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Fukushima aktuell: Bergung verformter Brennelemente von Reaktor 4 erwartet

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4: Verformtes Brennelement am 27. Dezember 2013 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Verformtes Brennelement am 27. Dezember 2013 (Video: TEPCO)

Zum 80. Geburtstag der Gemahlin des Tenno, kam es auch am AKW Fukushima heute zu einem besonderen Anlass, ist doch der Punkt erreicht, an dem nun die Bergung verformter Brennelemente ansteht. Bereits das Wochenende hatte mehrere Arbeiten an der Kraftwerksanlage mit sich gebracht. Alle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Oktober 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Bergung verformter Brennelemente aus Reaktorgebäude 4 steht an
  • Google Street View zeigt Wiederaufbau der Küstenregion
  • Test des Hochleistungs-ALPS durchgeführt
  • Arbeiten zur Blockade der Grundwassertunnel begonnen
  • Verklappung am Wochenende erfolgt
  • Ausschuss stimmt für Neustart des AKW Sendai

Bergung verformter Brennelemente aus Reaktorgebäude 4 steht an: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO heute mitteilte, wurden mittlerweile 1.320 der insgesamt 1.331 abgebrannten Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geborgen und in andere Lagerbecken abtransportiert.

Nach Darstellung des Unternehmens sollen bei den nächsten Arbeiten auch die drei verformten Brennelemente geborgen und transferiert werden. Eines der Brennelemente weist eine Verformung auf, die nach Angaben von TEPCO der Silbe „ku“ (く) der Hiragana-Silbenschrift ähnelt und damit etwa einer spitzen Klammer entspricht.

Für verformte Brennelemente, bei denen mit stärkerer Radioaktivität gerechnet werden muss, soll ein größerer Behälter mit mehr Platz zum Transport genutzt werden. Nach Abschluss dieser Maßnahmen bleiben lediglich ungenutzte Brennelemente umzulagern, deren Bergung weniger riskant ist.

Sollte die Bergung der verformten Brennelemente erfolgreich verlaufen, kann das Unternehmen somit das gesetzte Ziel, im November alle Brennelemente aus dem Becken von Reaktor 4 zu bergen, tatsächlich erreichen. Hierüber berichtete die Kyodo.

Im Januar 2014 hatten Meldungen über Verformungen an Brennelementen für Aufsehen gesorgt. Die gemachten Entdeckungen waren dann im Mai 2014 als ungefährlich für den Transfer beurteilt worden.

Google Street View zeigt Wiederaufbau der Küstenregion: Der Internetkonzern Google veröffentlichte heute Aufnahmen, mit denen ein Blick auf die Sanriku-Küste und acht Gemeinden in den Präfekturen Miyagi und Iwate möglich ist. Die zwischen Juni und September gemachten Bilder sollen den Fortschritt beim Wiederaufbau der Region dokumentieren.

Google Street View’s “Sanriku Street View From the Sea,” kann sowohl über Google Maps, als auch über Google Earth aufgerufen und die Aufnahmen betrachtet werden.

Um den Blick vom Meer aus auf die Küste zu ermöglichen, arbeitete das Unternehmen mit örtlichen Fischern zusammen, so dass von ihren Fischerbooten aus die Aufnahmen gemacht werden konnten. Insgesamt wurde eine Küstenstrecke von 400 Kilometern erfasst. Neben Google berichteten auch Kyodo und Asahi Shimbun.

Es ist nicht das erste Mal, dass Google den Zustand der Region Tohoku nach den Naturkatastrophen vom März 2011 dokumentiert. Bereits zuvor war eine virtuelle Fahrt durch die Sperrzone mit Google Street View geschaffen worden. Auch der Blick in zerstörte Gebäude der Region wurde durch das Unternehmen möglich. Nach eigenen Angaben wolle man so auch die Erinnerung an die Katastrophen bewahren.

Test des Hochleistungs-ALPS durchgeführt: Am Samstag berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO von einem Test des Hochleistungs-Filtersystems. Dabei wurde der Betrieb unter Normalbedingungen geprüft. Nach Angaben des Unternehmens habe es keine Störungen oder Lecks gegeben. Eine kontinuierliche Prüfung von Leistung und Betrieb werde weitergeführt. 

Arbeiten zur Blockade der Grundwassertunnel begonnen: Am vergangenen Freitag veröffentlichte TEPCO eine Meldung, in der das Unternehmen den Beginn der Arbeiten zur Blockierung des Grundwasserverlaufs zwischen den unterirdischen Tunneln und den Reaktorgebäuden  1 und 3 bekannt gab.

Verklappung am Wochenende erfolgt:  Wie TEPCO mitteilt, wurde am Samstag erneut aus den Bergen stammendes Grundwasser verklappt. Die Maßnahme sei erfolgreich verlaufen und eine Gesamtmenge von 1.545 Tonnen in das Meer eingespeist worden. Die Verklappung wird vom Unternehmen als Schritt zur Bekämpfung des Grundwasserproblems am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi angesehen.

Ausschuss stimmt für Neustart des AKW Sendai. Ein Sonderausschuss der Stadtverwaltung Satsuma-Sendai (Präf. Kagoshima) hat nach Diskussionen einem Antrag zum Neustart des Kernkraftwerks Sendai entsprochen und am heutigen Montag damit eine Neustartempfehlung ausgesprochen.

Währen die Neustartgegner argumentierten, allein die erfolgreiche Prüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA sei nicht ausreichend, führten die Befürworter der Reaktorneustarts die massiven wirtschaftlichen Einbußen an, die mit dem Stopp der Anlage verbunden sind. Der Ausschuss lehnte zehn Anträge gegen den Neustart ab und stimmte stattdessen einem Neustartgesuch zu.

Nach Darstellung der NHK sei ein vergleichbares Ergebnis auch bei einer Abstimmung innerhalb der Stadtverwaltung zu erwarten, da dort eine Mehrheit die AKW-Nutzung befürwortet. Eine Sitzung in dieser Angelegenheit wird frühestens für den 28. Oktober erwartet.

Sollte die Stadtverwaltung zustimmen, benötigt der Betreiber Kyushu Electric noch Genehmigungen der Präfekturverwaltung, sowie der Atomaufsicht. Eine außerordentliche Parlamentssitzung ist nach Bewältigung der Hürden ebenfalls zu erwarten. Ein tatsächlicher Neustart gilt jedoch frühestens für kommendes Jahr als wahrscheinlich.

Präfekturen und Gemeinden auf deren Gelände ein Kernkraftwerk steht, haben durch die Angestellten nicht nur eine dauerhafte Kundschaft für die örtlichen Betriebe, sondern die Verwaltung erhält als Ausgleich für den Standort finanzielle Zuwendungen durch die Atomindustrie.

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