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Fukushima aktuell: Brennelemente erfolgreich umgelagert

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Artikelbild: Herablassen der Brennelemente in Gemeinschaftsbecken am 22. November 2013 (Foto: TEPCO)
Herablassen der Brennelemente in Halterungen des Gemeinschaftsbeckens am 22. November 2013 (Foto: TEPCO)

Mit dem Herablassen der transportierten Brennelemente in die Halterungen des Gemeinschaftsbeckens, sind nicht nur Bergung und Transport, sondern auch die Einlagerung der ersten Brennelemente innerhalb einer Woche abgeschlossen. Gänzlich zufrieden zeigte sich der Betreiber des AKW Fukushima heute dennoch nicht.

Schuld daran ist ein Teil der medialen Berichterstattung über die Bergungsaktion. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. November 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Brennelemente erfolgreich im Gemeinschaftsbecken eingelagert
  • TEPCO kritisiert Vorgehen der Medien bei Brennelemente-Transport
  • Fukushima-Betreiber sucht erfahrene Fachkräfte

Brennelemente erfolgreich im Gemeinschaftsbecken eingelagert: Kraftwerksbetreiber TEPCO hat am heutigen Freitag seinen Plan umgesetzt, die aus Reaktor 4 angelieferten Brennelemente in den Halterungen innerhalb des Lagerbeckens in einem anderen Gebäude zu sichern.

Gemeinschaftsbecken: Bergung der Brennelemente aus dem Transportbehälter am 22. November 2013 (Foto: TEPCO)
Gemeinschaftsbecken: Bergung der Brennelemente aus dem Transportbehälter am 22. November 2013 (Foto: TEPCO)

Die gegen Mittag begonnenen Arbeiten konnten, ersten Meldungen zufolge, noch am Abend abgeschlossen werden.

Damit wurden erstmals seit Ausbruch der Fukushima-Katastrophe im März 2011, eine Ladung von 22 Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 in ein gemeinsames Lagerbecken transportiert.

Die Maßnahme hatte am Montag begonnen und war somit innerhalb von fünf Tagen abgeschlossen. TEPCO kündigte an, den Vorgang dieser ersten Umlagerung genau zu untersuchen, um die kommenden Bergungsmaßnahmen sowohl effizienter, als auch noch sicherer zu machen.

Das Unternehmen begleitete diese Informationen erneut mit audiovisuellem Material. Auf dem Video ist zu sehen, wie der Deckel des Transportbehälters geöffnet, die Brennelemente herausgezogen und mit einem Kran in die Halterungen herabgelassen werden.

Mit Abschluss des ersten Transfers von Brennelementen befinden sich gegenwärtig noch 1.511 Brennelemente im Becken von Reaktor 4. Bei insgesamt 1.331 handelt es sich um abgebrannte Brennelemente mit hoher Strahlung. TEPCO wird zunächst weiterhin nur ungenutzte Elemente in das Gemeinschaftsbecken transferieren.

Werden jetzige Kapazität und Arbeitsvorgänge so weiter geführt, werden noch etwa 70 dieser Transporte erforderlich, will man die Arbeiten bis Ende kommenden Jahres abschließen. Neben TEPCO berichteten auch Kyodo und NHK.

TEPCO kritisiert Vorgehen der Medien bei Brennelemente-Transport: In einer gestrigen Stellungnahme kritisiert Kraftwerksbetreiber das Vorgehen einiger Medien bei der Berichterstattung über den Transport der Brennelemente aus Reaktor 4 in ein gemeinsames Lagerbecken.

Fukushima-Reaktor 4: Verladung des Transportbehälters am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Verladung des Transportbehälters am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)

Stein des Anstoßes sind dabei unter anderem Luftaufnahmen, wie sie beispielsweise von der Yomiuri Shimbun genutzt wurden. Da auf diesen die Strecke des Transportfahrzeugs und die Aktivitäten von Wachpersonal zu sehen sind, verletzten diese Aufnahmen die Richtlinien zum physischen Schutz von Nuklearmaterial.

Auch die Atomaufsichtsbehörde sei über diesen Umstand in Kenntnis gesetzt und habe den Kraftwerksbetreiber um eine Stellungnahme vor den Medien gebeten.

TEPCO bittet daher Pressevertreter, auf Aufnahmen von sicherheitsrelevanten Anlagen, wie etwa den Toren der Gebäude, Sicherheitszäunen, Kameras, sowie dem Transport der Container mit Brennelementen zu verzichten. Das Elektrizitätsunternehmen stellt der Presse audiovisuelles Material zur Verfügung, bei dem die Richtlinien eingehalten werden.

TEPCO selbst verpixelt Teile der Aufnahmen, oder macht Details anderweitig unkenntlich, um Kriminellen keine Hinweise zu liefern, die für Terrorismus, Sabotage, oder den Diebstahl von radioaktivem Material missbraucht werden könnten.

Fukushima-Betreiber sucht erfahrene Fachkräfte: Für den reibungslosen Ablauf der auf 40 Jahre angelegten Stilllegung der Kraftwerksanlage Fukushima Daiichi, ist eine Reihe unterschiedlicher Spezialisten und Facharbeiter erforderlich. Doch ausgerechnet hier droht dem Betreiber ein Defizit.

