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Fukushima aktuell: Dekontamination belasteter Wasserreservoirs geplant

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Artikelbild: Wassertropfen (Foto: denishelfer, cc-by)
Präfektur Fukushima: Pläne zur Dekontamination belasteter Wasserreservoirs (Symbolfoto: Denis.helfer, cc-by)

Die aktuellen Fukushima News befassen sich mit einem alten Problem, das endlich angegangen werden soll. Berichte über erfolgreiche Entwicklungen werden aus Fukushima heute ebenso gemeldet, wie eine Einigung ist Fristfragen.

Unsere Leser dürfen sich zudem über den dritten Teil unserer Interview-Serie freuen – unter dem Titel „Stimmen aus Fukushima: Worte einer Evakuierten„.

Doch zunächst gibt es die Nachrichtenmeldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. März 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Pläne für Dekontamination von Wasserreservoirs
  • Keine Schwankungen an unterirdischem Lagertank
  • Beschränkte Verlängerung der Übergangshausfrist
  • Frau von Premierminister Abe besucht Fukushima

Pläne für Dekontamination von Wasserreservoirs: Bei der Dekontamination von landwirtschaftlich genutzten Teichen und Staubecken gibt es Neuigkeiten. So sollen die Kosten nun mehrheitlich vom Kraftwerksbetreiber übernommen werden.

Nachdem die Landwirte der Präfektur bereits Ergebnisse gefordert hatten, einigte man sich am Sonntag zumindest auf einen Rahmenplan, dessen erste Schritte bereits im kommenden Fiskaljahr erfolgen könnten.

Die Dekontamination von Gewässern wird nicht durch das entsprechende Gesetz gedeckt, was in der Vergangenheit zu rechtlichen Unsicherheiten und mangelnder Bereitschaft gegenüber solchen Maßnahmen geführt hatte.

Die Sicherheit landwirtschaftlicher Wasserreservoirs war dabei immer wieder betont worden, auch wenn Untersuchungen vor Ort radioaktive Belastungen der Reservoirs nachgewiesen hatten.

Insgesamt ist bislang für 270 Standorte in 15 Gemeinden eine solche Dekontamination geplant, bei der die radioaktiven Sedimente, teils unter Verwendung von schwerem Gerät, ausgehoben werden.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei untersuchte 2.956 Standorte und fand bei 730 Werte von radioaktivem Cäsium von bis zu 8.000 Becquerel, was sie als Dekontaminationsabfälle klassifiziert und eine Einlagerung erforderlich macht. Das meldeten Präfekturmedien.

Dadurch steigt allerdings die Menge an Dekontaminationsabfällen weiter an. Erst gestern war bekannt geworden, dass einige Gemeinden aus Angst vor Rufschäden die Registrierung radioaktiver Abfälle unterlassen hatten.

Keine Schwankungen an unterirdischem Lagertank: Nachdem in der jüngeren Vergangenheit mehrfach Schwankungen in den Strahlungswerten von Grundwasser-Kontrollposten festgestellt worden waren, scheint sich die Situation zu normalisieren.

Zuletzt waren am 8. März deutliche Schwankungen der Konzentration von Betastrahlern, zu denen auch Strontium gehört, aufgetreten. So sanken die Werte am Posten A4 von 870 auf 430 Becquerel pro Liter.

Dagegen stieg am Posten A10 der zuvor gemessene Wert von 24 auf 270 Becquerel pro Liter. Seitdem wurden keine Auffälligkeiten mehr gemeldet. Die Entdeckung der Schwankungen hatte zu Besorgnis über mögliche Lecks geführt.

Im April 2013 war nach Wasserlecks beschlossen worden, die Behälter nicht länger zu nutzen. Doch im Oktober desselben Jahres zwangen schwere Regenfälle die Betreiberfirma TEPCO zur erneuten Nutzung.

Schließlich waren die Behälter leergepumpt und damit praktisch stillgelegt worden. Eine gänzliche Leerung war jedoch nicht möglich, so dass sich dort noch radioaktiv belastetes Wasser befindet. TEPCO will die Situation weiter beobachten.

Beschränkte Verlängerung der Übergangshausfrist: Für Einwohner von fünf Städten und Dörfern wurde am gestrigen Montag die Genehmigung zum Aufenthalt in Übergangshäusern um ein Jahr verlängert.

Das betrifft Haushalte in Minamisoma, Iwaki, Soma, Hirono und Shinchi, bei denen der geplante Wiederaufbau nicht fristgemäß abgeschlossen werden kann. Diese Sonderregelung betrifft nur Gebiete außerhalb der Sperrzone.

Ursprünglich sollten bis März kommenden Jahres der Umzug in Sozialwohnungen, oder dekontaminierte Wohnungen möglich sein. Doch die öffentlichen Bauvorhaben werden nicht überall wie geplant rechtzeitig abgeschlossen.

Nun soll geprüft werden, welche Haushalte die Voraussetzungen für die Fristverlängerung erfüllen. Erste Ergebnisse sollen im August vorliegen, doch zuvor sollen bereits Gespräche mit den betroffenen Familien stattfinden. Das berichteten Präfekturmedien.

Frau von Premierminister Abe besucht Fukushima: Am gestrigen Montag besuchte Akie Abe, die Ehefrau des amtierenden Premierministers Shinzo Abe, mehrere Gemeinden der Präfektur Fukushima.

Zu den Stationen gehörten die Stadt Iwaki und die drei Gemeinden Naraha, Hirono und Okuma. Dort traf sie sich unter anderem mit Schülern und wohnte der Pflanzung von Kirschbaumsetzlingen entlang der Nationalstraße 6 bei.

Bei ihrem Besuch wurde sie von Yumiko Nishimoto, der Vorsitzenden der Non-Profit-Organisation „Happy Road Net“ begleitet. Die Organisation engagiert sich für eine Wiederbelebung der Region, unter anderem durch die Kirschbaumpflanzungen. Über den Besuch berichteten Präfekturmedien.

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