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Fukushima aktuell: Bergung der Brennelemente an Reaktor 4 begonnen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4: Herablassen des Behälters in das Becken am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Nicht überall sieht es so ordentlich aus (Foto: TEPCO)

Ende vergangener Woche kündigte Kraftwerksbetreiber TEPCO an, am heutigen Montag mit den Maßnahmen zur Bergung der Brennelemente aus dem Lagerbecken von Reaktor 4 zu beginnen. Am heutigen Morgen um 7:00 Uhr Ortszeit wurde dann erklärt, der Vorgang werde später im Verlauf des Tages beginnen.

Detaillierte Information zu dem, was an der Anlage von Fukushima heute geschieht, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. November 2013.

  • Bergung der Brennelemente an Reaktor 4 begonnen

Bergung der Brennelemente an Reaktor 4 begonnen: Gegen 9:19 Uhr Ortszeit waren bereits Vorbereitungsarbeiten im Gange, die offiziell um 9:50 Uhr anliefen. Diese sahen vor, dass der Transportbehälter gegen 15:00 Uhr in das Wasser herabgelassen wird. Der Behälter bietet Platz für 22 Brennelemente.

Fukushima-Reaktor 4: Vorbereitungen zum Herablassen in das Lagerbecken am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Vorbereitungen zum Herablassen in das Lagerbecken am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)

Tatsächlich konnten die Arbeiten offenbar problemlos beginnen, so dass TEPCO bereits früh erste Aufnahmen präsentieren konnte.

Der Behälter wird zunächst in ein Gestell gehoben und dann in das Transportbecken herabgelassen. Im weiteren Verlauf beginnt der Transfer der 4,5 Meter langen Brennelemente aus dem Abklingbecken in den Behälter.

Nachdem mit dem Herablassen des Behälters begonnen worden war, wurde um 12:00 Uhr das Erreichen des Wassers im Becken gemeldet. Eine halbe Stunde später habe der Behälter dann den Boden des Beckens erreicht.

Gegen 15:08  Uhr begann der Einsatz des Krans zur Bergung, so dass gegen 15:25 Uhr das erste Brennelement aus dem bisherigen Gestell angehoben konnte. Um 15:27 Uhr sei es in den Behälter transferiert worden. Am Abend erfolgte die Meldung, man habe diesen ersten Schritt abschließen können.

Fazit des heutigen Tages: Vier Brennelemente wurden erfolgreich in den Transportbehälter gehoben. Den Berichten von TEPCO zufolge, habe es keine Störungen oder Probleme während der Arbeiten gegeben.

Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten zum Transfer der Brennelemente am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten zum Transfer der Brennelemente am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)

Im weiteren Verlauf ist vorgesehen, zunächst nur die 202 ungenutzten Brennelemente zu bergen. Die gesamte Operation findet unter Wasser statt, um die Brennelemente ausreichend zu kühlen und das Strahlungsniveau der Umgebung so gering wie möglich zu halten.

Der Betreiber hatte vorab erklärt, auf praktisch alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und eine Liste mit Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Anlage und der Arbeiter vorgestellt (Spreadnews berichtete am 15. November 2013).

Shunichi Tanaka, Vorsitzender der NRA erklärte, die Brennelemente müssten mit großer Vorsicht geborgen werden, auch wenn sie offensichtlich keinen großen Schaden davongetragen hätten.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass kleinere Schäden vergrößert würden, wenn man die Brennelemente mit zu viel Kraft aus ihrer Halterung ziehe.

Diese optimistische Einstellung im Bezug auf die Brennelemente wird nicht von jedem geteilt.

Fukushima-Reaktor 4: Brennelement-Transfer in Transportbehälter am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Brennelement-Transfer in den Transportbehälter am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)

Nach Angaben der Yomiuri Shimbun hatte der Betreiber TEPCO am 12. November eingeräumt, dass es Deformationen an drei Strukturen innerhalb des Lagerbeckens gibt.

Diese bestehen laut Informationen der Fukushima Minyu Shimbun seit mindestens zehn Jahren vor dem Erdbeben und seien durch fehlerhafte Handhabung entstanden. Lokalen Medien zufolge hat TEPCO weitere Schäden eingestanden.

Eigentlich ist der Transfer von abgebrannten Brennelementen, etwa aus dem Reaktor in ein Abklingbecken, ein Routinevorgang. Doch eine Reihe von Faktoren macht die Maßnahme an Fukushima-Reaktor 4 schwierig. Dies hängt, neben dem Zustand der Brennelemente, an einer Reihe von Faktoren

Das Gebäude: Die Arbeiten finden nicht in einem intakten Gebäude statt, sondern einer Struktur, die durch eine Wasserstoffexplosion stark beschädigt wurde. Sowohl der Schutzmantel, als auch das Gerüst, an dem der Deckenkran befestigt sind, waren ursprünglich nicht Teil des Gebäudes, sondern wurden für die Durchführung von Arbeiten errichtet.

Das Lagerbecken: Es befinden sich noch kleinere Trümmerteile, die von der Decke und den einstigen Geräten des Gebäudes herabstürzten, im Lagerbecken. Auch wenn alle großen Trümmer, die durch die Explosion herabgestürzt waren, besteht immer noch das Risiko von Schäden bei der Bergung von Brennelementen.

Der Vorgang: Der Transportbehälter muss aus dem fünften Stock des Reaktors, einer Höhe von 32 Metern herabgehoben werden. TEPCO versichert, Schäden seien sehr unwahrscheinlich. Bei Tests war der Behälter jedoch nur aus 17 Metern fallen gelassen worden. Bei Schaden am Behälter soll die Strahlung auf 5,3 Mikrosievert pro Stunde steigen.

Der Transport: Obwohl nur eine Strecke von 100 Metern zurückzulegen ist und TEPCO erklärt, auch auf Schäden am Fahrzeug vorbereitet zu sein, stellen beispielsweise starke Erdbeben eine potentielle Gefahr für das Fahrzeug mit dem Transportbehälter dar.

Die Ausrüstung: Die Angestellten müssen bei ihren Arbeiten neben der Atemschutzmaske auch drei paar Handschuhe übereinander tragen und klagten bereits darüber, dass das Tastgefühl eingeschränkt sei und sich auch das Greifen anders als gewohnt anfühle. Dies sind Faktoren, die menschliches Versagen zumindest begünstigen können.

Sofern ein planungsgemäßer Ablauf erfolgt, ist der Transfer von 22 der insgesamt 1.533 Brennelemente in den Transportbehälter bis Dienstag (Ortszeit) abgeschlossen. Über die Maßnahme berichteten mehrere japanischeMedien, darunter Kyodo, Asahi Shimbun und NHK.

1 KOMMENTAR

  1. was man da für ein tolles modernes sauberes AKW sehen kann, wo doch Fukushima so zerstört ist. fällt mir das denn als einzigem auf der Welt auf???

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