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Fukushima aktuell: Betreiber verheimlichte monatelang Messergebnisse

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Artikelbild: Stahlbarriere an den Ableitungskanälen der Reaktoren 1 bis 4 am 28. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsanstieg in Entwässerungskanal zum Hafenbecken festgestellt (Symbolfoto: TEPCO)

Derzeit erregt die Klage von mehreren US-Soldaten gegen TEPCO einige Aufmerksamkeit und über erste Klagen berichteten wir bereits im Dezember 2012. Doch für TEPCO dürften derartige Zahlen derzeit von geringem Interesse sein – kämpft das Unternehmen nach den jüngsten Eingeständnissen doch erneut um seine Glaubwürdigkeit.

Einzelheiten und weitere Fukushima News, etwa zu einer neuen AKW-Werbcam, nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Januar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO hielt hohe Messergebnisse monatelang zurück
  • TEPCO präsentiert neue Fukushima-Webcam
  • Hydraulikleck an Fukushima-Räumroboter
  • Kernschmelzexperiment zur Fukushima-Forschung geplant
  • Japanische Forscher sprechen von neuem Tsunami-Erfassungssystem

TEPCO hielt hohe Messergebnisse monatelang zurück: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi räumte gestern ein, zwischen Juni und November vergangenen Jahres, insgesamt 140 Strontium-Messergebnisse aus Wasserproben von Hafenbecken und Grundwasser zurückgehalten zu haben.

Verantwortliche betonten nun, es sei ausdrücklich nicht um die Verschleierung von Informationen gegangen, vielmehr sei die Inkonsistenz der widersprüchlichen Daten der Grund gewesen.

Das Unternehmen hatte regulär die Gesamtwerte aller Betastrahler, inklusive Strontium veröffentlicht. Nachdem in einigen Fällen die Strontiumwerte jedoch über dem Gesamtwert lagen, wurden sie zurückgehalten, da man von „falschen“ Messwerten ausging. Die bisherige Begründung für die mangelnde Veröffentlichung lautete, sie seien nicht bestätigt worden.

Nach Angaben der Asahi Shimbun versprach TEPCO nun, die korrekten Messwerte am Ende des Monats vollständig zu veröffentlichen, sobald man die Ursache für die Fehler ermittelt habe.

TEPCO präsentiert neue Fukushima-Webcam: Wie von Kraftwerksbetreiber TEPCO gestern in einer Pressekonferenz angekündigt, startete am heutigen Donnerstag eine zweite Webcam auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi. Bislang war lediglich eine einzelne Kamera dort platziert.

AKW Fukushima: Offizielle Probeaufnahme der neuen Webcam vom Januar 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Offizielle Probeaufnahme der neuen Webcam vom Januar 2014 (Foto: TEPCO)

Nachdem diese erste Kamera nach ihrem Start Ende Mai 2011 zunächst nur Bilder der Reaktoren 1 und 2 gezeigt hatte, war die Position ein Jahr später geändert worden, um die Fortschritte bei den Arbeiten an Reaktor 4 zu dokumentieren (Spreadnews berichtete am 1. August 2012).

Nachdem daher nur die Blickrichtung auf Reaktor 4 möglich war, erlaubt die neue Kamera nun auch den Blick auf Reaktor 1. Erste Bilder zeigen ebenfalls lediglich die Gebäudestrukturen. Aufnahmen von den Tätigkeiten am Boden sind nicht zu sehen. Das Unternehmen erklärte, keine weiteren Kameras mehr einrichten zu wollen.

In der Vergangenheit hatten die Aufnahmen mehrfach für verstärktes Interesse an den Entwicklungen gesorgt. Auch die seinerzeit rätselhafte Gestalt des „Fukushima pointing man“ war durch die Webcam bekannt geworden.

Hydraulikleck an Fukushima-Räumroboter: Am heutigen Donnerstag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 14:05 Uhr, dass aus einem ferngesteuerten Roboter der als schweres Räumgerät (ASTACO-SoRa) bei Trümmern im Nordwesten von Reaktor 3 wird, Hydraulikflüssigkeit austrat.

