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Fukushima aktuell: Brustkrebskontrollen seit AKW-Krise zurückgegangen

Wichtiger Früherkennungs-Zeitraum wird häufig überschritten

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Artikelbild - Brustkrebs: Mammographie-Aufnahme (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Zahl der Brustkrebs-Untersuchungen sinkt (Foto: pd)

Wenn im Zusammenhang mit der Präfektur Fukushima heute von Gesundheitsrisiken gesprochen wird, denken viele Menschen zunächst an die möglichen Folgen von Radioaktivität.

Dass es in diesem Teil Japans aktuell auch andere gesundheitlich relevante Themen gibt, zeigen die heutigen Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Brustkrebsvorsorge in Fukushima seit AKW-Krise zurückgegangen
  • Premier Abe verspricht nach Präfekturbesuch besseren Wiederaufbau
Brustkrebsvorsorge in Fukushima seit AKW-Krise zurückgegangen

Eine Studie von Doktor Akihiko Okazaki mit 219 Patientinnen ergab, dass seit der AKW-Krise die zeitlichen Abstände zwischen der Entdeckung möglicher Brustkrebs-Symptome und dem Aufsuchen eines Arztes gestiegen sind.

Von 219 Patientinnen, die zwischen 2005 und 2015 wegen Symptomen eine der beiden Kliniken in Minamisoma besuchten, waren 122 vor den Ereignissen vom März 2011 vorstellig geworden. Danach sank ihre Zahl auf 97 Patientinnen.

Der Prozentsatz von Personen, die erst nach drei Monaten einen Arzt aufsuchen stieg von zuvor 18,0 auf 29,9 Prozent. Da bei Krebs eine Früherkennung und rechtzeitig eingeleitete Therapie von großer Bedeutung sind, ist dies ein deutlicher Negativtrend.

Da es oft erst der Ermunterung durch Angehörige bedarf um zum Arzt zu gehen, wird die Zersplitterung der evakuierten Gemeinden, sowie die gestiegene Zahl an Single-Haushalten und Senioren für diesen Trend verantwortlich gemacht.

Dieser Zusammenhang wird durch weitere Zahlen plausibel, denn von älteren Personen, die mit ihren Kindern zusammenleben, gingen 51,5 Prozent innerhalb dieses wichtigen Zeitraums zur Untersuchung und lediglich 37,9 Prozent warteten länger.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Japan und jährlich sterben etwa 13.000 Patientinnen aufgrund ihrer Erkrankung. Über den negativen Vorsorgetrend berichteten Kyodo und Präfekturmedien.

Premier Abe verspricht nach Präfekturbesuch besseren Wiederaufbau

Am Wochenende machte bereits die starke Polizeipräsenz am Bahnhof in Fukushima auf einen besonderen Gast aufmerksam. Japans Premierminister Shinzo Abe besuchte mehrere Ortschaften innerhalb der Präfektur.

Nach einer Mahlzeit im neu eröffneten Nudelrestaurant von Iitate mit 60-jähriger Tradition, besichtigte der Premier auch Pflegeeinrichtungen, wo er über den Mangel an Pflegekräften in Kenntnis gesetzt wurde.

Premierminister Abe erklärte, er wolle die Finanzhilfen in diesem Bereich verbessern und sowohl mehr Arbeitsplätze in diesem Bereich schaffen, als auch die entsprechenden Einrichtungen unterstützen.

In einer Ansprache gegenüber Pressevertretern schilderte Abe seinen Eindruck, der Eifer der dort lebenden Menschen trage zur Wiederbelebung der Region bei und wolle gerne wiederkommen, um sich die Bedenken der Menschen dort anzuhören.

Über den Besuch berichteten unter anderem die NHK und Präfekturmedien.

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