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Fukushima aktuell: Babyzähne sollen Strahlungsfolgen nachweisen

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Artikelbild - Hand mit Zähnen (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Kinderzähne sollen bei Forschung helfen (Foto: pd)

Um den gesundheitlichen Folgen besser auf den Zahn fühlen zu können, geht man in der Präfektur Fukushima heute Wege, die dort vor einigen Jahren noch auf Widerstand stießen. TEPCO versucht dagegen Fortschritte vorzuweisen und für ein Risiko-AKW wurde eine Sicherheitsprüfung beantragt.

Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Februar 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Studie zur Strahlungsbelastung in Fukushima-Babyzähnen begonnen
  • Standardisierte zahnärztliche Unterlagen sollen Identifizierung erleichtern
  • Sicherheitsprüfung für AKW Hamaoka beantragt
  • Todesfall nach neuen Schneefällen

Studie zur Strahlungsbelastung in Fukushima-Babyzähnen begonnen: Die zahnärztliche Vereinigung der Präfektur Fukushima, hat heute mit einer Studie begonnen, in deren Rahmen die Strahlungsbelastung in den Zähnen von Babies erfasst werden soll, um mögliche langfristige Folgen der Fukushima-Katastrophe auf die Gesundheit ausmachen zu können.

Japans Kinder (Symbolfoto: Michael Rhys cc-by)
Fukushima-Kinder: Zähne sollen Strahlungsfolgen klären (Foto: Michael Rhys cc-by)

Die Vereinigung wird Eltern, deren Kinder im Zeitraum der Kernschmelzen in der Präfektur Fukushima waren, um die Spende von Babyzähnen bitten. Da sich die Zähne in diesem  Alter noch entwickeln und noch nicht gänzlich ausgehärtet sind, kann sich dort radioaktives Material ansammeln und so genaue Messungen der Strahlungsbelastung im Kindesalter ermöglichen.

Bei dem Projekt zur Zahnanalyse zur Strahlungserfassung, das vom Umweltministerium und vier Universitäten der Region Tohoku unterstützt wird, handelt es sich landesweit um das erste dieser Art. Ein derartiges Projekt war einige Jahre zuvor noch durch die Präfekturleitung behindert worden (Spreadnews berichtete am 19. Dezember 2012).

Die Verantwortlichen hoffen nun, durch die Erlaubnis von Eltern jährlich 4.000 Zähne sammeln zu können. Abhängig vom Zustand des Zahnmaterials können die Untersuchungen mehrere Jahre dauern. Während das Ergebnis dann auf wissenschaftlichen Konferenzen bekannt gegeben wird, sollen die Spender einzeln über die Ergebnisse informiert werden.

Mit Hilfe von Kollegen aus anderen Landesteilen wollen die Zahnärzte dem Untersuchungslabor der Tohoku-Universität auch eine Vergleichsstudie mit Kindern aus anderen Regionen durchführen. Über das nun gestartete Projekt berichtete die Asahi Shimbun.

Standardisierte zahnärztliche Unterlagen sollen Identifizierung erleichtern: Auch eine Zahnärztliche Vereinigung der Präfektur Niigata plant, Zähne für weitere Zwecke zu nutzen. Das Projekt des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MLHW) soll die Identifizierung von Leichen erleichtern.

Durch Schaffung eines nationalen Standards für zahnärztliche Unterlagen, bei den in einem Dokument 26 Punkte, darunter bereits durchgeführte Behandlungen,  erfasst werden, sollen Computer schneller Abgleiche durchführen können.

Bereits bei der Identifizierung von stark entstellten Körpern von Todesopfern der Tohoku-Katastrophen 2011, hätten sich Zahnabgleiche durch eine Software im Vergleich zu Fingerabdrücken oder DNA-Tests als effektiver erwiesen. Das berichtete die jiji.

Sicherheitsprüfung für AKW Hamaoka beantragt: Am heutigen Freitag reichte Chubu Electric, Betreiber des AKW Hamaoka (Präf. Shizuoka), eine Sicherheitsprüfung von Reaktor 4 bei der Atomaufsichtsbehörde NRA ein.

