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Fukushima aktuell: Dacharbeiten an Reaktor 3 abgeschlossen

Wichtige Vorbereitung für Bergung von Brennelementen erfolgreich

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Montage des letzten Dachteils am 21. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Montage des letzten Dachteils am 21. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)

Während der Betreiber des AKW Fukushima heute einen Erfolg bei den Baumaßnahmen melden kann, musste das Unternehmen gestern ein unangenehmes Gerichtsurteil hinnehmen. Einzelheiten der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Kuppeldach des Schutzmantels an Fukushima-Reaktor 3 fertiggestellt
  • TEPCO muss Angehörige von hundertzweijährigem Suizidopfer entschädigen
  • Kleines Wasserleck an Multinuklid-Filteranlage
Kuppeldach des Schutzmantels an Fukushima-Reaktor 3 fertiggestellt

Am heutigen Mittwoch meldete der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi die erfolgreiche Fertigstellung einer gewölbten Dachkonstruktion am Gebäude von Reaktor 3. Der Abschluss der Arbeiten ist eine wichtige Voraussetzung für die Bergung von abgebrannten Brennelementen.

Fukushima-Reaktor 3: Abschluss der Dachkonstruktion am 21. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Abschluss der Dachkonstruktion am 21. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)

In der vergangenen Woche hatte TEPCO bereits die Endphase der Dacharbeiten eingeläutet, nachdem es zuletzt zu unerwartet zügigen Fortschritten bei den Arbeiten gekommen war. Das Projekt war im Juli 2017 begonnen worden.

Heute nun wurde das letzte Teil – ein 55 Tonnen schweres, 17 Meter hohes und  22 Meter breites Dachelement – von einem Kran an seine endgültige Position über dem Lagerbecken des Reaktorgebäudes gehoben.

Unter dem Schutz der Dachkonstruktion soll die Bergung der verbliebenen 566 Brennelemente erfolgen. Die 23 Meter breite und 57 Meter lange Hülle bietet genug Platz für das erforderliche Bergungsgerät.

Läuft alles nach Plan, so will TEPCO noch im Herbst mit den Bergungsmaßnahmen beginnen. Über die erfolgreiche Anbringung der Kuppelkonstruktion berichteten neben TEPCO auch zahlreiche japanische Medien, wie Asahi Shimbun und NHK.

TEPCO muss Angehörige von hundertzweijährigem Suizidopfer entschädigen

Am gestrigen Dienstag verurteilte ein Gericht in Fukushima den AKW-Betreiber TEPCO zu einer Zahlung von 15,2 Millionen Yen an die Angehörigen von Fumio Okubo. Der Pensionär aus Iitate hatte sich im April 2011 im Alter von 102 Jahren erhängt.

Der in Iitate geborene und aufgewachsene Okubo pflegte auch nach seiner Pensionierung enge soziale Kontakte, verlor nach Angaben der Hinterbliebenen jedoch allen Lebensmut, als er am 11. April die Evakuierungsanordnung hörte. Noch in der Nacht nahm er sich das Leben.

TEPCO bestritt den kausalen Zusammenhang und erklärte, aufgrund der bereits vorhandenen gesundheitlichen Probleme sei die Evakuierung höchstens ein kleiner Faktor und keineswegs entscheidend für den Suizid gewesen.

Das Gericht folgte letztlich der Argumentation der Angehörigen. Demnach sei der Verlust seiner lebenslangen Heimat und die mangelnde Aussicht auf Rückkehr, der Auslöser für die Selbsttötung gewesen.

Mit der Verurteilung zur Zahlung von 15,2 Millionen blieb das Gericht jedoch deutlich unter der Forderung von 60,5 Millionen, die von den Hinterbliebenen in ihrer Klage vom Juli 2015 verlangt worden war.

Als Begründung nannte das Gericht den Umstand, dass Okubo sich zumindest auch teilweise das Leben nahm, um der evakuierten Familie nicht zur Last zu fallen. Dennoch liege die Verantwortung des Kraftwerksbetreibers bei 60 Prozent.

Die Kläger zeigten sich mit dem Urteil einverstanden und hoffen nach eigenen Angaben nun, dass TEPCO das Urteil akzeptieren werde, so dass sie endlich mit dem Geschehnissen abschließen zu können.

Die Familie war teilweise für ihre Klage kritisiert worden, erhielt jedoch auch viel Unterstützung. Familie Okubo lebt derzeit in Minamisoma, plant jedoch gegen Ende des Jahres eine Rückkehr nach Iitate.

Über das Urteil berichteten zahlreiche Medien, darunter Kyodo, Mainichi Shimbun, NHK und Präfekturmedien.

Kleines Wasserleck an Multinuklid-Filteranlage

Angestellte eines Partnerunternehmens entdeckten gestern gegen 12:20 Uhr (Ortszeit), dass Wasser im Bereich eines Ablassventils der Flüssigschlamm-Transferpumpe am Multinuklid-Filtersystem austrat. Sofort wurde eine genauere Untersuchung veranlasst.

Dabei wurde festgestellt, dass das Wasser auf einer sehr kleinen Fläche von 5 x 5 Zentimetern verblieb und nicht aus dem gesicherten Bereich gelangte.

Als Ursache geht man von der Lockerung eines Teilstücks aus. Das Ventil und die Leitungen wurden festgezogen und kein weiterer Wasseraustritt festgestellt. Die Stelle wurde jedoch zusätzlich mit Vinyl abgedichtet. Über den kleinen Zwischenfall berichtete TEPCO.