Start Aktuelles Fukushima aktuell: Betrugsvorwurf beim Bezug von Wiederaufbauhilfen

Fukushima aktuell: Betrugsvorwurf beim Bezug von Wiederaufbauhilfen

Beschuldigte sollen Gelder unrechtmäßig genutzt haben

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Artikelbild - Yen Geldscheine (Foto: pd)
Unternehmen trickste bei Hilfsgeldzahlungen (Symbolfoto: pd)

Der Wiederaufbau von Betrieben ist ein wichtiges Thema in der Region Tohoku – um so unangenehmer ist der Betrugsverdacht gegen ein Unternehmen, der in Fukushima heute Schlagzeilen machte.

Weitere Fukushima News befassen sich mit einer weiteren PR-Aktion für das umstrittene Recycling von kontaminiertem Erdreich. In beiden Fällen finden sich die Details im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Dezember 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Festnahmen wegen Betrugs mit Wiederaufbauhilfen
  • Recycling-Projekt zu Demonstrationszwecken in Nihonmatsu angekündigt
Festnahmen wegen Betrugs mit Wiederaufbauhilfen

Wie die Präfekturpolizei Fukushima mitteilte, wurde im Zusammenhang mit einem Betrugsverdacht zwei Personen fest genommen. Ihnen wir der missbräuchliche Bezug von Finanzhilfen für den Wiederaufbau von Unternehmen nach den Tohoku-Katastrophen vorgeworfen.

Etwa im Juli 2012 hatten die Beklagten gefälschte Dokumente vorgelegt, mit denen beispielsweise Reparaturkosten für einen Bäckereibetrieb in Rechnung gestellt wurden. Auch weitere Ausgaben, wie die Ersetzung von Arbeitsgerät wurden geltend gemacht.

Die Polizei geht davon aus, dass die finanziellen Aufbauhilfen in das Unternehmenskapital flossen, ohne dass eine Berechtigung für den Bezug der Leistungen bestand, bzw. die angeblich entstandenen Kosten bewusst vorgetäuscht wurden.

Die 55 und 35 Jahre alten Beklagten räumten die Vorwürfe bereits ein. Insgesamt soll eine Summe von 46 Millionen Yen auf diese Weise missbräuchlich bezogen worden sein.

Bereits im Februar hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Auch damals war ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie beteiligt und es wurden 36 Millionen Yen an Hilfsgeldern zum Wiederaufbau illegal bezogen.

Die Unternehmen wurden zwar zur Zurückzahlung der etwa 84 Millionen Yen aufgefordert, doch da beide Firmen bereits bankrott sind, scheint eine Rückzahlung der Gelder sehr unwahrscheinlich. Das berichten Präfekturmedien.

Recycling-Projekt zu Demonstrationszwecken in Nihonmatsu angekündigt

Am gestrigen Dienstag gab das Umweltministerium bekannt, im Frühling kommenden Jahres in einem Bezirk der Stadt Nihonmatsu die Wiederverwendung von radioaktiv kontaminiertem Erdreich anhand eines Beispielprojekts zu demonstrieren.

Nach Angaben des Ministeriums wird ausschließlich Erdreich genutzt, das bei der Dekontamination eines Stadtteils angefallen war. Vor der Verwendung wurden alle sonstigen Abfälle und Metalle aus den 500 Säcken der behelfsmäßgen Lagerstatt entfernt.

Die Strahlungskonzentration lag bei etwa 1.000 Becquerel pro Kilogramm, was unterhalb des Standardwerts für eine mögliche Weiterverwendung liegt.

Das Erdreich soll als Grundschicht für den Straßenbau dienen und mit Asphalt übergossen werden, so dass eine Schicht von 50 Zentimetern entsteht. Der Grenzwert liegt im Rahmen des Projekts bei 6.000 Becquerel pro Kilogramm.

Wissenschaftlich werden dabei die Umgebungsradioaktivität und die Werte im Grundwasser ebenso überwacht, wie die Belastbarkeit der Straße. Ziel ist es, kontaminiertes Erdreich als sicheres Baumaterial zu etablieren.

Das erste Recycling-Demonstrationsprojekt in Minamisoma war als Erfolg gewertet und im Anschluss bereits weitere Pläne für Recycling-Tests in Iitate bekannt gegeben. Über die aktuellen Pläne berichteten Präfekturmedien.

 

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