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Fukushima aktuell: Bergung von Brennelementen nach Problemen wieder angelaufen

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Artikelbild: Fukushima-Reaktor 4: Brennelemente-Transfer im Becken am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Brennelemente-Transfer im Becken am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)

Am Dienstag ist es soweit: Frühere Bewohner der Sperrzone dürfen dauerhaft in bestimmte Teile ihrer Gemeinden zurückkehren. Doch in anderer Hinsicht ist aus der Präfektur Fukushima heute Bewegung zu melden, läuft doch die Brennelemente-Bergung wieder an und auch Arbeiten zur Grundwasserbekämpfung werden fortgeführt.

Alle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 31 März 2014.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Brennelementebergung wieder angelaufen
  • Probleme an ALPS-Einheit C
  • Arbeiten zur Bodenfrostung gezeigt
  • Weitere Details zum tödlichen Arbeitsunfall
  • Verklappung von Fukushima-Grundwasser ab Mai möglich
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Brennelementebergung wieder angelaufen: Die Bergung von abgebrannten und neuwertigen Brennelementen aus dem Abklingbecken von Fukushima-Reaktor 4, konnte am Sonntagnachmittag wieder aufgenommen werden. Zuvor hatte es einen ungeplanten Stopp des Brennelemente-Krans gegeben.

Wie sich später herausstellte, war der ursächliche Motorschaden die Folge einer Fehlbedienung des Krans durch einen Arbeiter. Über die Wiederaufnahme des Brennelemente-Transfers berichtete neben der Betreiberfirma TEPCO auch die NHK.

Mit Stand vom 31. März 2014 sind bislang 550 der insgesamt 1.355 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geborgen und im Rahmen von 25 Transporten in  ein alternatives Becken transferiert worden. Damit sind 528 der 1.331 abgebrannten Brennelemente und und 22 der 202 ungenutzten Brennelemente umgelagert.

Probleme an ALPS-Einheit C: Die Multinuklid-Filteranlage ALPS bereitet weitere Schwierigkeiten. Nachdem zuletzt die Einheit B aufgrund unabsichtlichen Transfers von radioaktivem Wasser längerfristig gesperrt worden war, hielt man nach der Entdeckung von eingetrübten Wassers am Donnerstag auch Einheit A an.

AKW Fukushima: Nordöstliche Ansicht des Gebäudes der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gebäude der Multinuklid-Filteranlage ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

Somit lief bislang nur noch Einheit C.

Am Samstag wurde dann im Stand-by-Modus eine pH-Probe aus dem Mitfällungstank der Pumpe entnommen und festgestellt, dass die volle Durchflussleistung nicht erreicht wurde. Daraufhin habe man in der Nacht die Pumpe gespült.

Da bei den Arbeiten am Samstag die volle Durchflussleistung nicht wieder erreicht wurde, führte man am gestrigen Sonntagmorgen eine erneute Untersuchung durch.

Eine zweite Reinigung der Pumpe stellte die normale Durchflussleistung gegen 10:04 Uhr wieder her. Nach Angaben von TEPCO gab es ab diesem Zeitpunkt keine besonderen Vorkommnisse.

Arbeiten zur Bodenfrostung gezeigt: Die großen Mengen an radioaktiv kontaminiertem Grundwasser sind ein schwerwiegendes Problem für den Kraftwerksbetreiber TEPCO. Um den damit verbundenen Schwierigkeiten, wie etwa steigender Strahlung an den Grundwassermessposten zu begegnen, greift TEPCO zu umstrittenen Maßnahmen.

AKW Fukushima: Herablassen eines Kühlstabs zur Bodenfrostung am 27. März 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Herablassen eines Kühlstabs zur Bodenfrostung am 27. März 2014 (Foto: TEPCO)

So veröffentlichte das Unternehmen am Freitag einige Aufnahmen, auf denen die Vorbereitungen zur Bodenfrostung zu sehen sind. Der Elektrizitätsanbieter will über eine Strecke von mehreren Kilometern eine unterirdische Barriere aus gefrostetem Boden errichten, die das Grundwasser zurückhalten soll, so dass es hochgepumpt werden kann.

Auf den Fotos ist die Einführung der Kühlstäbe zu sehen, durch die eine Kühlflüssigkeit zirkulieren und so den umgebenden Boden tiefgefrieren soll. Ein ähnliches System wurde bislang nur in viel kleinerem Rahmen eingesetzt und ist auch nicht für mehrere Jahre dauernden Betrieb ausgelegt. Dies ist somit auch der Hauptkritikpunkt der Skeptiker.

