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Fukushima aktuell: Demontage der Strahlungsmessposten abgesagt

Bürger von Fukushima protestierten erfolgreich gegen Abschaffung

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Artikelbild - Messposten (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Demontage der Messposten offenbar vom Tisch (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News stellen eine überraschende Wendung dar und so kommt es, dass die Bevölkerung der Präfektur Fukushima heute einen Erfolg für sich verbuchen können – auch wenn das Wetter den Enthusiasmus vielfach dämpfen wird.

Die Einzelheiten und Hintergründe gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. August 2018.

Unsere Themen zum Ende der Woche:

  • Abschaffung der Strahlungsmessposten nach Protesten verworfen
  • Neue Hitzerekorde in Präfektur Fukushima
Abschaffung der Strahlungsmessposten nach Protesten verworfen

Die Regierung beugt sich offenbar den anhaltenden Protesten gegen die Demontage nahezu aller öffentlichen Messposten in der Präfektur Fukushima und will auf die Entfernung der Geräte anscheinend verzichten, sofern die Kosten gedeckt sind.

Das war zumindest die zentrale Aussage des NRA-Mitglieds Shoji Takeyama bei einem Treffen mit Einwohnern der Gemeinde Miharu. Auch erklärte er, man werde für das kommende Fiskaljahr die gleiche Summe von der Regierung fordern.

Messposten in Iwaki (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Messposten in Iwaki, Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Jährlich werden etwa 600 Millionen Yen für die Wartung und Instandhaltung der insgesamt 3.000 öffentlich aufgestellten Messposten ausgegeben. Die Information der Bevölkerung über die aktuellen Messwerte stellt also einen nicht unerheblichen Kostenfaktor dar.

Nachdem die Strahlungswerte in der Präfektur Fukushima im Laufe der Jahre immer weiter zurückgegangen war, beschloss die Regierung den schrittweisen Abbau der Geräte. So sollten innerhalb der nächsten drei Jahre insgesamt 2.400 Messposten demontiert werden.

Doch die Pläne stießen auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung. Seit Juni liefen Gespräche mit Einwohnern und im Rahmen von Informationsveranstaltungen sollte für eine stärkere Akzeptanz der Demontagepläne geworben werden.

Doch bei allen öffentlichen Veranstaltungen in sechs Gemeinden wurde sowohl die Entfernung, als auch ein zeitlicher Aufschub der Maßnahme durch die anwesenden Bürger abgelehnt.

Bei der letzten Veranstaltung in der Gemeinde Miharu, dessen tausendjähriger Kirschbaum eine bekannte Sehenswürdigkeit ist, gab die Atomaufsicht nun allem Anschein nach klein bei und verzichtet vorerst auf die Demontage.

Nach Angaben von Regionalmedien ist der benötigte Betrag sogar bereits bewilligt worden. Über die Entscheidung berichteten die NHK, sowie Präfekturmedien.

Neue Hitzerekorde in Präfektur Fukushima

Während der Taifun Cimaron im Süden Japans teils schwere Schäden verursacht, leiden andere Landesteile erneut unter einer Hitzewelle. Nicht zuletzt der Taifun trug dazu bei, den Thermometerstand steigen zu lassen.

So meldeten die Städte Aizu-Wakamatsu und Soma Werte von 38,5 und 37, 6 Grad. Dort, sowie an anderen Orten, wurden bisherige Hitzerekorde gebrochen und die höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen festgestellt.

Dieser Trend zeigt sich auch in der Zahl der Patienten, bei denen der Verdacht auf einen Hitzschlag besteht. So wurden bis zum 19. August insgesamt 1473 Personen mit Hitzschlag in Krankenhäuser eingeliefert – die höchste Zahl seit 15 Jahren.

Bislang starben zwei Personen an den Folgen.

Für die kommenden Tage wird aufgrund der drückenden  Luft des Taifuns allerdings eine relativ stabile, feucht-warme Temperaturlage und Bewölkung erwartet.

Am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wird seit Juli versucht, die dort beschäftigten Arbeitskräfte so weit wie möglich zu entlasten. Die dabei getroffenen Maßnahmen sind jedoch von unterschiedlicher Qualität und Wirksamkeit.

AKW Fukushima: Kühlung für die Kraftwerksarbeiter im April 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hitzeschutzmaßnahmen für Arbeitsjkräfte im Juli 2011 (Foto: Copyright by TEPCO)

So ist die Aufstellung öffentlicher Wasserspender auf dem Gelände zwar gut gemeint – doch kaum ein Arbeiter wird das Angebot nutzen, da sie in Bereichen stehen, in denen sie zunächst ihre Schutzkleidung ausziehen müssten.

Dagegen ist die Beschränkung auf Schichten von maximal 90 Minuten bei Standardarbeiten und die Einführung einer Arbeitspause zwischen 14:00 und 17:00 Uhr im Juli und August deutlich effektiver.

Neben einer Gesundheitskontrolle der Beschäftigten vor Arbeitsantritt und der Nutzung von Kühlwesten und Kühlkissen unter der Kleidung, ist es gerade diese Maßnahme, die zur Reduzierung der Zahl von Hitzschlägen führte.

Wurden im Fiskaljahr 2014 noch 14 Fälle von Hitzschlag bei AKW-Arbeitern gemeldet, sank sie 2016 auf vier. Auch wenn es 2017 trotz des vergleichsweise kühlen Sommers einen leichten Anstieg auf sechs Fälle gab, blieb die Zahl niedrig.

Obwohl dieses Jahr die bislang schwerste Hitzewelle herrscht, gibt es bislang nur vier bestätigte Fälle von Hitzschlag bei Beschäftigten auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Über die Entwicklungen berichtete die Asahi Shimbun und Präfekturmedien.