Start Aktuelles Fukushima aktuell: Blockierung radioaktiver Abwässer erfolglos

Fukushima aktuell: Blockierung radioaktiver Abwässer erfolglos

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Artikelbild: Turbinengebäude von Reaktor 4 am 22. März 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Turbinengebäude: Ursprung der Abwässer in den Tunneln (Symbolfoto: TEPCO)

Der vom Betreiber des AKW Fukushima heute gemeldete Rückschlag könnte entscheidende Arbeiten verzögern. Doch auch andere Betreiber haben AKW-Probleme. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. November 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Erster Versuch der  Tunnelblockade fehlgeschlagen
  • Radioaktives Wasserleck am AKW Ikata

Erster Versuch der Tunnelblockade fehlgeschlagen: Gestern machte TEPCO zunächst nur allgemeine Angaben zu gegenwärtig laufenden Vorbereitungen im Rahmen der Einleitung von Beton in unterirdische Tunnel.

Jetzt gibt es genauere Informationen, die einen Rückschlag für TEPCO wahrscheinlich machen.

Eine Anfang November begonnene Maßnahme, mit der das Einfließen von radioaktiv belastetem Grundwasser während Tunnelbetonierungsarbeiten verhindert werden sollte, erweist sich offenbar als ineffektiv.

TEPCO versucht, durch die Einleitung von Zement an Verbindungspunkten zwischen den Tunneln und den Untergeschossen der Turbinengebäude eine Blockade zwischen beiden Strukturen zu erreichen. In den Tunneln befinden sich derzeit 5.000 Tonnen stark radioaktives Wasser, das aus den Untergeschossen gespeist wird.

Bei den gestrigen Arbeiten wurden zwar 200 Tonnen an Wasser heraufgepumpt, jedoch nur eine Absenkung des Wasserstands um 21 Zentimeter erreicht, statt wie beabsichtigt, um 80 Zentimeter. Das legt nahe, dass die Verbindungspunkte offenbar nicht wie beabsichtigt vollständig abgedichtet werden konnten.

Als Ursache für diesen Mißerfolg vermutet TEPCO, dass mehr Wasser aus den Untergeschossen der Reaktorgebäude einfloss, als bei den Pumparbeiten herausgeholt wurde und möglicherweise auch umgebendes Grundwasser in die Tunnel gelangte.

Das Unternehmen erklärte nun, dies bestätige, dass die Maßnahme besondere Vorsicht erfordere, damit bei einem Nachschwall keine Überflutung auftritt. Es erfolge eine genaue Beobachtung des Wasserstands.

Durch die Blockierung der Verbindungsstellen und der Leitungen mit Beton soll verhindert werden, dass kontaminiertes Wasser durch Tunnelschäden in das umgebende Erdreich und in den Ozean gelangt.

Der Stopp des Wasserflusses ist eine unabdingbare Voraussetzung für weitere entscheidende Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände.

Der Bau der unterirdischen Grundwasserbarriere um die beschädigten Reaktorgebäude („Eiswall“), stellt den wichtigsten Schritt der Arbeiten bei der Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi dar.

Da sich der Verlauf der Tunnel mit der Strecke des künftigen Eiswalls überschneidet, ist an eine funktionsfähige Grundwasserbarriere nicht zu denken, so lange die Tunnel noch Wasser führen.

Eine Vereisung der Tunnel war fehlgeschlagen und auch der anschließende Versuch, die Öffnungen im Eis durch Spezialbeton zu füllen, hatte sich als nicht ausreichend erwiesen.

Für Freitag ist ein Treffen mit Vertretern der Atomaufsichtsbehörde NRA geplant, bei der das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Neben TEPCO berichteten auch mehrere japanische Medien, darunter Mainichi Shimbun, jiji und NHK auch die NHK.

Radioaktives Wasserleck am AKW Ikata: Während die letzten Zwischenfälle, wie etwa eine Rauchentwicklung an der Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho am vergangenen Freitag, ohne Freisetzung radioaktiven Materials verliefen, gibt es nun einen entsprechenden Fall.

Am heutigen Dienstag wurde bei einem Kontrollgang am AKW Ikata (Präf. Ehime) gegen 12:40 Uhr Spuren eines Wasseraustritts am Isolationsmaterial eines Rohrs entdeckt. Dabei sei auch radioaktives Material nachgewiesen worden.

Nach Angaben des Betreibers Shikoku Electric, sei das Leck mittlerweile beseitigt und das Wasser sei nicht in andere Bereiche gelangt. Das Rohr ist Teil einer Anlage, bei der gering belastete Abwässer durch Mischung mit Asphalt verfestigt werden.

Unter der Isolation habe man 34 Gramm einer getrockneten Mischung aus radioaktivem Kobalt-60 und Borsäure als Anhaftung festgestellt. Die Strahlungsbelastung liege unter dem 500-fachen Wert, der meldepflichtig wäre. Weder Arbeiter noch Umwelt waren in Gefahr.

Wievel Wasser bereits ausgetreten waren, konnte das Unternehmen jedoch nicht sagen. Das Leck muss jedoch neueren Datums sein, da ein Kontrollgang vom Samstag keine Auffälligkeiten ergeben hatte.

Das Unternehmen schließt nicht aus, dass es sich um die Folge von Abnutzungserscheinungen handeln könnte, da die Leitungen seit dem AKW-Betriebsbeginn 1982 genutzt wurden.

Präfekturverwaltung und der Betreiber Shikoku Electric kündigten eine Untersuchung der Umstände an. Über den Zwischenfall berichteten Kyodo und jiji.

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