Fukushima aktuell: Bestechung bei Vergabe von Dekontaminationsaufträgen

Fukushima aktuell: Bestechung bei Vergabe von Dekontaminationsaufträgen

Korruptionsvorwürfe gegen Mitarbeiter des Umweltministeriums

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Artikelbild - Yen Geldscheine (Foto: pd)
Bestechung bei Auftragsvergabe in der Präfektur Fukushima (Symbolfoto: pd)

Ein Korruptionsskandal bringt die Dekontaminationsarbeiten in der Präfektur Fukushima heute wieder in die Schlagzeilen und schadet womöglich dem Ruf der Maßnahme. Die Details dieser Fukushima News, sowie weitere Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. März 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Korruption bei Vergabe von Dekontaminationsaufträgen
  • Wasserleck am Filtersystem SARRY entdeckt
  • Ex-Premier Koizumi hält Anti-AKW-Rede in Koriyama
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
Korruption bei Vergabe von Dekontaminationsaufträgen

Die Polizei nahm am heutigen Donnerstag einen 56 Jahre alten Angestellten des Umweltministeriums unter dem Verdacht der Bestechlichkeit, sowie einen 63 Jahre alten Unternehmer aus der Präfektur Toyama fest.

Dem Mitarbeiter des Ministeriums wird Vorteilsannahme in Form von mehrfachen Nachtclubbesuchen und Hostessenbars, sowie einer kostenlosen Reise zwischen 2015 und 2016 angelastet.

Im Gegenzug habe er das Unternehmen bei der Vergabe von Dekontaminationsaufträgen bevorzugt. Beide Beschuldigten räumten die gegen sie erhobenen Vorwürfe ein.

Der Mitarbeiter des Ministeriums war als Experte für die Dekontamination übergangweise angestellt worden und hatte die Aufsicht über die Arbeiten in der Präfektur erhalten, so dass er in der Position war, derartige Entscheidungen zu beeinflussen.

Umweltminister Koichi Yamamoto bedauerte den Zwischenfall und erklärte, derartige Ereignisse könnten dem Vertrauen der Bevölkerung in die Bemühungen zur Dekontamination schaden.

Daher werde man alles tun, um das öffentliche Vertrauen zurückzugewinnen. Über die Vorwürfe berichtete die Kyodo, sowie NHK und Präfekturmedien.

Wasserleck am Filtersystem SARRY entdeckt

Am heutigen Donnerstag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 11:45 Uhr eine Pfütze im Ostbereich des Gebäudes der Verbrennungsanlage. Da sich dort eine Betonbarriere als Damm befindet, gelangte kein Wasser hinaus.

Eine Untersuchung ergab, dass sich der Fundort im Bereich des Filters der Cäsium-Filteranlage SARRY befindet. Es handelt sich offenbar um verarbeitetes Wasser aus der Anlage – darauf deuten die Spuren an der Vinyldichtung eines Verbindungsrohrs.

Insgesamt traten etwa 0,3 Liter aus und verbreiteten sich auf einer Fläche von 80 x 60cm. Es bestehe derzeit kein weiterer Austritt, so dass man das Wasser entfernen konnte.

Eine spätere Untersuchung ergab, dass das Leck offenbar zwischen einer Druckleitung und dem Filter der Anlage auftrat. Diese SARRY-Einheit war zuvor am 28. Februar gestoppt worden.

TEPCO will die Druckleitung nun austauschen und die Einheit am morgigen Freitag wieder in Betrieb nehmen. Über das Leck berichtete der Kraftwerksbetreiber in mehreren Meldungen.

Ex-Premier Koizumi hält Anti-AKW-Rede in Koriyama

Anlässlich des nahenden Jahrestags der Tohoku-Katastrophen sprach der frühere Premierminister Junichiro Koizumi in Koriyama (Präf. Fukushima) und betonte dabei die mögliche Unabhängigkeit Japans von der Kernenergie.

Ex-Premier Junichiro Koizumi (Foto: Paul Morse, pd)
Ex-Premier Junichiro Koizumi (Foto: Whitehouse.gov Paul Morse, pd)

Er appellierte mehrmals, das Japan sich auch ohne jede Kernkraftwerke entwickeln könne und auf einen Plan zur Nutzung erneuerbarer Energien umschwenken müsse. Außerdem kritisierte er die Kernkraftwerke als Milliardengräber.

Reparaturen, Wartung, Wiederaufarbeitung von Brennelementen und die Dekontamination verschlingen mit der fortschreitenden Alterung der Reaktoren immer mehr Geld, so Koizumi,

In einer anschließenden Pressekonferenz erklärte er, es könnten viele Premierminister kommen und gehen, ohne Engagement werde sich nichts ändern. Über die Rede des Ex-Premiers berichteten Präfekturmedien.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Am Dienstag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Januar 2017.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag im Januar bei 10,98 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden bei den Angestellten keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Februar befassen wird, soll gegen Ende März eingereicht werden.

 

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