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Fukushima aktuell: Daten zur Cäsiumbelastung in Meeresboden veröffentlicht

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Artikelbild - Meeresboden (Symbolfoto: Dmitris Siskopoulos, cc-by)
Fakten zur Meeresbodenbelastung durch AKW Fukushima vorgelegt (Symbolfoto: Dmitris Siskopoulos, cc-by)

Zu den Neuigkeiten, die im Zusammenhang mit den Entwicklungen am AKW Fukushima heute gemeldet werden, gehören neben Angaben zur Belastung des Meeresbodens, auch die mittlerweile fünfte Einleitung von Grundwasser in den Pazifik, sowie ein Erdbeben und das Zwischenlagerproblem. Diese Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. Juni 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Daten zur Cäsiumbelastung in Meeresboden veröffentlicht
  • Fünfte Grundwasserverklappung durchgeführt
  • Erdbeben der Stärke 5,8 erschüttert Fukushima
  • Informationsveranstaltung zu Zwischenlagern abgeschlossen

Daten zur Cäsiumbelastung in Meeresboden veröffentlicht: Am vergangenen Freitag veröffentlichte Japans Atomaufsicht NRA, die Ergebnisse von Untersuchungen zur Belastung des Meeresbodens vor der Küste des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, für das Fiskaljahr 2013.

Meeresboden vor Betonierung am 10. März 2012 (Foto: TEPCO)
Meeresboden vor Betonierung (Foto vom 10. März 2012, TEPCO)

Bodenproben die in einer Distanz von sechs Kilometern zum Kernkraftwerk entnommen wurden, wiesen eine Belastung mit Cäsium-137 in Höhe von 2.000 Becquerel pro Kilogramm auf.

An 20 weiteren Stellen, die in einer Distanz von vier Kilometern zur Anlage liegen, wurden 1.000 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen.

Die Belastung liegt in größerer Distanz zum AKW somit höher, als in dessen Nähe.

Allerdings räumte die NRA ein, da bislang keine Richtwerte existierten, anhand derer die Ergebnisse eingeschätzt werden könnten, sei es schwierig, aus den jetzigen Werten tatsächlich Erkenntnisse zu ziehen.

Man werde mit den Untersuchungen jedoch fortfahren. Das berichtet die jiji.

Der Bericht der Atomaufsicht, bezieht sich dabei lediglich auf einen Bereich bis zu 32 Kilometer, von der Küste entfernt. Welche Werte weiter auf dem Pazifik erreicht werden, ist durch diese Daten daher nicht ersichtlich.

Fünfte Grundwasserverklappung durchgeführt: Am Samstag wurde um 10:10 Uhr, erneut mit der Einleitung von umgeleiteten Grundwasser in den Pazifischen Ozean begonnen. Nach Angaben von TEPCO verlief die Aktion ohne Probleme und konnte um 16:02 Uhr abgeschlossen werden. Es wurden 1.443 Tonnen verklappt.

AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Grundwasserumleitung durch die METI am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beaufsichtigte Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Das aus den Bergen fließende Grundwasser wird umgeleitet und durch Grundwasserbrunnen hochgepumpt, bevor es das Gelände des AKW Fukushima Daiichi erreicht und dort radioaktiv kontaminiert werden kann.

Nach einer Prüfung auf die Einhaltung von Grenzwerten wird das in Sondertanks gelagerte Wasser in den Pazifik eingeleitet.

Bei der letzten Grundwasserverklappung am 8. Juni 2014 waren 1.563 Tonnen in den Pazifischen Ozean eingeleitet worden. Die Aktion war erstmals am 21. Mai durchgeführt worden.

Erdbeben der Stärke 5,8 erschüttert Fukushima: Am heutigen Montagmorgen erschütterte gegen 5:00 Uhr ein Erdbeben der Stärke 5,8 die Präfektur Fukushima. Das Epizentrum befand sich in 50 Kilometern Tiefe vor der Küste der Präfektur. Die japanische Wetterbehörde gab keine Tsunami-Warnung aus.

Der Fukushima Yamagata Shinkansen stoppte aufgrund des Erdbebens automatisch. Schäden gab es dort nicht.

Nach dem Beben veranlasste der Kraftwerksbetreiber TEPCO umgehend Kontrollgänge auf den Anlagen des Kernkraftwerke Fukushima Daiichi (Fukushima 1) und Fukushima Daini (Fukushima 2). Bei den Patrouillen zwischen 5:07 Uhr und 5:27 Uhr wurden, nach Angaben von TEPCO, keine Betriebsschäden festgestellt.

Informationsveranstaltung zu Zwischenlagern abgeschlossen: Am gestrigen Sonntag beendete die japanische Regierung, mit zwei letzten Veranstaltungen in den Präfekturen Fukushima und Miyagi, eine Reihe von Informationsveranstaltungen. Die Aktion hatte am 31. Mai begonnen. Insgesamt 16 dieser Treffen richteten sich an die Einwohner der Ortschaften Futaba und Okuma.

Nach dem Willen der Regierung soll auf den Geländen der Gemeinden so genannte Zwischenlager für radioaktiv kontaminiertes Erdreich entstehen, dass im Rahmen von Dekontaminationsarbeiten angefallen war. Ob die Treffen tatsächlich zur Beruhigung der einstigen Einwohner beitrugen ist fraglich.

Tatsächlich zeigten sich die insgesamt 2.605 Teilnehmer unzufrieden, da trotz wiederholter Forderungen, keine genauen Angaben zur Verarbeitung und Einlagerung gemacht wurden. Neben diesen Sicherheitsbedenken, gibt es jedoch auch zwei weitere Punkte, die kritisiert werden.

Zum einen sind die Summen, mit denen die Regierung dort benötigte Grundstücke kaufen und die Eigentümer entschädigen will, noch unklar – zum anderen das Misstrauen, ob die Regierung Wort halten wird, wenn sie versichert, die eingelagerten Abfälle würden innerhalb von 30 Jahren aus der Präfektur Fukushima entfernt.

Die Regierung erwägt ihrerseits unterschiedliche Modelle, die vom kompletten Grundstückskauf, bis zu Pachtverträgen reichen. In letzterem Fall bliebe der Bürger rechtlicher Eigentümer seines Grundstücks. Auch eine finanzielle Förderung der Gemeindeverwaltung könnte Anwendung finden. Über Vorbehalte und Pläne berichteten jiji und Asahi Shimbun.

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