Nach einem Stopp des Roboters endete auch der Flüssigkeitsaustritt. Diese hatte zu Pfützen von 10 x 10 Zentimetern geführt. Gegen 14:25 Uhr wurde die Feuerwehr Futaba über den Zwischenfall informiert.

Kernschmelzexperiment zur Fukushima-Forschung geplant: Die japanische Atomenergiebehörde JAEA erklärte, man beabsichtige, im Rahmen eines Experiments ein kleines Brennelement zum Schmelzen zu bringen.

Die Wissenschaftler erhoffen sich von der Maßnahme, die innerhalb eines Forschungszentrums durchgeführt werden soll, neue Einsichten in die Vorgänge der Fukushima-Katastrophe.

Der Versuch könne nach Angaben der JAEA zumindest Hinweis auf den jetzigen Zustand der in den Reaktoren verbliebenen Brennelemente geben, berichtet die Kyodo. Der Status innerhalb der Reaktoren ist bislang ungeklärt und Thema für zahlreiche Spekulationen und Theorien.

Japanische Forscher sprechen von neuem Tsunami-Erfassungssystem: Wie aus einem im Oktober eingereichten und nun veröffentlichten Artikel japanischer Wissenschaftler in den „Scientific Reports“ hervorgeht, gehen die Experten davon aus, eine neuartige Möglichkeit zur Aufspürung von Tsunami entwickelt zu haben.

Grundlage des neuen Detektorsystems ist die Beobachtung von Magnetfeldern, die in Meerwasser aufgrund der Tsunami-Bewegung aufgebaut werden. Eine Auswertung dieser Magnetfelder macht Daten zu Größe, Richtung und Zeitpunkt der Ankunft eines Tsunami leicht, gestaltete sich selbst jedoch aufgrund der schwachen Ladung der Magnetfelder bislang als schwierig.

Der Einsatz eines Netzwerks von Hochpräzisions-Elektromagnetometern sei es gelungen, nach einem starken Erdbeben vor Chile im Jahr 2010, magnetischen Feldern nahe Tahiti und damit etwa 7.000 Kilometer von Chile entfernt, zu erfassen. Über den Fachartikel „Tsunami: Ocean Dynamo Generator“ berichtete die jiji.

5 KOMMENTARE

  1. ‚TEPCO hielt hohe Messergebnisse monatelang zurück‘

    ach nö. da ist wohl was falsch gelaufen?
    “Verantwortliche betonten nun, es sei ausdrücklich nicht um die Verschleierung von Informationen gegangen, vielmehr sei die Inkonsistenz der widersprüchlichen Daten der Grund gewesen.“
    Ja, TEPCO. wir stellen nur da Stative mit Geigerzähler auf , wo keine Hot – Spots sind. Ja . ihre geistige insolvenz lassen sie sich auch noch bezahlen !!!!!

    Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 14:05 Uhr, dass aus einem ferngesteuerten Roboter der als schweres Räumgerät (ASTACO-SoRa) bei Trümmern im Nordwesten von Reaktor 3 wird, Hydraulikflüssigkeit austrat.“
    AKW 1-3 sind geschmolzen, daher keine roboter mit messergebnissen!!!

    Nach einem Stopp des Roboters endete auch der Flüssigkeitsaustritt. Diese hatte zu Pfützen von 10 x 10 Zentimetern geführt. Gegen 14:25 Uhr wurde die Feuerwehr Futaba über den Zwischenfall informiert.“
    ja das glaube ich auch , in den kranken gehirnen, derer, welche meinen…………..

    Kernschmelzexperiment zur Fukushima-Forschung geplant: Die japanische Atomenergiebehörde JAEA erklärte, man beabsichtige, im Rahmen eines Experiments ein kleines Brennelement zum Schmelzen zu bringen.“

    HAHHAH, ein kleines!!!
    Ja, das war wohl auch der grund, warum russland uns einen atombonbentest zu weihnachten als geschenk vor die türe gelegt hat????? und 22 neue baut!!!!!uiiii

