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Fukushima aktuell: Bisherige Vereisungspläne gescheitert

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Artikelbild - Teil des Projekts zur Einspeisung von Eis am 6. August 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Teil des Projekts zur Einspeisung von Eis am 6. August 2014 (Foto: TEPCO)

TEPCO kann das bisherige Barrierekonzept für die Tunnel nicht länger weiterführen und muss umdenken. Weitere Fukushima News befassen sich mit radioaktivem Grundwasser, Verklappung und Gesundheitskontrollen. Die Meldungen zu den Ereignissen in Fukushima, heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. August 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO muss Vereisungspläne für Tunnel ändern
  • Pumpversuch mit radioaktivem Grundwasser abgeschlossen
  • 17.000 Kommentare zu AKW Sendai
  • Keine Gesundheitschecks bei Dekontaminationsarbeitern
  • Verklappung von Grundwasser erfolgt

TEPCO muss Vereisungspläne für Tunnel ändern: Für den heutigen Dienstag wurde ursprünglich die Entscheidung der NRA zur Zukunft der unterirdischen Tunnelvereisung erwartet. Tatsächlich war bereits vorab zu hören, dass die Eisbarriere der Tunnel möglicherweise vor dem Aus stehe.

TEPCO veröffentlichte nun ein Dokument, dass sich mit den Maßnahmen und Entwicklungen befasst und die Erklärungen zur Nutzung von Eis und Trockeneis durch Messergebnisse, Temperaturdaten und Kameraufnahmen ergänzt.

Trotz aller Analysen musste das Unternehmen jedoch einräumen, der Versuch, einen Teil der unterirdischen Tunnel durch eine Eisbarriere abzudichten, sei nicht geglückt. Die Barriere sollte an einer Stelle entstehen, bei der die unterirdischen Tunnel in denen Kabel verliefen auf das Turbinengebäude von Reaktor 2 trifft.

Bei einem Treffen mit der Atomaufsichtsbehörde bekannte TEPCO offiziell, dass die Versuche gescheitert sind, da die Temperaturen nicht weit genug sanken, um die Tunnelstellen gänzlich zu gefrieren. Zwar sei dies bei 90 Prozent gelungen, an den übrigen Stellen könnten jedoch keine Rohre zur Einführung von Eis eingebracht werden.

Der Elektrizitätsanbieter gibt sich jedoch noch nicht geschlagen und macht einen neuen Anlauf.

Nun plant man, durch Füllmaterial, wie etwa Zement, den Wasserfluss im nur teilweise gefrorenen Bereichen zu verlangsamen, um die Gefrierung der verbliebenen Bereiche zu erleichtern. Mit der Nutzung von Füllmaterial soll frühestens Mitte September begonnen werden.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA macht die Genehmigung des neuen Plans nun von einer Effektivitätsbeurteilung des Füllmaterials abhängig. Die entsprechenden Tests werden von TEPCO durchgeführt. Über die Neuorientierung berichteten neben TEPCO auch jiji und NHK.

Pumpversuch mit radioaktivem Grundwasser abgeschlossen: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO gestern mitteilte, wurde der Versuch, radioaktiv kontaminiertes Grundwasser aus Posten in Nähe der Reaktorgebäude heraufzupumpen, erfolgreich abgeschlossen. Zwischen dem 12. und 16. August wurden etwa 500 Tonnen belastetes Grundwasser in Behälter heraufgepumpt.

Anhand des Wassers soll getestet werden, welche Leistung eine Filteranlage bringen muss und wieviele Durchgänge erforderlich sind, um die Konzentration radioaktiver Substanzen signifikant zu senken. Von der Aktion wurden nur jene Grundwasserposten ausgeschlossen, die hohe Tritiumwerte aufweisen, da sich dieses mit dem derzeitigen Multinuklid-Filtersystem noch nicht entfernen lässt.

Unterdessen veröffentlichte TEPCO am gestrigen Montag Informationen zu Tests eines leistungsfähigeren ALPS-Systems. Das Unternehmen hofft, durch die fortschreitende Modernisierung und Weiterentwicklung von Filteranlage zur Reduktion stark radioaktiver Abwässer beizutragen. Hierüber berichteten TEPCO und Präfekturmedien.

17.000 Kommentare zu AKW Sendai: Der mögliche Neustart des AKW Sendai (Präf. Kagoshima) nach einer Sicherheitsprüfung durch die Atomaufsicht NRA hat im Befragungszeitraum, der bis zum vergangenen Freitag dauerte, zu etwa 17.000 Anmerkungen, Kommentare und Meinungsäußerungen der Bevölkerung geführt.

Auf einer Pressekonferenz erklärte ein Sprecher der NRA, auch wenn einige der Anmerkungen aus der Bevölkerung keinen direkten Bezug zum Inhalt des Berichts hätten, würde man sie prüfen, überdenken und gebenenfalls auch bei der endgültigen Fassung des Berichts einfliessen lassen. Über die Zahlen zur Sendai-Sicherheitsbeurteilung berichteten Kyodo und NHK.

Keine Gesundheitschecks bei Dekontaminationsarbeitern: Ein Unternehmen aus Yokohama, für das mittlerweile ein Konkursverfahren läuft, wurde vom zuständigen Büro für Arbeitssicherheit verwarnt, da Angestellte, die bei der Dekontamination in der Präfektur Fukushima beschäftigt waren, nicht die vorgeschriebenen Gesundheits-Checks erhielten.

Nach Angaben des Aufsichtsbüros handelt es sich um das Subunternehmen eines Joint-Ventures unter Leitung der Kajima Corporation. Das berichtet die Kyodo. Die Kajima Corp. wurde vom Umweltministerium mit der Dekontaminan von Gelände und Gebäuden beauftragt und hat Teile dieser Aufgaben an Subunternehmen ausgelagert.

Verklappung von Grundwasser erfolgt: Am heutigen Dienstag wurde zwischen 10:03 Uhr und 15:12 Uhr unbelastes Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik eingeleitet. Die Gesamtmenge beläuft sich auf 1.253 Tonnen. Das Wasser war aus den Bergen kommend, in Sondertanks umgeleitet, analysiert und anschließend verklappt worden.

Zwar ist die Effektivität der Grundwasserumleitung fraglich, scheint so doch kaum Wirkung zu zeigen, dennoch hofft TEPCO einen positiven Einfluss auf den Grundwasserpegel des Kraftwerksgeländes, die Kontamination sauberen Grundwassers und den Austritt in den Pazifik erzielen zu können.

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