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Fukushima aktuell: Bergung von Brennelementen macht Fortschritte

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4 vor der Brennelemente-Bergung am 27. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Künftige Bergung geschmolzener Brennelemente bereitet Kopfschmerzen (Symbolfoto: TEPCO)

Kraftwerksbetreiber TEPCO kann sich auf Fortschritte bei den Bergungsarbeiten berufen. Die Fukushima News zeigen jedoch auch Defizite, wie sie etwa von einem früheren Arbeiter auf der Anlage beklagt werden. Mehr zu dem, was im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk Fukushima heute von Interesse ist, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Mai 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Bergung von Brennelementen macht Fortschritte
  • Wieder Ölleck an schwerem Arbeitsgerät
  • Angaben zur Klage von Ex-Arbeiter gegen TEPCO
  • NRA fordert Überarbeitung von AKW-Bericht

Bergung von Brennelementen macht Fortschritte: Mit Stand vom gestrigen Mittwoch sind bislang 814 der insgesamt 1.533 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geborgen worden.

Damit sind 792 der 1.331 bereits abgebrannten und 22 der 202 ungenutzten Brennelemente erfolgreich aus dem Abklingbecken des Reaktors in ein anderes Becken transferiert worden.

Über die Hälfte der Brennelemente befinden sich demnach mittlerweile im Gemeinschaftsbecken.

Die von TEPCO präsentierten Erfolge werden jedoch durchaus kritisch gesehen, gibt es doch eine Reihe von Risikofaktoren und ersten Problemen im Zusammenhang mit den Arbeiten.

Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten zum Transfer der Brennelemente am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten zum Transfer der Brennelemente am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)

Bereits im Dezember 2013 gab es Berichte über Risse an Brennelementen von Reaktor 4 und Ende Januar 2014 folgten weitere Aufnahmen, die im Dezember entstanden waren und Verformungen an Brennelementen dokumentieren.

TEPCO hatte jedoch bereits angekündigt, die Bergung von Brennelementen mit starken Auffälligkeiten erst zum Ende der gesamten Bergungsaktion angehen zu wollen.

Die letzten technischen Probleme gab es im März 2014. Dort kam es bei Vorbereitungen zur Bergung zu einem Ausfall des Brennelemente-Krans von-Reaktor 4.

Bereits im Monat zuvor war steigende Strahlung während der Bergungsarbeiten als Risiko erkannt und Maßnahmen ergriffen worden.

Auch wenn ein Besuch japanischer Medien ohne Bildaufnahmen zu einem Artikel geführt hatte, in dem von Trümmern in anderen Stockwerken des Gebäudes berichtet wird, so haben die dortigen Umstände offenbar bislang keinen Einfluss auf die Sicherheit der Arbeiten.

Schwerwiegende Zwischenfälle gab es nach offizieller Darstellung bislang noch nicht.

Wieder Ölleck an schwerem Arbeitsgerät: Nachdem es in der jüngsten Vergangenheit mehrfach zum Auftreten von Öllecks an Arbeitsgeräten und Fahrzeugen auf der Kraftwerksanlage gekommen war, setzte sich dieser Trend heute fort.

Am heutigen Donnerstag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 10:15 Uhr, das tropfenweise Öl aus dem Motorraum eines Hydraulikbaggers gelangte. Eine Alarmierung der Feuerwehr Futaba gegen 10:30 Uhr führte zu einer Einschätzung der Lage vor Ort.

Demnach handelt es sich um Leichtöl, das aus einem Tankschlauch gelangt war. Da kein Austritt von Dieselkraftstoffen festgestellt werden konnte, wurde der Zwischenfall nicht als Ausritt von gefährlichem Material klassifiziert.

Angaben zur Klage von Ex-Arbeiter gegen TEPCO: Bereits gestern berichteten wir über die Klage eines Ex-AKW-Arbeiters gegen TEPCO wegen Verschleierung von Arbeitsrisiken. Nun gibt es weitere Einzelheiten.

Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

So kritisierte der frühere Angestellte eines Partnerunternehmens, der nur 13 Tage nach dem Ausbruch der Katastrophe 2011 auf dem Kraftwerksgelände im Einsatz war, dass der Arbeitgeber nicht nur Gefahren verheimlicht, sondern auch heruntergeredet hatte.

So sei TEPCO aufgrund der Entdeckung von stark radioaktivem Wasser im Bereich von Reaktor 1 wenige Tage zuvor bewusst gewesen sein, dass auch die Arbeiten im Kellergeschoss eines Turbinengebäudes von Reaktor 3 besonders gefährlich sein würden.

Dennoch habe man dem Kläger und fünf Kollegen, die an dem Einsatz beteiligt waren, versichert, die Arbeiten dort wären sicher. Als Folge dieser Behauptung, mussten drei der Kraftwerksarbeiter durch knöchelhohes stark radioaktives Wasser waten und wurden dabei einer Strahlungsbelastung bis zu  180 Millisievert ausgesetzt.

Er selbst musste anderthalb Stunden in der Nähe zu einer Wasserlache arbeiten und schätzt, alleine in diesem Zeitraum eine Belastung von mindestens 20 Millisievert ausgesetzt gewesen zu sein (Spreadnews berichtete).

Auch wenn er bislang keine gesundheitlichen Probleme haben, wären diese Arbeitsumstände der Hauptgrund für die Klage gewesen, da er TEPCO zu einer Verbesserung des Arbeitsschutzes nötigen wolle. Dies sei um so dringender, da die Stilllegungsarbeiten noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen würden. Hierüber berichtete die Asahi Shimbun.

NRA fordert Überarbeitung von AKW-Bericht: Nach einer Durchsicht des vorgelegten Berichtes, wies Japans Atomaufsicht NRA das Elekztitätsversorgungsunternehmen Kyushu Electric am heutigen Donnerstag an, den Bericht mit Angaben zum Kernkraftwerk Sendai erneut zu überarbeiten.

Das Ende April vorgelegte und 7.200 Seiten umfassende Dokument, gebe zu 42 sicherheitsrelevanten Punkte nicht ausreichend Daten und Informationen. So fehlen etwa Angaben zur Verhinderung eines Brandes nach einem Flugzeugabsturz auf die Anlage, sowie die Maßnahmen zur Einschätzung einer explosionsgefährdenden Wasserstoffansammlung im Katastrophenfall.

Erst nachdem diese, sowie weitere Punkte ausgeräumt sind, wird die NRA voraussichtlich Ende Mai eine erste Sicherheitseinschätzung abgeben. Diese ist für den möglichen Neustart von Kernkraftanlagen zwingend erforderlich.

Doch selbst im Fall eines positiven Bescheides ohne weitere Verzögerungen, wird das AKW Sendai, aufgrund von vorgeschriebenen Inspektionen, die bis Ende Juni abgeschlossen sein sollen, sowie Prüfungen von Betriebsabläufen und Anlagen, voraussichtlich nicht vor dem Sommer ans Netz gehen. Das berichtet die NHK.

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