    Grundlage des neuen Detektorsystems ist die Beobachtung von Magnetfeldern, die in Meerwasser aufgrund der Tsunami-Bewegung aufgebaut werden. Eine Auswertung dieser Magnetfelder macht Daten zu Größe, Richtung und Zeitpunkt der Ankunft eines Tsunami leicht, gestaltete sich selbst jedoch aufgrund der schwachen Ladung der Magnetfelder bislang als schwierig.“

    die medien berichten doch nur mist!!!!
    Jeder weiss, dass der ;;Pazifischer Feuerring“nur eine frage der zeit ist…………….
    nein, wenn sie glauben ich bin verrückt, gerne. aber eines vorweg, ich beschäftige mich seit 30 jahren mit kernkraft.
    …………dann lass strahlen…………
    PS s.Flugbeil hat es auf den punkt gebracht: …..wir wissen nixht was es an ausmass annimt aber es wird eine enorme…………….

    mfg tom

    • „AKW 1-3 sind geschmolzen, daher keine roboter mit messergebnissen!!!“

      Diese Aussage ist ja mal Quark.

      Die Meldungen bezieht sich nur auf das AKW Fukushima Daiichi. Das ist definitiv nicht dahingeschmolzen und auch die Reaktorgebäude haben sich nicht verflüssigt.

      In mehreren Gebäuden haben Roboter Aufnahmen gemacht. Wenn man nicht gerade an die Fälschung der Mondlandungsfotos glaubt, scheinen sie auch durchaus plausibel.

      Für jemanden der sich angeblich 30 Jahren mit Kernkraft beschäftigt, also eine ziemlich seltsame Aussage.

  2. @ Anna-Lena

    Was ist an dieser Tatsache Quark.
    Mittlerweile wurde doch auch schon von den öffentlich rechtlichen Medien bestätigt, was sicher innerhalb der ersten 48h nach der Katastrophe ereignet hat. Und das heißt ganz klar Kernschmelze in Reaktor 1, 2 und 3. Ist ja auch logisch weil = Physik ist unbestechlich.

    Ein viel größeres Problem betrifft allerdings die Abklingbecken, oder besser gesagt die Ruinen der Abklingbecken der Reaktoren 1, 2, 3 und 4. Bei Block 4 muss man erwähnen, dass der gesamte Inhalt des Reaktors (also „frische“) Brennelemente in das Abklingbecken geladen wurde bevor die Katastrophe begann.

    Nur mal so die Zahlen in Tonnen der Brennelemente in den Abklingbecken:
    de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima

    Block 1 392
    Block 2 615
    Block 3 566
    Block 4 1.535

    Tja und das ist meiner Meinung auch das aktuelle Problem, also der Versuch die Restwärme der Brennelemente aus den Abklingbecken (was halt davon noch übrig ist) zu kühlen.
    Um die Reaktoren braucht man sich keine Gedanken machen, die Sache ist durch;)

    Was bzgl. der Abklingbecken auch ganz witzig ist, es gibt keine wirkliche Strahlungsabschirmung.
    Alles passiert unter freiem Himmel.

    Gruß,
    Strontium-90

    • Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Die Aussage:

      “AKW 1-3 sind geschmolzen, daher keine roboter mit messergebnissen!!

      ist deshalb Quark, weil er anscheinend nicht zwischen Reaktoren und AKW unterscheiden kann.

      Wir reden von EINEM AKW, dem Komplex Fukushima Daiichi. Auf dessen Gelände stehen MEHRERE Reaktorgebäude und andere Anlagen.

      Wenn jetzt ein angeblich erfahrener Atomexperte da jetzt mal eben von „AKW 1 – 3“ spricht, obwohl er damit Reaktoren meint, dann ist die Glaubwürdigkeit dieser Aussage für mich etwas vor den Allerwertesten.

  3. Naja, da müssen wir doch jetzt nicht kleinlich werden, oder?
    Es leuchtet doch ein was gemeint ist.

    Was eher beunruhigt, es wird seitens TEPCO & CO mit Sicherheit weiterhin verheimlicht und gelogen.
    Bzgl. der Kernschmelzen hat es ja auch Monate gedauert bis das mal öffentlich zugegeben wurde.
    Und wer einmal lügt dem glaubt man eben nicht.

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