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Fukushima aktuell: Bergung der letzten Brennelemente aus Reaktor 4 angelaufen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4: Brennelemente-Transfer im November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Brennelemente-Transfer im November 2013 (Foto: TEPCO)

In den aktuellen Fukushima News nimmt die Bergung der letzten 180 Brennelemente aus Reaktor 4 des AKW Fukushima heute eine besondere Stellung ein, scheint damit doch der erfolgreiche Abschluss einer wichtigen Arbeit näher zu rücken. Details und sonstige Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. November 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Bergung der letzten Brennelemente aus Reaktor 4 angelaufen
  • TEPCO kündigt Änderung der Tunnelpläne an
  • Verschrottung von Bootswracks begonnen

Bergung der letzten Brennelemente aus Reaktor 4 angelaufen: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO meldet, habe man am AKW Fukushima Daiichi bereits mit der Bergung der verbliebenen Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 begonnen.

Fukushima-Reaktor 4: Position des Geräts zur Bergung der Brennelemente im September 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten an ungenutzten Brennelementen laufen (Foto: TEPCO)

Der Start der Brennelemente-Bergung im November 2013, war international teils mit starker Beunruhigung, bis hin zu Weltuntergangsszenarien begleitet worden.

Umso größer dürfte die Erleichterung gewesen sein, als am November 2014 die erfolgreiche Bergung aller abgebrannten Brennelemente gemeldet werden konnte.

Am Dienstag wurde mit der Bergung ungenutzter Brennelemente begonnen. Dabei wurden 22 der insgesamt 180 verbliebenen Brennelemente in einen Transportbehälter gehoben und auf den Transfer zum Abklingbecken am Gebäude von Reaktor 6 vorbereitet.

TEPCO zeigt sich zuversichtlich und kündigte gestern erneut an, bis Jahresende das Becken in Reaktor 4 vollständig geräumt zu haben. Die vergangenen Bergungsarbeiten waren durch Ausfälle am Kran und Schäden an Brennelementen erschwert worden.

Sogar der Transfer in das Gebäude an Reaktor 6 war, neben dem Einsatz großer Behälter für verformte Brennelemente eine Art letztes Hindernis, zeigte sich doch, dass der vorgesehene Platz in einem Gemeinschaftsbecken nicht ausreichend sein würde und eine zweite Lagerstätte erforderlich wurde.

Die jetzigen Transfers gelten als vergleichsweise ungefährlich, da es sich um bislang ungenutzte Brennelemente handelt und das zuvor aufgetretene Problem der Strahlungsbelastung bei den Bergungsarbeiten für die Kraftwerksarbeiter geringer ist. Neben TEPCO berichtete auch die Asahi Shimbun.

TEPCO kündigt Änderung der Tunnelpläne an: Nachdem sich stark radioaktiv kontaminiertes Wasser in Tunneln auf dem Kraftwerksgelände nicht auf die geplante Weise kontrollieren ließ, musste der Kraftwerksbetreiber sich nun vor der Atomaufsicht rechtfertigen.

Die Gefrierung der Abwässer schlug fehl, ebenso der Versuch, teilgefrorene Bereiche durch Spezialzement abzudichten. Zuletzt bemühte sich TEPCO um eine Kombination aus Blockade und Abpumpen. Diese zeigte jedoch gegenteilige Effekte.

Heute erklärte der Kraftwerksbetreiber gegenüber der Atomaufsichtsbehörde NRA seine bisherigen Niederlagen und erläuterte das aktuell geplante Konzept. Demnach soll ab Ende November die Einspeisung von Spezialzement mit Pumparbeiten koordiniert werden.

Nachdem Vertreter der Atomaufsicht auf Schwächen des Plans, etwa Risse im Zement hingewiesen hatten, genehmigten sie das neue Konzept zunächst bis Ende Dezember. Dann soll eine Prüfung der Effektivität erfolgen, die über den Fortgang der Arbeiten entscheiden wird. Das berichteten Kyodo und NHK.

Verschrottung von Bootswracks begonnen: Nachdem vergleichbare Arbeiten in den Präfekturen Iwate und Miyagi bereits abgeschlossen sind, begann das Umweltministerium am heutigen Freitag mit der Demontage und Entsorgung von 70 Fischerbooten, die durch den Tsunami des Tohoku-Großbebens an die Küste der Präfektur Fukushima angeschwemmt worden waren.

Tohoku-Region nach dem Tsunami: An Land geschleudertes Boot am 15. März 2011 (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Fischerboote: Nach Iwate und Miyagi beginnt in Fukushima die Entsorgung (Symbolfoto Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Die Arbeiten begannen mit 62 Booten in Namie (Bezirk Ukedo), weitere acht Wracks in Minamisoma. Naraha und Tomioka sollen folgen. Da einige Fischerboote in Gebieten mit hoher Radioaktivität gestrandet waren, hatte man diese bislang ausgespart.

Das Umweltministerium versicherte jedoch, dass keine starke Belastung durch radioaktiven Niederschlag an den Objekten gebe, so dass auch bei der endgültigen Entsorgung keine besonderen Hürden vorliegen sollen.

Die Wracks sollen bis Ende März kommenden Jahres auseinandergenommen und abtransportiert sein. Dies berichteten Asahi Shimbun jiji.

Die Fischerei, der Anbau von Algen und andere Branchen mit Bezug zum Meer, haben seit den Tohoku-Katastrophen massiv gelitten. Besonders die Angst vor radioaktiv belasteten Produkten hemmt den Wiederaufbau.

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