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Fukushima aktuell: Dach von Schutzmantel an Reaktor 1 wieder dicht

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Zurückmontage des zweiten Paneels am 4. Dezember 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Erneute Befestigung des zweiten Paneels am 4. Dezember 2014 (Foto: TEPCO)

Nachdem gestern ausführliche Gespräche mit Kontakten in Japan die zeitnahe Veröffentlichung eines Artikels nach mitteleuropäischer Zeit behindert hatten, folgen im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima heute wieder aktuelle Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Dezember 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Schutzmantel an Reaktor 1 wieder zu
  • Forschungszentrum in Fukushima eröffnet
  • Erneute Verklappung erfolgt

Schutzmantel an Reaktor 1 wieder zu: Am heutigen Donnerstag gab TEPCO bekannt, man habe zwei Dachpaneele des Schutzmantels an Reaktor 1 wieder an ihre alte Stelle gesetzt und die Hülle um das Reaktorgebäude erst einmal geschlossen.

Bei den Arbeiten, die um 8:31 Uhr begannen und am Nachmittag abgeschlossen werden konnten, kam es, einem Bericht des Kraftwerksbetreibers zufolge, zu keinen Zwischenfällen. Die Entfernung der zwei Dachpaneele an Reaktor 1 durch einen ferngesteuerten Kran war Ende Oktober erfolgt.

Die Maßnahme sollte zeigen, wie viel radioaktives Material von den Trümmern des Reaktorgebäudes austritt, nachdem zuvor ein eingesprühtes chemisches Bindemittel das Aufwirbeln von Staub verringern sollte.

Tatsächlich habe man in diesem einmonatigen Zeitraum zum heutigen Tag, keinen nennenswerten Anstieg bei der Konzentration radioaktiven Materials in der Umgebung feststellen können, berichtete das Unternehmen. Dies könne als Erfolg der Sprühmaßnahme angesehen werden.

Für die Zukunft von Reaktor 1 will das Unternehmen die Fertigstellung der Grundwasserbarriere durch Bodenfrostung („Eiswall“) abwarten, um dann bei planmäßigem Verlauf, im kommenden Jahr mit der endgültigen Abtragung des bisherigen Schutzmantels und der Trümmerräumung zu beginnen.

Der Austausch von Schutzmänteln und die Anbringung eines neuen Brennelementekrans waren auch bei der Räumung des Abklingbeckens in Reaktorgebäude 4 den eigentlichen Arbeiten vorausgegangen. An Reaktor 1 sollen derartige Arbeiten im Jahr 2019 beginnen.

Neben TEPCO berichteten auch Kyodo, Asahi Shimbun und NHK und Präfekturmedien über die erfolgreiche Abdeckung des Schutzmantels.

Forschungszentrum in Fukushima eröffnet: Bereits gestern konnten Experten des im Juli 2013 gegründeten Instituts für Umwelradioaktivität, ihre Arbeit in einem neuen Zentrum innerhalb der Präfektur Fukushima verlegen.

Die zweistöckige Anlage, die mit Regierungszuschüssen von etwa 1,8 Milliarden Yen mitfinanziert worden war, ist Teil eines Projekt mit internationalen Experten unter der Leitung der Universität Fukushima, in dessen Rahmen die langfristigen Auswirkungen des radioaktiven Niederschlags der Fukushima-Katastrophe, sowie weltweit verschiedener Formen von Umweltkontamination untersucht werden sollen.

Zu den technischen Anlagen die den 13 Forschern zur Verfügung stehen, gehören neun Germanium-Halbleiterdetektoren, mit denen teilweise winzige Spuren nachgewiesen, aber gleichzeitige Analysen von 50 Materialproben möglich sind. Durch den Einsatz eines Elektronenmikroskops, das eine dreimillionenfache Vergrößerung ermöglicht, will man die Verbindungsvorgänge zwischen radioaktiven Substanzen und mineralischem Material nachvollziehen.

Ziel des neuen Zentrums sei es nicht, symptomatische Maßnahmen zu entwickeln, sondern ein Verständnis für die Auswirkungen von Abläufen in Verbindung mit Radioaktivität zu entwickeln und Kenntnisse über Kontaminationsvorgänge zu erlangen. Takayuki Takahashi, Leiter des Instituts versicherte, die Öffentlichkeit über Fortschritte zu informieren, um ein besseres Verständnis für die dort durchgeführten Arbeiten zu bewirken.

Bereits vor der Eröffnung der Forschungseinrichtung waren die Wissenschaftler nicht untätig, sondern untersuchten im Rahmen von Studien mit Unterstützung durch andere Institutionen, die Verbreitung von radioaktivem Material in verschiedenen Teilen des Ökosystems wie Meeren und Wälder.

Zu den Experten zählen auch Wissenschaftler aus dem Ausland, die etwa bei der Ermittlung von Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe tätig waren. Über die Eröffnung des Zentrums berichteten Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Erneute Verklappung erfolgt: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO bekannt gab, wurde erneut aus den Bergen umgeleitetes Grundwasser in den Pazifik verklappt. Die Arbeiten begannen um 9:00 Uhr und wurden um 15:26 Uhr für abgeschlossen erklärt.

Im Rahmen der Maßnahme habe es keine Betriebsstörungen gegeben, teilte das Elektrizitätsunternehmen mit. Die am heutigen Tag verklappte Wassermenge beläuft sich auf 1.386 Tonnen. TEPCO meldet die Durchführung von Verklappungen regelmäßig und begegnet so der Besorgnis von Fischereiverbänden und Bürgern.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo,

    schön zu sehen, dass ihr als deutsche Webseite konsequent am Ball bleibt. Hat mich gestern richtiggehend erstaunt, keinen Artkel vorzufinden. Macht bloß weiter!

    Viel Erfolg bei eurer weiteren Arbeit.

    Sirdom

  2. Hi, also Ich besuche Diese Website auch seid kurzem Regelmäßig und bin total begeistert, wie gut mann hier bei euch auf der Website über die aktuellen Vorkommnisse rund um das Thema Fukushima informiert wird.
    Ich möchte somit auch gerne meinen Lob und ein Danke da lassen. Für eure Arbeit.
    MfG Martin

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