Start Aktuelles Fukushima aktuell: Dekontamination in Futaba angelaufen

Fukushima aktuell: Dekontamination in Futaba angelaufen

"Sonderzone für Wiederaufbau" soll Grundlage für Rückkehr werden

1357
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Dekontamination durch Mäharbeiten und Bodenabtragung (Foto: Copyright by TEPCO)
AKW Fukushima: Dekontamination durch Mäharbeiten und Bodenabtragung (Foto: Copyright by TEPCO)

Während in Deutschland viele Leser die weihnachtliche Ruhe genießen, wird aus Fukushima heute sowohl der Beginn von Arbeiten bekanntgegeben, als auch neue Maßnahmen angekündigt.

Einzelheiten der aktuellen Fukushima News, bei denen es unter anderem um Dekontamination und Schilddrüsenkrebs geht, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Dezember 2017.

Unsere heutigem Themen am 1. Weihnachtsfeiertag:

  • Dekontamination in Futaba angelaufen
  • Kritik nach entgangenem Fall von Schilddrüsenkrebs
  • Fällung des Baums der Hoffnung in Minamisoma angekündigt
Dekontamination in Futaba angelaufen

Nachdem das Umweltministerium bereits am vergangenen Montag in einer Erklärung die Einrichtung eines Wiederaufbaustützpunkts angekündigt hatte, begannen heute die Arbeiten pünktlich zum vereinbarten Termin.

Obwohl etwa 96 Prozent der Gemeinde Futaba im Rahmen des Drei-Zonen-Modells als „langfristig unbewohnbar“ eingestuft werden, sollen Dekontaminationstrupps  und Abrissteams zumindest einen Teil der Ortschaft bis zum Frühjahr 2022 wieder bewohnbar machen.

Bei dem Gebiet handelt es sich um eine so genannte „Sonderzone für Wiederaufbau“. Dekontamination und die Wiederbelebung der Infrastruktur sollen diese Gebiete attraktiver für Rückkehrer machen.

Da im März die Joban-Bahnstrecke auch dort ihren Betrieb wiederaufnimmt, konzentrieren sich die Arbeiten auf das Areal von 555 Hektar, so dass dort die üblichen Maßnahmen, wie etwa das Abtragen von Erdschichten, anlaufen.

Geht es nach der Regierung, sollen die dekontaminierten Gemeindeteile auch als eine Art bürokratischer Außenposten dienen, da von dort die Koordination weiterer Arbeiten besser möglich ist. Bei den früheren Bewohnern stößt das Projekt aber auf Skepsis.

Unter anderem könnte die Errichtung eines Lagers für radioaktiv belastetes Erdreich aus den Dekontaminationsarbeiten den Rückkehrwillen bremsen. Über den Beginn der Arbeiten berichtete die Kyodo.

Hintergrund

Maßnahmen für Futaba sind bereits seit Jahren im Gespräch. Bereits 2016 gab es Ankündigungen. Im August diesen Jahres gab es erste konkrete Planungen, bevor das Thema im September offiziell in den Vordergrund rückte.

Zwischenzeitlich hatten auch Straftaten in Futaba für Gesprächsstoff gesorgt (in allen Fällen berichtete Spreadnews über die jeweils aktuellen Entwicklungen).

Kritik nach entgangenem Fall von Schilddrüsenkrebs

Am heutigen Montag wurden die Inhalte eines Untersuchungsausschusses zu den Gesundheitskontrollen in der Präfektur Fukushima bekannt gemacht. Das Treffen fand am vergangenen Freitag in der Stadt Fukushima statt.

Eigentlich sollten alle Kinder, die zum Zeitpunkt der Kraftwerkskatastrophe jünger als 18 Jahre alt waren, Schilddrüsenkontrollen unterzogen und neue Fälle von Schilddrüsenkrebs öffentlich bekannt gegeben werden.

Jetzt diskutierten jedoch einige Mitglieder des Ausschusses über den Fall eines Jungen, dessen Operation aufgrund von Schilddrüsenkrebs den Behörden offenbar entgangen war. Eine unabhängige Organisation hatte die Versäumnis im März bekannt gemacht.

Als Reaktion werden nun Forderungen nach einer genaueren Prüfung der jetzigen Situation laut.

Dr. Kazuo Shimizu aus Tokyo führte im Herbst diesen Jahres an der Klinik die Operation durch. Seinen Angaben zufolge war der Junge nach der ersten Runde der Schilddrüsen-Screenings nicht weiter untersucht worden. Somit entging er offenbar der Statistik.

Über die jetzt stattgefundene Diskussion über diesen Fall berichteten Präfekturmedien.

Fällung des Baums der Hoffnung in Minamisoma angekündigt

Ein 25 Meter hoher Baum im Bezirk der Stadt Minamisoma (Präf. Fukushima) überstand den Tsunami des Tohoku-Großbebens im März 2011 und die Anwohner pflegten den Baum als ein Symbol der Hoffnung für ihre Wiederaufbauarbeiten.

Doch der „Kashima no Ipponmatsu“ genannte Baum teilt das Schicksal eines botanischen Kollegen in Rikuzentakata (Präf. Iwate). In beiden Fällen ist das Wurzelwerk durch das salzige Meerwasser so angegriffen, dass der Baum nicht lebensfähig ist.

Während die Einwohner von Rikuzentakata die Fällung ihres Baums bereits im September 2012 erleben mussten, steht der Termin für die Fällung in Minamisoma nun fest. Der Baum soll am 27. Dezember fallen.

In Rikuzentakata steht seit Juli 2013 eine Replik des Baums, deren Herstellung mehrere Millionen kostete und der Erinnerung dient. In Minamisoma soll dagegen eine Aufforstung stattfinden und neue Bäume gepflanzt werden, um künftige Tsunami abzuhalten.

Unter den Setzlingen befinden sich auch Ableger des ursprünglichen Baums, so dass gewissermaßen der Geist dieses Baumes in seinen Nachfahren weiterlebt. Zuvor bot sich am Samstag die Möglichkeit zu einem Abschied, als der Baum prächtig beleuchtet wurde.

Viele Bürger nutzten die Gelegenheit für ein letztes Foto „ihres Baums“. Über die angekündigte Fällung berichteten jiji und NHK.

Fukushima-Kalender 2018

Aufmerksame Leser fanden bereits am vergangenen Donnerstag den ersten Hinweis. Nun werden weitere darauf stoßen: Das „This is Fukushima“-Projekt bietet mit einem aktuellen Kalender neue Einblicke in die Gegenwart der Präfektur – abseits jeder Panikmache.

Spreadnews.de ist es erneut gelungen, sich einige Exemplare zu sichern und so möchten wir auch in diesem Jahr die besonders aufmerksamen Leser mit einer kostenlosen Zusendung des limitierten Kalenders belohnen.

Eine E-Mail mit dem Betreff „Fukushima-Kalender 2018“ an jp@spreadnews.de und der Anschrift des Empfängers genügt.

Die Daten werden nur für den Versand benötigt, nicht an Dritte weitergegeben und nach Versand gelöscht. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Barauszahlung, oder Auslandsversand sind nicht möglich. Angebot nur so lange der Vorrat reicht.