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Fukushima aktuell: Brände in kontaminiertem Waldgebiet dauern an

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Artikelbild - Helikopter
Präfektur Fukushima: Brandbekämpfung in kontaminiertem Waldgebiet dauert an (Symbolfoto: pd)

Während in einem kontaminierten Waldgebiet der Präfektur Fukushima heute immer noch Brände wüten, hat der Betreiber des gleichnamigen Atomkraftwerks die Suche nach geschmolzenen Brennelementen in Reaktor 3 begonnen.

In den beiden Fällen der heutigen Fukushima News ist noch völlig unklar, wann die Maßnahme abgeschlossen werden kann. Wir informieren sie im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Mai 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Brände in kontaminiertem Waldgebiet noch nicht unter Kontrolle
  • Myonen-Scans in Reaktor 3 angelaufen.
Brände in kontaminiertem Waldgebiet noch nicht unter Kontrolle

Die Waldbrände in einem Waldgebiet der Sperrzone um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ist auch nach vier Tagen noch nicht unter Kontrolle.

Der Brand war am 29. April, offenbar aufgrund von Blitzschlag, in einem gebirgigen Waldgebiet der Gemeinde Namie ausgebrochen. Das Gelände ist nur schwer zugänglich und wird zudem aufgrund der Radioaktivität als „langfristig unbewohnbar“ eingestuft.

Ausgangsort des Waldbrands war offenbar die Region des Bergs Juman (448 Meter).

Am gestrigen Montag wurden die Löscharbeiten der Helikopter von Feuerwehr und Selbstverteidigungsstreitkräften (SDF) fortgesetzt. Obwohl das Feuer noch nicht gelöscht werden konnte, wurden die Arbeiten gegen 18:30 Uhr zunächst beendet.

AS332 - Hibari-Helikopter bei Löscheinsatz (Foto: pd)
AS332 – Hibari-Helikopter bei Löscheinsatz (Symbolfoto: pd)

Die Löscharbeiten werden durch das Gelände erschwert, da man dort Bergstraßen hinauf muss und keine externen Quellen für Löschwasser zur Verfügung stehen, erklärte ein Verantwortlicher der Präfekturverwaltung.

Feuerwehrleute können zudem aufgrund der kontaminationsbedingten Klassifikation des Sperrgebiets dort nicht wie üblich agieren.

Zusätzlich zur sonstigen Kleidung zur Brandbekämpfung müssen die Einsatzkräfte auch weitere Schutzkleidung und Vollgesichts-Atemschutzmasken tragen, um das Risiko einer radioaktiven Kontamination zu verringern.

Der Umstand, dass das Gebiet evakuiert und daher die Infrastruktur nicht gepflegt wurde, zeigt sich nach Angaben eines Leiters der Feuerwehr auch im Zustand der Straßen. Der Zugang zum Gebiet werde sowohl durch Bereiche mit hoher Radioaktivität (Hot Spots) als auch durch umgestürzte Bäume behindert.

Die Feuerwehr von Namie zerstreute sich nach der Evakuierung der Gemeinde und auch nach der Freigabe von Namie Ende März, ist das früheren Team nicht einsatzfähig. Die schnelle Reaktion bei Katastrophen ist ein wichtiger Faktor für die Sicherheit von Rückkehrern.

Die Strahlungsmessposten in der Nähe zeigen bislang keine Auffälligkeiten. Dennoch ließ die Präfekturverwaltung als Sicherheitsmaßnahme zwei weitere Messposten aufgestellt, die ebenfalls zur Überwachung der Umgebungsradioaktivität dienen.

An den Filtern der Geräte fangen sich Staub und feine Partikel, die Rückschlüsse auf die Belastung der Luft mit radioaktivem Material zulassen. Derzeit würden bereits Messwerte analysiert und eine Veröffentlichung in zwei Tagen geplant.

Myonen-Scans an Reaktor 3 angelaufen

Unbeeinflusst von den Waldbränden im Gebiet von Namie, begann das Elektrizitätsunternehmen TEPCO am heutigen Dienstag mit den Myonen-Scans an Reaktor 3 des AKW Fukushima Daiichi.

AKW Fukushima: Myonen-Scanner am 27. April 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)
AKW Fukushima: Myonen-Scanner am 27. April 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)

Durch die Messung der kosmischen Partikel, die alles durchdringen und lediglich durch Material mit hoher Dichte wie etwa Uran, abgelenkt werden, will das Unternehmen die geschmolzenen Brennelemente im Reaktorinneren lokalisieren.

Die Maßnahme soll über mehrere Monate laufen und TEPCO erklärte, Dauer der Messungen und das Veröffentlichungsdatum für die Ergebnisse der Brennelemente-Suche würden vom Verlauf der Myonen-Scans abhängen.

Das Unternehmen hatte die Reaktor-Scans vor wenigen Tagen angekündigt. Über den Beginn der Untersuchungen informierte der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

1 KOMMENTAR

  1. Dramatische Ereignisse. Ich glaube trotzdem, dass die Situation schlieszlich unter Kontrolle gebracht werden kann.

    Es tut mir aber ein wenig um euren Redaktionsurlaub leid, den ihr für diese Woche geplant hattet. Ihr hättet es wirklich verdient.

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