Atomkraftwerk Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)
Das AKW Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)

Eine solche Prüfung ermittelt, ob die verschärften Sicherheitsbestimmungen vorschriftsmäßig umgesetzt werden und sind Bedingung für eine Neustarterlaubnis.

Die noch laufenden Arbeiten, etwa die Anbringung eines höheren Damms, sollen bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Aufgrund seiner Lage – der Standort gilt als potentielles Epizentrum eines schweren Erdbebens – ist das Kraftwerk, das sich etwa 190 Kilometer südwestlich von Tokyo befindet, von besonderem Interesse für den Großraum Tokyo.

Doch die Entwicklungen im Bezug auf die Anlage sind auch weiterhin von Interesse. In einem äußerst ungewöhnlichen Schritt hatte die frühere Regierung im Mai 2011 einen Antrag auf Stilllegung der Anlage aufgrund Bedenken bei der Tsunamisicherheit eingereicht.

Der Betreiber erklärte, die rechtliche Situation habe sich zwar geändert, hielt sich jedoch  im Bezug auf einen tatsächlichen Neustart des Reaktors bedeckt. Mit dem jüngsten Antrag steigt die Zahl der Reaktoren für die eine Sicherheitsprüfung beantragt wurde auf 17 an insgesamt zehn Anlagen.

Heita Kawakatsu, Gouverneur der Präfektur Shizuoka, machte eine Zustimmung davon abhängig, ob die aktuellen Sicherheitsbestimmungen eingehalten würden. Über den neuen Antrag berichteten Kyodo und NHK.

Todesfall nach neuen Schneefällen: Erneut hat ein Schneeinbruch in Teilen Japans zu Problemen geführt. Bereits am vergangenen Wochenende war es bei Schneefällen zu neuen Rekorden gekommen, mehrere Menschen kamen ums Leben (Spreadnews berichtete am 9. Februar 2014). Auch jetzt gibt es bereits einen Todesfall.

Tokyo: Schnee Anfang Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)
Tokyo: Schneefälle Anfang Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)

Im Westen Japans starb ein Mann in der Präfektur Shiga, als sein Wagen auf der eisigen Fahrbahn ins Schleudern geriet und gegen einen entgegenkommenden LKW fuhr.

Aus sechs weiteren Präfekturen in Westjapan wurden fast 200 Verletzte gemeldet. In der Stadt Kofu (Präf. Yamanashi) in Zentraljapan wurden mehr als 20 Zentimeter Schnee gemessen.

Auch in der Hauptstadt Tokyo zeigte sich eine dünne Schneedecke und die Einwohner bereiten sich erneut auf starke Winde und ungewohnt heftigen Schneefall vor.

Bei den Shinkansen-Schnellzügen, die Tokyo mit Westjapan verbinden, kam es zu Verspätungen, Schnellstraßen wurden abschnittsweise gesperrt. Der Flughafen Tokyo-Haneda meldet mehrere Streichungen von Flügen.

In Kyushu waren mit Stand von Freitag 7:00 Uhr etwa 12.300 Haushalte ohne Strom, nachdem Bäume unter der Schneelast gekippt und auf die Überlandleitungen gestürzt waren.

Nach Angaben der Wetterbehörden, wird die Situation am Wochenende kritisch bleiben. Bis Samstagmittag sollen entlang der Berge nördlich von Tokyo bis zu 70 Zentimeter Schnee fallen. In der Region Tohoku sollen 20 Zentimeter erreicht werden. Bereits jetzt wurden in der alten Hauptstadt Nara 14 Zentimeter gemessen.

Die Behörde rät Einwohnern von Regionen an der Pazifikküste, Vorsichtsmaßnahmen gegen heftige Winde und starken Seegang zu treffen. Soweit der Stand vom Freitag. Praktisch alle großen Medien berichteten, darunter Kyodo und NHK.

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