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Fukushima aktuell: Bergung der Brennelemente ab Montag geplant

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Artikelbild: Internationale Experten bei simulierten Bergungsmaßnahmen an Reaktor 4 am 15. November (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Internationale Experten bei simulierten Bergungsmaßnahmen an Reaktor 4 am 15. November (Foto: TEPCO)

Während sich die japanische Regierung mit einer Drohung des Internetkollektivs Anonymous aufgrund der Delfinjagd in Taiji und internationaler Kritik aufgrund geänderter Ziele im Klimaschutz konfrontiert sieht, muss der Betreiber des AKW Fukushima heute die Entdeckung eines neuen Lecks an einem der Lagertanks einräumen.

Im Rahmen der Fukushima News vielleicht noch wichtiger, ist jedoch die Ankündigung, am kommenden Montag mit der Bergung der Brennelemente aus Reaktor 4 zu beginnen. Einzelheiten zu dem, was in Japan aktuell geschieht nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. November 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Bergung der Brennelemente aus Reaktor 4 für Montag geplant
  • Leck an Fukushima-Lagertank im Bereich G6

Bergung der Brennelemente aus Reaktor 4 für Montag geplant: Einer heutigen Meldung des Elektrizitätskonzerns TEPCO zufolge, hat das Unternehmen den Termin für die erste Bergung von Brennelementen aus einem Lagerbecken in Gebäude von Reaktor 4, auf kommenden Montag, den 18. November 2013 festgelegt.

Fukushima-Reaktor 4:  Test des Deckenkrans am 14. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Test des Deckenkrans am 14. November 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO veröffentlichte bereits jetzt Videoaufnahmen, als auch Fotos von einer seit Mittwoch laufenden Testbergung.
Dabei wurde mit simulierten Brennelementen alle wichtigen Schritte der Bergung durchgeführt. Zu sehen ist auf den Aufnahmen die Kontrolle, sowie der Transfer des Transportbehälters innerhalb der Anlage. Auch der Einsatz des Deckenkrans zur Handhabung der simulierten Brennelemente wurde dokumentiert.

Auch eine internationale Expertengruppe unter der Leitung von Lake Barrett war bei den Maßnahmen anwesend.

Ein für den 5. November 2013 festgelegter Termin zum Beginn der Bergung musste aufgrund von Einwänden der Atomaufsichtsbehörde NRA verschoben werden (Spreadnews berichtete am selben Tag).

Im Juli vergangenen Jahres war eine Testbergung von zwei ungenutzten Brennelementen erfolgt (Spreadnews berichtete am 19. ).

Fukushima-Reaktor 4: Blick in das Lagerbecken während des Tests am 14. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick in das Lagerbecken während des Tests am 14. November 2013 (Foto: TEPCO)

In dem Gebäude befinden sich 1.533 Brennelemente. Sollte die endgültige Genehmigung zur Bergung erteilt werden, sollen die Arbeiten bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Die Räumung des Lagerbeckens wird bereits jetzt als wichtiger Schritt zur Stilllegung der Reaktoren bezeichnet.

Nach der Bergung aus dem Lagerbecken sollen die Brennelemente in einem Transportbehälter zu einem etwa 100 Meter entfernten Gebäude gefahren werden, wo sie in einem Gemeinschaftsbecken gelagert werden sollen. Dort soll die Sicherheit der Brennelmente besser gewährleistet sein.

TEPCO stellte eine Reihe von Szenarien vor, die zu einer Störung der Arbeiten führen könnten und präsentierte gleichzeitig die für diese Zwischenfälle getroffenen Notfallmaßnahmen. Als grundlegend wird die Erdbebensicherheit des Krans und die vorausgegangene Schulung der Arbeiter genannt. An dieser Stelle nur einige der von TEPCO vorgestellten Szenarien.

  • Sturz eines Brennelements: Der Kran ist so entworfen, dass er sich selbst bei einem Stromausfall, oder Schäden der Hydraulik nicht öffnet. Das Strahlungsniveau wird überwacht. Eine Unterwasserkamera kontrolliert die Situation im Becken. Sollte ein Brennelement stürzen, werden die Arbeiter umgehend evakuiert.
  • Sturz der Transportbehälter: Ein Mechanismus verhindert auch bei einem Stromausfall einen Sturz. Die Arbeiter sind, ebenso wie bei der Handhabung der Brennelemente geschult. Sollte der Behälter aus großer Höhe stürzen, werden die Arbeiter evakuiert.
  • Kühlsystemausfall oder Lecks: Am Becken sind Leckdetektoren sind angebracht, Wasserstand und Temperatur werden überwacht. Mehrere Notstrommöglichkeiten stehen zur Verfügung, darunter Dieselgeneratoren und Feuerwehrbedarf. Auch eine Ersatzpumpe ist bereit und die Eindämmung von austretendem Wasser möglich.
  • Sturz eines Arbeiters: Um zu verhindern, das Arbeiter in das Lagerbecken stürzen, tragen sie Sicherheitsgürtel und passen aufeinander auf. Sollte es zum Sturz kommen, sind ein Rettungsboot und der Transport in das erdbebensichere Hauptgebäude und die Dekontamination vorbereitet.
  • Verletzung eines Arbeiters: Angestellte werden auf ihre Tauglichkeit geprüft, auf Kühlung und Arbeitszeiten wird geachtet. Transport in den Notfallraum und medizinische Versorgung stehen bereit.
  • Erdbeben während Transfer des Transportbehälters: Arbeit wird bis zum Ende des Bebens eingestellt. Sollte es ein schweres Erdbeben sein, wird der Behälter an sicherer Stelle abgestellt und die Arbeiter ziehen sich sofort von diesem zurück. Informationen über Tsunamigefahr werden umgehend bekannt gegeben.
  • Plötzlicher Strahlungsanstieg: Überwachung des Bereichs durch technische Messposten. Jeder Arbeiter verfügt über ein persönliches Dosimeter. Es sind Hochleistungs-Filter an der Luftversorgung angebracht. Arbeiter ziehen sich umgehend aus dem betroffenen Bereich zurück.
  • Störung beim Fahrzeugtransport: Vorausgehende Prüfung, langsamer Transport. Bei Störungen wird das Fahrzeug angehalten und der Status – visuell wahrnehmbare Schäden, Strahlungsmessung – kontrolliert, bevor Reparaturen durchgeführt werden. Alle Arbeiter die nicht mit einer Notfallbetreuung des Fahrzeugs betraut sind halten Sicherheitsabstand.

