Start Aktuelles Fukushima aktuell: Brennelemente-Bergung an Reaktor 3 verzögert sich weiter

Fukushima aktuell: Brennelemente-Bergung an Reaktor 3 verzögert sich weiter

Betreiber des AKW Fukushima will erst allen bisherigen Problemen auf den Grund gehen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Fertig montierte Kuppel am 21. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Fertig montierte Kuppel am 21. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)

Ereignisse der vergangenen Woche stoßen in Fukushima heute auf besonderes Interesse, während neuere Fukushima News in Japan aktuell eher statistische Bedeutung haben. Die Meldungen hierzu gibt es im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. September 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Bergung von Brennelementen an Reaktor 3 verzögert sich erneut
  • Evakuiertenzahl nach Tohoku-Katastrophen weiterhin hoch
  • Positive Reaktionen auf Mähroboter in Fukushima
Bergung von Brennelementen aus Reaktor 3 verzögert sich erneut

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gab bekannt, dass man vom bisherigen Plan, bereits ab November die ersten abgebrannten Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 bergen zu können, abweichen müssen.

Man werde im Laufe dieses Monats das genaue Vorgehen noch einmal überarbeiten, da im August Probleme an der Brennelemente-Wechselmaschine aufgetreten waren. Schon zwei Monate zuvor wurde ein Schaden durch einen Kurzschluss am Kran für Bauteile entdeckt.

Die jüngsten Zwischenfälle am 8. und 15. August  waren offenbar auf Regenfälle, die zu Ermüdungschäden an Kabeln führten, bzw. auf menschliches Versagen zurückzuführen, als bei einer simulierten Bergung der Kran überladen wurde.

TEPCO spricht davon, dass man nicht ausreichend auf das Qualitätsmanagment geachtet habe und versprach, die entstandenen Probleme zu lösen, bevor man die Bergung der Brennelemente angehe. Das berichteten Präfekturmedien.

Evakuiertenzahl nach Tohoku-Katastrophen weiterhin hoch

Aktuelle Zahlen der Behörde für Wiederaufbau belegen, dass die Maßnahmen zur Wiederbelebung der Region Tohoku nach den Naturkatastrophen und dem Kraftwerksunglück am 11. März 2011 immer noch nicht alle erreicht haben.

Mit Stand vom August leben etwa 58.000 Menschen immer noch als Evakuierte außerhalb ihrer einstiger Wohnorte. Das ist zwar ein Rückgang von etwa 15.000 Personen im Halbjahr – doch 5.623 leben sogar immer noch in „Übergangshäusern“ in Fertigbauweise.

Das ist um so bemerkenswerter, da ein Teil der Fertighäuser aus Fukushima verlegt wurde, als nach den schweren Regenfällen in anderen Teilen des Landes dort die Notwendigkeit für die Unterbringung von Betroffenen entstand.

Insgesamt sind 96,5 Prozent der Baumaßnahmen im sozialen Wohnungsbau für die Evakuierten in der Region Tohoku bereits abgeschlossen – in keiner der drei „Katastrophenpräfekturen“ der Region liegt sie unter 90 Prozent.

Im Bezug auf die Fukushima-Krise sind zwar 70 Prozent der zuvor evakuierten Gebiete mittlerweile freigegeben – doch in sieben Gemeinden gibt es immer noch Gebiete, die aufgrund ihrer hohen Radioaktivität nur eingeschränkt  bewohnbar sind.

Aufgrund der besonderen Umstände wird in der Präfektur Fukushima zudem die Kostenübernahme bzw. der Mietkostenzuschuss mindestens bis 2021 weiterhin gewährt, während die Kostenübernahme in Iwate und Miyagi zum Fiskaljahr 2020 auslaufen soll.

Über die aktuellen Zahlen berichtete die Mainichi Shimbun.

Positive Reaktionen auf Mähroboter in Fukushima

Nachdem in der vergangenen Woche in Sukagawa (Präf. Fukushima) ein „Mähroboter“ vorgestellt wurde, stößt die Entwicklung eines Innovationsprojekts für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei auf reges Interesse.

Der 1,80 Meter lange und 90 Zentimeter breite Roboter kann Flächen autonom mähen. Dadurch bietet er sich auch für Arbeiten in Gebieten an, deren Evakuierungsstatus aufgrund der dortigen Strahlungswerte noch nicht aufgehoben werden konnte.

Aufgrund der Fernsteuerung könnte dort schon vor der Rückkehr menschlicher Arbeitskräfte die Felder für weitere Bearbeitung vorbereitet werden.

Die Wiederaufnahme der Landwirtschaft ist bei der Freigabe solcher Gemeinden ein wichtiges Thema, da die einstigen landwirtschaftlichen Nutzflächen zumeist von Wildwuchs überwuchert wurden und dieser erst gerodet werden muss.

Nachdem das Feedback bei den Landwirten derart positiv ausfiel, soll das 170 Kilogramm schwere Gerät noch in diesem Fiskaljahr für den praktischen Einsatz freigegeben werden. Das berichteten Präfekturmedien.