fukushima, wird am 13. März beginnen.

jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Wie Umweltminister Yoshio Mochizuki heute mitteilte, wurde der ursprüngliche Termin – der Jahrestag der Tohoku-Katastrophen am 11. März – auf Wunsch von Einwohnern um zwei Tage verschoben. Die Bürger hatten um die kurzzeitige Verschiebung gebeten, um den Todesopfern der Dreifachkatastrophe gedenken zu können.

Ebenfalls aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen, werde man die Arbeiten zum Bau der Zwischenlager im Zeitraum vom 18. bis 24. März ruhen lassen, da zu dieser Zeit (higan) traditionellerweise die Familiengräber besucht werden. Über die Verzögerungen bei Anlieferung und Lagerbau berichtete die jiji.

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