Fukushima aktuell: Demonstranten blockieren Endlagersuche

Fukushima aktuell: Demonstranten blockieren Endlagersuche

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Artikelbild - Gemeinde Shioya wehrt sich gegen Lagerpläne (Symbolfoto: pd)
Gemeinde Shioya (Präf. Tochigi) wehrt sich gegen Lagerpläne (Symbolfoto: pd)

Mit Berichten über Proteste, Strahlungswerte, Wetter und Kinder, umfassen die Fukushima News zum Wochenbeginn zahlreiche Themen. Details zu den Neuigkeiten aus Fukushima heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Februar 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Einwohner verhindern Prüfung von Lagerstandort
  • Regelbetrieb am AKW Fukushima soll Dienstag anlaufen
  • Schneefall unterbricht Arbeiten am AKW
  • Schienenersatzverkehr durch Sperrgebiet ersetzt Bahnstrecke
  • Strahlungsbelastung für Kinder durch Wasseraktivitäten
  • Dekontamination von Kirschbäumen in Tomioka
  • Ausfall mehrerer Reaktoren nicht für möglich gehalten

Einwohner verhindern Prüfung von Lagerstandort: Inspektoren des Umweltministeriums, mussten nach einem Besuch der Gemeinde Shioya (Präf. Tochigi), unverrichteter Dinger wieder abziehen. Etwa 300 Einwohner bildeten am Zugangstor eines Waldwegs eine Barriere und verhinderten so Untersuchungen vor Ort.

Die Verantwortlichen des Ministeriums sollten die Behauptung der Gemeindeverwaltung prüfen, man verfüge nicht über ausreichend Fläche, um als Endlagerstandort für kontaminierte Abfälle zu dienen.

Geht es nach dem Wunsch der Regierung soll Material, das durch die Fukushima-Katastrophe radioaktiv kontaminiert wurde, dort langfristig eingelagert werden.

Das Ministerium hatte bereits im Vormonat die Prüfung des potentiellen Standorts angekündigt. Der Bekanntgabe waren bereits Proteste vorangegangen.

Die Ablehnung durch die Gemeinde Shioya wurde bereits im August 2014 deutlich und im Oktober des selben Jahres unterstützte die Gemeinde Shioya eine Petition gegen die Lagerpläne der Regierung.

Bürgermeister Kazuhisa Mikata erklärte gegenüber der Presse, die Ministerialvertreter seien trotz der Ablehnung dort erschienen, was das Versprechen einer ehrlichen Informationspolitik in Frage stelle. Über die erneute Blockade berichtete die jiji.

Regelbetrieb am AKW Fukushima soll morgen anlaufen: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Montag mitteilte, soll morgen der Standardbetrieb wieder aufgenommen werden.

Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Normalisierung der Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi absehbar (Symbolfoto: TEPCO)

Nach tödlichen Arbeitsunfällen an beiden Fukushima-AKW, waren die Arbeiten zwei Wochen lang ausgesetzt und Sicherheitsmaßnahmen an den AKW durchgeführt worden.

Bei wichtigen Arbeiten, wie etwa der Schaffung einer unterirdischen Grundwasserbarriere („Eiswall“), wird mit Verzögerungen von etwa einem Monat Dauer gerechnet. Das berichtete die Kyodo.

Schneefall unterbricht Arbeiten am AKW: In seinen Berichten vom vergangenen Sonntag, meldete der Kraftwerksbetreiber TEPCO die Einstellung von Arbeiten, aufgrund der Wettterbedingungen.

Sowohl ein Kontrollgang, der am Samstag  zur Früherkennung von Lecks durchgeführt wurde, als auch die Entnahme von Wasserproben im Lagertankbereich H4, mussten wegen schweren Schneefalls eingestellt werden.

Schienenersatzverkehr durch Sperrgebiet ersetzt Bahnstrecke: Ám Wochenende begann eine Buslinie ihren Weg durch das Sperrgebiet. Die Aufnahme der Bustour war zuvor angekündigt worden.

Nach der Eröffnungszeremonie des Bahnbetreibers JR East vom Samstag, begann die erste Fahrt der 30 Fahrgäste vom Bahnhof Haranomachi, in der Stadt Minamisoma, zum Bahnhof Tatsuta, in der Stadt Naraha.

Der Busbetrieb ersetzt den Zugverkehr entlang der JR Joban Linie, den es aufgrund baulicher Schäden in absehbarer Zeit  nicht geben wird.