Weitere Details zum tödlichen Arbeitsunfall: Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte am heutigen Montag weitere Informationen zum tödlichen Unfall auf dem Kraftwerksgelände, bei dem infolge eines Betoneinbruchs, der Angestellte eines Partnerunternehmens ums Leben gekommen war.

AKW Fukushima: Rammpfahl des Lagergebäudes Anfang September 2013  (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Rammpfahl des Lagergebäudes Anfang September 2013 (Foto: TEPCO)

Die Arbeiten an dem Lagergebäude liefen demnach bereits seit November 2013 und dienten dazu, Schäden des Tohoku-Erdbebens 2011 zu beheben. Bei den Maßnahmen, in deren Verlauf es zum Unglück kam, ging es um die Inspektion eines so genannten Rammpfahls auf mögliche Schäden.

Diese Begutachtung und entsprechende Reparaturen waren Anlass zum zwei Meter tiefen Aushub, bei dem es dann zum Abrutschen von Schutt und Teilen der Betonkonstruktion kam.

Bei dem Todesopfer des Unfalls vom 28. März, handelt es sich um einen 55 Jahre alten Mann – dieser war als Arbeiter bei einem Sub-Subunternehmen des Kraftwerksbetreibers TEPCO angestellt.

Der Betreiber veröffentlichte auch eine Zusammenstellung der einzelnen Zeitpunkte des Geschehens, vom Einsatzgespräch um 7:45 Uhr und dem Arbeitsbeginn um 10:00 Uhr – über die Maßnahmen der kommenden Stunden, wie Erstversorgung, Bergung, medizinische Versorgung und Klinktransport, sowie Todeszeitpunkt.

Über die Ursache des Unglücks gibt es bislang noch keine Erkenntnisse, lediglich unbestätigte Vermutungen, denen zufolge die Bohrmaßnahmen an dem Erdrutsch beteiligt gewesen sein könnten.

Verklappung von Fukushima-Grundwasser ab Mai möglich: Wie Industrieminister Toshimitsu Motegi am Sonntag bei einem Treffen in Soma bekannt gab, ist mit der Verklappung des Grundwassers vom Gelände des AKW Fukushima Daiichi frühestens ab Mai und damit nach Ende der Fangsaison für Sandaale zu rechnen.

Rede von Industrieminister Toshimitsu Motegi am 16. Januar 2013  (Foto: TEPCO)
Industrieminister Toshimitsu Motegi am 16. Januar 2013 (Foto: TEPCO)

Der Plan des Kraftwerksbetreibers sieht langfristig vor, eine unterirdische Barriere aus Erdboden zu errichten, der durch ein Rohrsystem dauergefrostet wird. Bereits jetzt will das Unternehmen jedoch Grundwasser hochpumpen, bevor es sich mit dem radioaktiven Wasser aus den Reaktorgebäuden mischen kann.

Eine Entsorgung des unvermischten Wassers, soll durch Verklappung in den Pazifischen Ozean erfolgen. Bislang hatte nur eine Fischereikooperative ihre grundsätzliche Bereitschaft zu dieser Maßnahme signalisiert, allerdings auch Bedingungen hiermit verknüpft.

Das jetzige Treffen wurde ermöglicht, da der Verband der Fischereikooperativen am Dienstag vergangener Woche die Verklappung gebilligt hatte. Industrieminister Motegi erklärte, man habe die Bedingungen des Verbands akzeptiert und werde reguläre Kontrollen durch eine Drittpartei durchführen lassen.

Auch der Forderung nach maximaler Transparenz und finanziellen Entschädigungsleistungen, falls es zu Zwischenfällen kommen sollte, entsprach das Industrieministerium. Der Verband der Kooperativen rief seine Mitgliedsvereinigungen dazu auf, den Plänen zur Verklappung ebenfalls zuzustimmen

Über die Mitteilung des Ministers berichteten japanische Medien, darunter Kyodo, jiji und NHK.

Neben dem japanischen Walfang in der Antarktis, der nach gestriger Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag ausdrücklich keinen wissenschaftlichen Zweck erfüllt, ist die Sorge um die radioaktive Belastung des Fischfangs im Pazifik eines der wichtigsten Themen, wenn es um die Fischfangbestrebungen Japans geht.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Montag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Februar 2014.

Nach Angaben von TEPCO , waren im Februar 2014 insgesamt 530 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.
Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 16,7 Millisievert, Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende März befassen wird, soll gegen Ende April eingereicht werden.

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