Fukushima-Reaktor 1: Strahlungsmessungen am 5. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
Arbeiter bei Strahlungsmessungen in Reaktor 1 am 5. Mai 2011 (Foto: TEPCO)

In der jüngsten Vergangenheit hatte es immer wieder Berichte über Lecks gegeben, die auf steigende Nachlässigkeit der Arbeitskräfte schließen lassen. Neben Überforderung und mangelnder Motivation sieht TEPCO auch die mangelnde Erfahrung von Beschäftigten als Ursache.

Immer mehr qualifizierte Kraftwerksarbeiter erreichen die zulässige Maximaldosis von 50 Millisievert pro Jahr, da sie aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung auch wichtige Arbeiten in Bereichen mit hoher Strahlung durchführen müssen. Auch die jetzt angelaufenen Bergungsarbeiten von Brennelementen führen voraussichtlich zur Reduzierung der Facharbeiter vor Ort.

Nach Einschätzungen von TEPCO werden ab kommendem Jahr, oder etwas später, mehr als 10.000 Angestellte, für die Stilllegungsarbeiten benötigt.

Anfang des Monats hatte das Unternehmen mit Plänen zu Lohnerhöhungen, besserer Unterbringung und Arbeitserleichterungen sowohl die Moral stärken, als auch die Arbeit attraktiver machen wollen (Spreadnews berichtete am 8. November 2013), Über die aktuellen Zahlen berichteten örtliche Medien.

2 KOMMENTARE

  1. die haben aber das zerstörte Werk wieder schön hergerichtet was? wo das doch sowas von zerstört war. für wie Blöde hält man den betrachter???

    • Herr Tiroch,

      sagen sie mal, was wollen Sie eigentlich mit ihren Verschwörungstheorien bezwecken?
      Tepco hat vor Beginn der Arbeiten sicher erst einmal den Arbeitsplatz sauber gemacht. Das sieht man eben auch

      Das die gesamte Krananlage neu ist und extra gebaut wurde, um die Brennelemente da rauszuziehen ist auch kein Geheimnis.

      Warum sollte Tepco jetzt Fotos von kaputten Wänden veröffentlichen? Darum gehts doch gar nicht. Es geht um die Umlagerung.

      Selbst wenn da kaputte Wände sind, warum soll Tepco sowas aufnehmen? Interessiert doch kein Schwein. Nochmal: Es geht um die Umlagerung

      Welche Fotos sollten die Medien denn dann veröffentlichen, statt die offiziellen von Tepco? Vielleicht die kaputten Gebäudefotos von 2011? Weil das besser zur Panikmache passt? Sorry, aber Ruinenwände tun doch hier gar nichts zur Sache.

      Glauben sie etwa, die haben dafür ein Studio gebaut, um das ganze wie ein Theaterstück vorzuführen? Ja klar, die Mondlandung ist ja auch nur ein Schwindel.

      Haben Sie ein Problem damit anzuerkennen, dass die Japaner auch etwas ohne fremde Hilfe auf die Reihe bekommen? Oder stört das einfach ihr Bild vom unfähigen Atomunternehmen?

      Tepco hat viel gelogen, aber diese Paranoia finde ich schon bedenklich.

      Selbst die Theorie, die Videos stammen aus der Zeit vor 2011 hauen nicht hin. Schließlich haben japanische Medien selbst gesehen, wie der Transporter unterwegs war.

      Oder war der ihrer Meinung nach einfach leer um die Medien zu foppen und alte Videos glaubhafter zu machen?

      Ich bin keine Freundin der Atomenergie, aber wenn ich so sehe, was für ein hannebüchener Unsinn teilweise von selbsternannten „Experten“ verbreitet wird, dann wird mir einfach nur noch schlecht.

      Schauen wir uns doch mal einen dieser Untergangspropheten genauer an: Der von vielen Panikmachern so geliebte Herr Wasserman.

      „Harvey Wasserman“ ist laut Wikipedia seit 30 Jahren Atomkraftgegner. Seine Qualifikation? Er hat erst einen „Bachelor of Arts“ und später einen „Master of Arts“ in Amerikanischer Geschichte gemacht. Physiker? Kernphysiker? Fehlanzeige,.

      Mal davon ab: Wie objektiv wäre denn bitte ein Kernphysiker , der sein halbes Leben lang Atomkraftgegner ist? Zu hoffen, dass der eine realistische Einschätzung abliefert, ist genau so lächerlich wie Tepco blind zu vertrauen.

      Wenn man sich ein paar andere „Experten“ ansieht, die anderswo so hofiert werden, dann sieht das auch nicht besser aus.

      Schauen Sie sich mal den Artikel „Die „Netzfrauen” und der Weltuntergang“ auf dem deutschen ScienceSceptical Blog an, da werden die ach so kompetenten Weltuntergangs-Zuckerpuppen ziemlich auseinandergenommen

      Auch die AG Nuklearia nimmt den Schundartikel „Der gefährlichste Moment in der Geschichte der Menschheit“ ordentlich auseinander. Der übrigens auf dem Gelaber des Herrn Wasserman beruht.

      Man sollte halt nicht ALLES ungeprüft glauben, weder Tepco, noch Atomkraftgegnern, aber auch nicht Spreadnews oder mir. Selber denken ist noch nie die Stärke vom Verschwörungstheoretikern gewesen.

      Ich kann ihnen nur raten, mal beide Artikel zu ergoogeln. Die haben sicher auch Fehler und sind nicht gänzlich objektiv, aber definitiv mal ein Gegengewicht zu ihren zweizeiligen Verschwörungsgeschwurbeleien.

      Ich bin jedenfalls froh hier was anderes zu lesen als Weltuntergangspanik und Möchtegern-Experten.

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