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Fukushima aktuell: Ausfall von mehreren Cäsiumfilteranlagen am AKW

Sowohl SARRY als auch KURION vom Zwischenfall am AKW betroffen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Alte SARRY-Filteranlage nach Umbau am 9. August 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Alte SARRY-Filteranlage nach Umbau am 9. August 2012 (Foto: TEPCO)

Der Ausfall von Cäsiumfiltersystemen sorgte am AKW Fukushima heute für Aufsehen. Da stehen sicher nicht nur für den Kraftwerksbetreiber TEPCO die übrigen Fukushima News, etwa über die Verurteilung zu weiteren Entschädigungszahlungen, hinten an.

Diese und weitere Meldungen, die aus Japan aktuell gemeldet werden, finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ausfall der Filtersysteme SARRY und KURION am AKW Fukushima
  • TEPCO muss Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen
  • Festnahme nach illegalem Entschädigungsbezug
Ausfall der Filtersysteme SARRY und KURION am AKW Fukushima

Der für heute vorgesehene Start der zweiten Einheit des Cäsiumfiltersystems SARRY, wurde aufgrund einer Störung bei der Elektrizitätsversorgung abgebrochen.

Auch der Versuch, gegen 10:50 Uhr die Cäsiumfiltereinheit des KURION-Systems zu starten schlug fehl, so dass keine der Filteranlagen für radioaktiv kontaminiertes Wasser anlief. Umgehend wurde eine Untersuchung der genauen Umstände eingeleitet.

Dabei wurde am Transformator für das SARRY-Filtersystem sowohl Funkenflug, als auch ungewöhnliche Geräusche aus dem Gehäuse festgestellt und die Feuerwehr Tomioka über den Zwischenfall informiert. Diese stufte den Fund gegen 13:48 Uhr nicht als „Brand“ ein.

TEPCO arbeitet nun nach eigenen Angaben an einer Möglichkeit, zumindest SARRY so bald wie möglich wieder in betriebsfähigen Zustand zu versetzen.

Der Kraftwerksbetreiber versicherte, obwohl mit dem Ausfall von KURION und SARRY praktisch die Wasserfilterung ausgefallen ist, habe dies keinen unmittelbaren Einfluss auf die Handhabung des angesammelten Wassers.

TEPCO muss Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen

Am heutigen Mittwoch verurteilte ein Gericht in Tokyo den Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zu Entschädigungszahlungen in Höhe von 1,1 Milliarden Yen an Bürger der Stadt Minamisoma.

Die Gruppe von 321 Klägern hatte psychologische Folgen aufgrund des Verlusts ihrer Lebensgrundlagen im Bezirk Odaka als Begründung für die finanziellen Forderungen angeführt.

TEPCO hatte sich zwar bereits zuvor dazu bereit erklärt, gemäß den staatlichen Richtlinien jedem der früheren Einwohner von Odaka eine Summe von 8,5 Millionen Yen zukommen zu lassen, doch die Kläger im aktuellen Fall forderten weitere 32 Millionen pro Person.

Das Elektrizitätsunternehmen erklärte, man werde das Urteil nun gründlich prüfen lassen, bevor man darüber berate, ob man die Entscheidung des Gerichts anerkenne und der Forderung nachkomme.

Von den einst 12.800 Einwohnern des Bezirks wohnen nun lediglich etwa 2.400 Menschen dort (Stand Dezember 2017). Über das Urteil berichtete die Kyodo.

Festnahme nach illegalem Entschädigungsbezug

Die Polizei in Aizu-Wakamatsu gab die Festnahme eines 39 Jahre alten Einwohners der Stadt bekannt. Ihm wird vorgeworfen, durch Vortäuschung von wirtschaftlichen Folgen für einen Restaurantbetrieb, illegal Entschädigungsgelder von TEPCO bezogen zu haben.

Nach Angaben der Polizei sei der Tatverdächtige geständig. Er habe die entsprechenden Dokumente gefälscht, um so in den Besitz des Geldes zu gelangen. Der Mann ist offenbar kein Unbekannter, denn es habe bereits längerfristig Verdachtsmomente gegeben.

Man werde die Ermittlungen nun weiterführen und mit den älteren Entwicklungen abgleichen. Das berichteten Präfekturmedien