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Fukushima aktuell: Bauprojekt wegen Strahlungsängsten eingestellt

Chance auf Arbeitsplätze durch Angst vor Radioaktivität geplatzt

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Artikelbild - Betonmischmaschine von Hino (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Angst vor Radioaktivität beendet Bauprojekt (Symbolfoto, pd)

Der Wiederaufbau ist für die Präfektur Fukushima heute nach wie vor von besonderer Bedeutung. Umso bedauerlicher, wenn ein Projekt wegen Ängsten von Bürgern beendet werden muss.

Die weiteren Fukushima News befassen sich dagegen mit einer Neuentdeckung, durch die Dekontamination und Lagerung deutlich erleichtert werden könnten. Die Einzelheiten gibt es im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Holzpellet-Unternehmen beendet Bauprojekt wegen Strahlungsängsten
  • Spezialsalz könnte Dekontamination deutlich verbessern
Holzpellet-Unternehmen beendet Bauprojekt wegen Strahlungsängsten

Die „Tonokosan Corporation„, die im Bezirk Tono der Stadt Iwaki sowohl Holzchips herstellt, als auch vertreibt, hat gestern den Bau einer Anlage zur Herstellung des Ausgangsmaterials eingestellt.

Mit dem Bau war im Februar begonnen worden und die Fertigstellung war noch im laufenden Fiskaljahr gerechnet worden. Doch nun kam das Aus für das Projekt, dessen wesentlicher Teil der Bau eines Verbrennungsofens war.

Als Grund gab das Unternehmen an, sowohl die Lärmbelästigung, als auch die Angst vor der Verbreitung von radioaktivem Material, das bei der Verbrennung der Baumrinde freigesetzt werden könnte, hätten zu der Entscheidung geführt.

Die Tonokosan Corp. hatte zwar auf einer Informationsveranstaltung die Einwohner davon zu überzeugen versucht, dass die Konzentration von radioaktivem Material sogar unter dem Nachweiswert lag – offenbar kam die Botschaft jedoch nicht an.

Die Kosten auf das nun unplanmäßig beendete Projekt belaufen sich auf zwei Milliarden Yen. Die Hälfte davon wäre durch Fördermittel gedeckt worden und der Betrieb hätte 22 Arbeitsplätze geschaffen.

Nun sucht das Unternehmen nach einem neuen Standort außerhalb des Bezirks Tono. Über das fehlgeschlagene Projekt berichteten Präfekturmedien.

Spezialsalz könnte Dekontamination deutlich verbessern

Die Universität Fukushima gab am gestrigen Mittwoch bekannt, dass man eine eine neue Möglichkeit zur Bindung von radioaktivem Cäsium aus dem Erdbeben entwickelt habe.

Im Rahmen des Verfahrens werden Natriumsalze undf Kaliumsalze geschmolzen und in den Boden gegossen. Die Substanz erkaltet und bindet dabei Cäsium.

Das von Nippon Soda (Nisso) entwickelte Spezialsalz hat einen geringen Schmelzpunkt. Bereits bei einer Mischung des Erdreichs mit der 120 Grad heißen Salzlösung führt zu einer Extraktionsrate von 85 Prozent und liegt damit höher als bei anderen chemischen Verfahren.

Erkenntnisse über das Zusammenwirken von Kaliumdihydrogenphosphat und Salpetersäure hatte man zwar zuvor gewonnen, jedoch war dabei eine Erhitzung auf bis zu 250° Celsius erforderlich.

Dadurch, dass das Cäsium sich im Salz konzentriert, wäre die Trennung des radioaktiven Materials vom Erdboden wesentlich einfacher und die erforderliche Lagerung zudem deutlich platzsparender, als die abgetragenen Bodenschichten einzulagern.

Ob das Verfahren auch praxistauglich ist, muss sich noch zeigen. Nach Angaben von Professor Sato befindet sich die Forschung noch am Anfang. Dennoch will man am 19. und 20. dieses Monats in der Stadt Fukushima die bisherigen Erkenntnisse öffentlich bekannt geben.

 

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