Start Aktuelles Fukushima aktuell: Bau der Grundwasserbarriere beginnt

Fukushima aktuell: Bau der Grundwasserbarriere beginnt

2352
1
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Bohrer zum Bau der Grundwasserbarriere am 2. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bohrer zum Bau der Grundwasserbarriere am 2. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

In dem offiziellen Beginn der Arbeiten an der Grundwasserbarriere, die am AKW Fukushima heute starteten, sehen Regierung und TEPCO einen weiteren Fortschritt bei der Bewältigung radioaktiver Abwässer. Sicherheitsprobleme gibt es allerdings weiterhin. Das zeigen auch die Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Juni 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Bau der Grundwasserbarriere begonnen
  • Barrierebau mit Hindernissen
  • TEPCO bittet Medien um Zurückhaltung
  • Hohe Strahlung in Fukushima-Reaktor 1 nachgewiesen
  • Grundwasserverklappung fortgeführt
  • Kleines Leck an Wassertank aufgetreten
  • Warme Mahlzeiten für Fukushima-Arbeiter geplant

Bau der Grundwasserbarriere begonnen: Bereits am Wochenende war der Plan von Kraftwerksbetreiber TEPCO bekannt geworden, am heutigen Montag die Arbeiten an der Grundwasserbarriere aufzunehmen. Für den künftigen Betrieb ist zunächst der Bau einer Rohrsystems erforderlich, durch dass eine Kühlflüssigkeit zirkulieren soll.

Nach den Vorstellungen der japanischen Regierung und TEPCO, die gemeinsam das Projekt beaufsichtigen, sollen auf einer Strecke von insgesamt 1,5 Kilometern um die Reaktoren, 1 bis 4 Metallrohre 30 Meter tief in den Boden hinabgelassen werden. Durch das eingespeiste Kühlmittel gefrieren die tiefen Erdschichten um die Rohre und bilden eine Eisbarriere.

Die Maßnahme soll sowohl der Zufluss von Grundwasser unter das Kraftwerksgelände, als auch der Austritt von kontaminiertem Reaktorwasser in die Umwelt verhindern. Mit dem herablassen der Kühlrohre, soll auf dem Hügel hinter den Reaktorgebäuden begonnen werden, da dort das Erdreich weniger starke Kontamination aufweist, als an der Küstenseite der Anlage.

Barrierebau mit Hindernissen: Auch wenn die Atomaufsicht ihr grundsätzliches Einverständnis erklärte, sind noch nicht alle Aspekte genau geklärt. Tatsächlich bezieht sich die Genehmigung der NRA bislang ausschließlich auf Bereiche, in denen keine unterirdischen Strukturen, wie Kabel, Rohrleitungen oder Kellergebäude  vorhanden sind.

AKW Fukushima: Start der Arbeiten an der Grundwasserbarriere am 2. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Start der Arbeiten an der Grundwasserbarriere am 2. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Im Küstenbereich der geplanten Strecke verlaufen jedoch unterirdische Tunnel, die mit stark radioaktiv kontaminiertem Wasser überflutet sind.

Um die Bohrungen und Rohrverlegung auch dort durchführen zu können, ist eine weitere Genehmigung erforderlich.

Diese setzt jedoch voraus, dass TEPCO und die Regierung plausibel darlegen können, das keine Gefährdung besteht.

Kritiker des  Projekts sehen mehrere Risiken. Eine derartige Bodenfrostung ist in diesem Ausmaß bislang unerprobt. Vergleichbare Maßnahmen fanden bislang nur in deutlich kleinerem Maßstab Anwendung.

Das Kühlkonzepte sei nicht für einen Betrieb über Jahrzehnte ausgelegt. Welche Folgen mögliche Schäden an den Leitungen hätten, wurde nicht benannt.. Über Pläne und Schwierigkeiten berichteten jiji und NHK.

TEPCO bittet Medien um Zurückhaltung: Der Elektrizitätskonzern TEPCO wandte sich heute schriftlich an die Medien und bat um Zurückhaltung bei Foto- und Videoaufnahmen.

Auch wenn die Arbeiten an der unterirdischen Eiswand sicher von Interesse seien, so möge man bitte auf die Art der Aufnahmen achten. Luftaufnahmen, sowie Aufnahmen von Überwachungsmaßnahmen an der Anlage sollten unter Berücksichtigung gesetzlicher Regelungen nicht veröffentlicht werden.

Derartiges Material könne andernfalls von Kriminellen genutzt werden, um auf die Anlage zu gelangen. Bereits im November 2013  hatte TEPCO Kritik an der Berichterstattung beim Brennelementetransport geübt

Hohe Strahlung in Fukushima-Reaktor 1 nachgewiesen: Der Nachweis einer Leckstelle in Reaktor 1, im Bereich eines Rückflussverhinderers an der Verbindung zwischen Sicherheitsbehälter und Kondensationskammer, hatte zuletzt für Aufmerksamkeit an dem Reaktorgebäude geführt. Nun hat der Robotereinsatz weitere Erkenntnisse gebracht.