Der Bus soll Vor- und Nachmittags zwischen beiden Orten verkehren. Aufgrund der Strahlungsbelastung auf der 46 Kilometer langen Strecke, gibt es keine Zwischenstopps.

Die einstündige Fahrt verläuft durch ein Gebiet, das im Rahmen des Drei-Zonen-Modells für „difficult to return“ erklärt wurde und eine Rückkehr nicht vor März 2017 möglich sein wird.

Zu diesen Zonen gehören auch Gebiete der Gemeinden Futaba und Okuma, auf deren Gelände das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi liegt. Bei den Testfahrten habe die Belastung pro Hin- und Rückfahrt zwischen 0,1 und 1,0 Mikrosievert gelegen.

Die örtlichen Verwaltungsbehörden hoffen auf eine Nutzung des Angebots durch frühere Bewohner, da die Umgehung des Gebiets bislang eine sechsstündige Autofahrt zwischen beiden Orten erforderte. Über den Busbetrieb durch die Evakuierungszone berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Strahlungsbelastung für Kinder durch Wasseraktivitäten: Am vergangenen Freitag veröffentlichte das Umweltministerium Schätzungsergebnisse zur Strahlungsbelastung für Kinder, die in der Präfektur Fukushima langfristig an und in Gewässern spielen.

Da seit der Kraftwerkskatastrophe die Freizeitaktivitäten an Küsten und Gewässern stark eingeschränkt wurden, wolle man insbesondere für die Sommerferien eine Risikoeinschätzung bieten können.

Demnach wäre ein Kind, das über einen Zeitraum von 20 Tagen täglich fünf Stunden unmittelbar im Gewässerbereich aktiv wäre, einer maximalen Belastung von 0,o31 Millisievert ausgesetzt.

Ausgenommen von der Untersuchung waren lediglich Gewässer in den Sperrgebieten. Durch Dekontaminationsarbeiten soll die jährliche Strahlungsdosis in der Präfektur auf 1 Millisievert gesenkt werden.

Grundlage der Berechnung ist eine Cäsiumbelastung zwischen 2.000 und 5.000 Becquerel pro Kilogramm im Boden der Gewässer und einer stündlichen Belastung von 0,6 Mikrosievert. Über die Ergebnisse berichteten Präfekturmedien.

Dekontamination von Kirschbäumen in Tomioka: Am heutigen Montag begann das Umweltministerium in Tomioka (Präf. Fukushima) mit der Dekontamination von Kirschbäumen.

Somei Yoshino Sakura (Foto: Takamura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Dekontamination von Kirschblütenattraktion (Symbolbild, Takamura, cc-by)

Die Kirschblüte entlang einer Strecke von 2,2 Kilometern, war vor der Katastrophe als „Kirschblütentunnel“, ein Touristenmagnet im Bezirk Yonomori.

Im Jahr 2013 wurde zwar der Aufenthalt während der Tagstunden auf einer Strecke von 300 Metern zugelassen, der Großteil der Straße blieb jedoch weiterhin gesperrt.

Die Sehenswürdigkeit liegt lediglich sieben Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt und soll noch im Rahmen des Fiskaljahrs 2014 auf 1,5 Kilometern Länge dekontaminiert werden.

Über die Dekontaminationspläne berichteten die Kyodo und Präfekturmedien.

Ausfall mehrerer Reaktoren nicht für möglich gehalten: Ende vergangener Woche veröffentlichte die Regierung die Aussagen von acht weiteren Personen, vor dem Fukushima-Untersuchungsausschuss.

Zu den Befragten zählten auch ein Verantwortlicher für Katastrophenschutz und Sicherheitstrainings am AKW Fukushima Daiichi.

Dieser berichtete von der Fehleinschätzung potentieller Risiken für die Kraftwerksanlage. So war etwa die Möglichkeit, dass ein Stromausfall an mehr als einem Reaktor nicht berücksichtigt wurde.

Als Folge hiervon seien nicht ausreichende Katastrophenschutzmaßnahmen getroffen worden. Über die Veröffentlichung durch das Büro des Chefkabinettssekerärs berichteten Präfekturmedien.

Seit September 2014 werden die so genannten Yoshida-Protokolle veröffentlicht. Die Dokumente umfassen jedoch auch die Befragungen weiterer Verantwortlicher aus Politik und Wirtschaft.

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