TEPCO verfügt nach eigenen Angaben über zwei Transportbehälter, in denen jeweils bis zu 22 Brennstäbe transportiert werden können. Über die Ankündigung zum Beginn der Bergung berichteten Kyodo und NHK.

Leck an Fukushima-Lagertank im Bereich G6: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Freitag meldete, entdeckten Angestellte gegen 8:00 Uhr ein Leck, das sich am Verbindungsstück eines Lagertanks im Bereich G6-C3 etwa 600 Meter südwestlich von Reaktor 4 befand.

AKW Fukushima: Tropfendes Leck an Lagerbehälter im Bereich G6 am 15. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Tropfendes Leck an Lagerbehälter im Bereich G6 am 15. November 2013 (Foto: TEPCO)

Das Verbindungsstück liegt an der Seite des Tanks in etwa drei Metern Höhe.

Erste Strahlungsmessungen aus einem Abstand von fünf Zentimetern, hatten eine Gesamtstrahlung von 35 Millisievert pro Stunde nachgewiesen. Hiervon sind 0,03 Millisievert pro Stunde Betastrahlung.

Das Wasser tropfte dort mit einer Geschwindigkeit von einem Tropfen alle vier Sekunden herab.

Dabei gelangte das Wasser jedoch nicht aus dem Bereich der Lagertanks, der durch Betonbarrieren abgesichert ist.

Um das austretende Wasser aufzufangen wurde eine Ölwanne eingesetzt. Nach einem Anziehen der Bolzen im Leckbereich endete der Wasseraustritt. Nach späteren Angaben von TEPCO sind etwa 11 Liter ausgetreten.

AKW Fukushima: Leckstelle an Lagertank im Bereich G6 am 15. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckstelle an Lagertank im Bereich G6 am 15. November 2013 (Foto: TEPCO)

Innerhalb der Betonbarrieren um den Tank war in angesammeltem Regenwasser eine Betastrahlung in Höhe von 5.200 Becquerel pro Liter nachgewiesen worden.

Einige kleinere Wasserspuren mit niedriger Strahlung wurden zwar auch im Bereich von Betonbarriere und Ablassventil entdeckt, es sei jedoch unwahrscheinlich, das Wasser nach außen gedrungen ist.

TEPCO meldet, dass der 500 Tonnen fassende Tank mit radioaktivem Wasser gefüllt ist, das mehrere hundert Millionen Becquerel an Betastrahlern wie Strontium-90 aufweist.

Auch wenn Betastrahlung bereits durch einfache Schutzkleidung ausreichend abgeschirmt wird, ist ein großer Wasseraustritt sicher nicht im Interesse des Betreibers.

Dies gilt umso mehr, da sich dort noch 11 Zentimeter tiefes Wasser innerhalb der Betonbarrieren befindet, mit dessen Abpumpung jedoch heute begonnen wurde.

Bei dem im Mai aufgebauten Tank handelt es sich um einen Wassertank in Schnellbauweise, der durch Bolzen, Gummierung und Kunstharze dicht gehalten wird. Das berichten TEPCO und jiji.

An baugleichen Behältern war es bereits zu Lecks gekommen, die auf Wasser in den Bolzenlöchern zurückzuführen sind.

Durch die so eingeleitete Korrosion hatten sich die Abstände zwischen den Stahlplatten verringert, was zu Wasseraustritten geführt hatte (Spreadnews berichtete am 9. Oktober 2013).

 

3 KOMMENTARE

    • Wie ich schon beim Vorkommentar sagte: vermutlich weiß das TEPCO nicht mal selber. Die Redaktion hier sicher auch nicht, sonst hätten sie das sicher in einem ihrer Artikel geschrieben.

  1. kann mir mal einer sagen wie das gehen soll ? Erdbeben während Transfer des Transportbehälters: Arbeit wird bis zum Ende des Bebens eingestellt. Sollte es ein schweres Erdbeben sein, wird der „……..Behälter an sicherer Stelle abgestellt „……..

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