Der Einsatz des Roboters dort dient der Lokalisierung von Reaktorschäden, so dass die Strahlungsbelastung für die Angestellten besser eingeschätzt werden kann. Dabei wurde nun an einem Punkt der torusförmigen Kondensationskammer extrem hohe Strahlung von 2.400 Millisievert pro Stunde nachgewiesen.

Der Roboter sei auf einem Steg um die Kammer herum navigiert und hatte dort den Hot Spot entdeckt. Mit 2.400 Millisievert ist der Strahlungswert das das fünf- bis zehnfache höher, als in anderen Bereichen um die Kondensationskammer.

Als Ursache vermutet TEPCO, dass sich dort stark radioaktives Material befindet und will die Strahlungsquelle nun ausmachen. Das berichtete die NHK.

Grundwasserverklappung fortgeführt: Am heutigen Montag wurde die Verklappung von zuvor gefiltertem Grundwasser aus dem Sonderlagertank Gr-2 fortgeführt. Eine Menge von 833 Tonnen Grundwasser wurden in den Pazifik geleitet. Die Maßnahme begann um 10:19 Uhr und wurde um 13:42 Uhr abgeschlossen. Dabei traten keinerlei Störungen auf.

Kleines Leck an Wassertank aufgetreten: Am heutigen Montag entdeckten Sicherheitsbeauftragte bei einem Kontrollgang gegen 15:00 Uhr, dass an zwei Stellen des Bolzenbereichs eines Behälters, mit einem Fassungsvermögen von 4.000 Tonnen, ein geringer Wasseraustritt erfolgte. Das Wasser gelangte mit einer Frequenz von einem Tropfen pro Sekunden aus dem Bereich der Lagertankbolzen.

TEPCO-Angestellte bestätigten den Fund. Das ausgetretene Wasser verblieb innerhalb der Betonbarriere um den Behälter und gelangte nicht in die Umwelt. Zwar lagere derzeit nur Regenwasser in dem Tank, dennoch werde man eine Analyse durchführen.

Warme Mahlzeiten für Fukushima-Arbeiter geplant: Am vergangenen Donnerstag wurde in Okuma (Präf. Fukushima) der Grundstein für ein Versorgungszentrum gelegt. Dort sollen für die Angestellten, die im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi arbeiten, warme Mahlzeiten zubereitet werden. Dies sei aufgrund der schwierigen Arbeitsbedingungen ein wichtiger Faktor.

J-Village: Buffet im Café am 6. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
J-Village: Buffet im Café am 6. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Das zweistöckige Gebäude wird nach seiner Fertigstellung etwa sieben Kilometer südwestlich des Kraftwerks liegen und 3.500 Quadratmeter Fläche bieten.

Die Arbeiten sollen im März kommenden Jahres abgeschlossen und die Einrichtung einen Monat später eröffnet werden.

Dann sollen dort täglich 3.000 Personen von 100 Angestellten versorgt werden. Das berichteten Präfekturmedien.

Unmittelbar nach den Tohoku-Katastrophen gab es keinerlei Versorgung an der Anlage, so dass die etwa 6.000 Arbeiter ihr Mittagessen nicht nur selbst mitbringen mussten, sondern auch die Unterbringung von den Medien kritisiert worden war. Im weiteren Verlauf hatte TEPCO die Versorgungsmöglichkeiten, unter anderem durch ein kleines Cafe und ein Buffet, verbessert.

 

1 KOMMENTAR

  1. Grundwasserprojekt läßt Hoffnung aufkommen ,physikalisch wäre auc ein Schild aus gekühltem Gestein zur Absicherung von Stollenvortrieb unter die Reaktoren zwecks Anstich der 3 Coriumschmelzen und Ausguss in Bremsformen in Lagerstollen als Option und Vorbeugemaßnahme für spätere Änderungen der Kritikalität der Schmelzen mit Explosion ein Lösungsansatz

    Luftbelastung und Ableitung von radioaktivem Kühlwasser in den Pazifik sollte von einem UNO Mandat getragen aus Verantwortung für sie gesamte Nordhemisphäre untersagt werden.

    Mehrfache Kühlwasserverwendung und höchstradioaktive Reste sollten in Gipspyramiden (Kristallwasserbindung) aus der Nahrungskette und Biosphärekreisläufen ausgefiltert und endgelagert werden,-

    Speedsedimendation mit Nax 9 Algenaussaat zur Rettung des Pazifiks und Bremsung der T³ Bildung -Volume goes sureface- wäre vorranigig weil T³ aus dem Volumen flüchtig ist und das Standardwasser des ganzen Planeten verseuchen wird.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here