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Fukushima aktuell: Autowaschanlagen sollen dekontaminiert werden

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Artikelbild - Autowaschanlage in Japan (Foto: Dick Thomas Johnson, flickr cc-by)
Präfektur Fukushima: Reinigung kontaminierter Autowaschanlagen geplant (Foto: Dick Thomas Johnson, cc-by)

Das Wochenende verlief ereignisreich und so können vom AKW Fukushima heute gleich mehrere Fukushima News gemeldet werden. Doch auch außerhalb des Kraftwerks werden aus Japan aktuell immer noch Folgen der AKW-Krise gemeldet.

Die einzelnen Meldungen im Detail gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Dezember 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Beseitigung von radioaktivem Schlamm aus Autowaschanlagen geplant
  • Vier Wasserlachen an der ALPS-Filteranlage
  • Wasserspuren im Lagertankbereich J1
  • Probleme mit Wasserstoff-Kontrollsystem an Reaktor 1
Beseitigung von radioaktivem Schlamm aus Autowaschanlagen geplant

Nachdem Anfang November die Entdeckung von kontaminierten Ablagerungen in den Tanks von Autowaschanlagen für Aufsehen gesorgt hatte, will man das steigende Problem offenbar nun gemeinsam angehen.

Gemeinsam mit drei anderen Organisationen will die Präfektur ab April eine zeitweise Aufbereitungsanlage mit Zwischenlager für die schätzungsweise über 16.000 Tonnen an Schlamm aus den Autowaschanlagen der Präfektur auf die Beine stellen.

Ein entsprechendes Treffen fand am Samstag in Sendai statt. An dem Projekt beteiligen sich auch Vereinigungen der Automobilbranche. Das kontaminierte Material soll eingesammelt, einer Volumenreduzierung unterzogen und dann übergangsweise eingelagert werden.

Die dabei entstehenden Wartungskosten sollen dem Betreiber des AKW Fukushima Daiichi in Rechnung gestellt werden. In der ganzen Präfektur Fukushima gibt es etwa 1.700 Anlagen, an denen derartige Flüssigabfälle anfallen. Das berichten Präfekturmedien.

Vier Wasserlachen an der ALPS-Filteranlage

Am Samstag entdeckte ein Angestellter eines Partnerunternehmens gegen 10:17 Uhr im Gebäude der Hochleistungs-Filteranlage einer Wasserlache von 10cm x 20cm am Boden unter einer Leitung.

Das Filtersystem wurde zunächst gestoppt, um die genauen Umstände zu untersuchen. Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO trat dabei kein Wasser in die Umwelt aus, sondern blieb innerhalb der Betonbarriere.

Die Untersuchung ergab auch an weiteren Stellen jeweils Hinweise auf Wasserlecks – etwa am Pumpensumpf im unteren Teil eines Wasserbehälters (etwa 10cm x 5cm) und eine weitere Lache von 10cm x 20cm.

Am Verbindungsteil zwischen zwei Ventilen an einer Leitung zum Pumpensumpf wurden ebenfalls Wasserspuren festgestellt.  Möglicherweise war dies die Hauptleckstelle.

Insgesamt habe man vier Stellen mit Wasserlachen nachweisen können. Derzeit trete dort jedoch kein Wasser aus.

TEPCO vermutet, dass es sich um Wasser handelt, dass sich in den Leitungen angesammelt hatte. Die Entfernung der Wasserlachen verlief problemlos und die Strahlungsdosis habe der Umgebungsradioaktivität entsprochen.

Neben TEPCO berichteten auch Präfekturmedien über die mehrfachen Hinweise auf lokal begrenzte Wasseraustritte.

Wasserspuren im Lagertankbereich J1 am Sonntag

Am Sonntag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 10:50 Uhr im Bereich des Lagertankbereichs J1, dass an einer Leitung zwischen dem Multinuklid-Filtersystem ALPS und dem Lagertankbereich N1 tropfenweise Wasser austrat.

Das Wasser gelangte zu diesem Zeitpunkt mit einer Geschwindigkeit von zwei Tropfen pro Minute hinaus und verteilte sich auf einer Fläche von 20cm x 10cm auf dem Boden.

Bei der Leitung handelt es sich um ein Teilstück zwischen der inneren und äußeren Betonbarriere, die als Damm um den Lagertankbereich dient. Das Wasser gelangte nicht hinaus.

Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wurde gegen 11:08 Uhr, das äußere Ventil geschlossen und ein Plastikbeutel zur Sicherung der Leckstelle angebracht.

Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Strahlungsbelastung des Wassers der Umgebungsradioaktivität entsprach.

Die Leckstelle ist ein L-förmiges Teilstück der Leitung. Für eine genauere Untersuchung wurde am heutigen Montag die Ummantelung und das Dichtungsmaterial entfernt. Dabei wurde festgestellt, dass die Leitung selbst dicht war.

Das Isolationsmaterial war jedoch von Regenwasser durchweicht. Daher geht TEPCO davon aus, dass das Material so lange durchweicht worden war, bis es an dieser Stelle zum Heruntertropfen des Wassers kam.

Probleme mit Wasserstoff-Kontrollsystem an Reaktor 1

Am Sonntag löste gegen 00:57 Uhr das Gas-Management-System von Reaktor 1 einen Alarm aus, der auf eine geringe Durchflussrate am Messgerät A für Sauerstoff und Wasserstoff hinwies.

Da die Bildung von Wasserstoff in Reaktoren explosionsgefährdend sein kann, wurde eine Kontrolle durchgeführt. Diese ergab, dass der Durchfluss in der Pumpe nicht mehr über das Messgerät nachweisbar war.

Der Versuch, die Menge beim Gasaustausch anzupassen, gelang dem Unternehmen nach eigenen Angaben zu diesem Zeitpunkt nicht.

Gegen 3:32 Uhr kam man zu dem Schluss,. dass die Überwachung der Wasserstoff-Konzentration im Sicherheitsbehälter mit dieser Einheit nicht mehr möglich ist. Das zweite Messgerät B arbeitet jedoch störungsfrei.

Daher ist eine Kontrolle des Zustands innerhalb des Reaktors weiterhin wie zuvor möglich. Das Unternehmen wolle den Ausfall des ersten Gasmessgeräts nun prüfen. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

2 KOMMENTARE

  1. Guten Tag Redaktion von Spreadnews.

    Ich habe die NHK News gesehen ueber den Anschlag in Berlin.
    Ich hoffe, es geht allen von der Redaktion gut und niemand hat Verletzungen erfahren?

    Schoene Gruesse

    • Guten Morgen Frau Ito.
      Vielen Dank für ihre Nachfrage.
      Den Mitgliedern der Redaktion geht es gut. Es ist niemand von den Ereignissen am Breitscheidplatz betroffen.

      Schöne Grüße nach Matsushima.

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